CDU-Che­fin greift Deut­sche Um­welt­hil­fe an

Kramp-Kar­ren­bau­er wirft dem um­strit­te­nen Ver­ein ei­nen „Feld­zug“ge­gen den Die­sel vor und droht mit dem Stopp der fi­nan­zi­el­len För­de­rung.

Saarbruecker Zeitung - - Erste seite -

(SZ/dpa/afp) Im Kampf ge­gen die Deut­sche Um­welt­hil­fe hat die CDU die nächs­te Atta­cke ge­star­tet: Nach Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel und Saar-Mi­nis­ter­prä­si­dent To­bi­as Hans äu­ßer­te am Wo­che­n­en­de auch die neue Par­tei­vor­sit­zen­de An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er schar­fe Kri­tik an dem im Zu­ge des Die­selskan­dals be­kannt ge­wor­de­nen Ver­ein. „Die Um­welt­hil­fe stellt sich zur­zeit vor al­lem selbst in­fra­ge, et­wa mit der An­kün­di­gung, ge­richt­lich ge­gen Feu­er­werk an Sil­ves­ter in In­nen­städ­ten vor­zu­ge­hen“, sag­te die Saar­län­de­rin der „Welt am Sonn­tag“. Es ge­he nicht dar­um, den Ver­ein fi­nan­zi­ell aus­zu­trock­nen, son­dern sich po­li­tisch mit ihm aus­ein­an­der­zu­set­zen. Kramp-Kar­ren­bau­er mach­te je­doch deut­lich: „Wir wer­den uns jetzt die recht­li­che Si­tua­ti­on an­schau­en. Aber ei­ne po­li­ti­sche Dis­kus­si­on dar­über, ob wir den Feld­zug ge­gen be­stimm­te An­triebs­tech­no­lo­gi­en, den die Um­welt­hil­fe au­gen­schein­lich ge­star­tet hat, auch noch fi­nan­zi­ell för­dern, müs­sen wir schon füh­ren.“

Die CDU hat­te An­fang De­zem­ber auf ei­nem Par­tei­tag be­schlos­sen, die Ge­mein­nüt­zig­keit der Um­welt­hil­fe, die mit ih­ren Kla­gen Die­sel­fahr­ver­bo­te in Städ­ten durch­setzt, prü­fen zu las­sen. Wür­de die­ser Sta­tus ab­er­kannt, wä­ren un­ter an­de­rem Spen­den an den Ver­ein nicht mehr steu­er­lich ab­setz­bar. Die Par­tei möch­te dar­über hin­aus da­für sor­gen, dass die Um­welt­hil­fe kei­ne Mit­tel mehr aus dem Bun­des­haus­halt er­hält.

Mi­nis­ter­prä­si­dent Hans hat­te ver­gan­ge­ne Wo­che auf sei­nem Neu­jahrs­emp­fang kri­ti­siert, dass der Die­sel „nie­der­ge­macht“wer­de – von „Ak­teu­ren, de­nen Ideo­lo­gi­en wich­ti­ger sind als die Ar­beits­plät­ze der Men­schen und die Ge­sund­heit der Men­schen“. Oh­ne die Um­welt­hil­fe di­rekt zu nen­nen, sprach er von ei­ner „breit an­ge­leg­ten Stra­te­gie, mit Ab­mah­nun­gen ein er­träg­li­ches Ge­schäfts­mo­dell zu eta­blie­ren“. So wer­de die Axt an ei­ne deut­sche Schlüs­sel­tech­no­lo­gie ge­legt.

Vor Be­ginn ei­ner Klau­sur­ta­gung der CDU-Spit­ze ges­tern Abend in Pots­dam kün­dig­te Kramp-Kar­ren­bau­er au­ßer­dem an, sämt­li­che mi­gra­ti­ons­po­li­ti­schen Maß­nah­men seit dem Be­ginn der Flücht­lings­kri­se im Jahr 2015 auf den Prüf­stand zu stel­len. „Un­se­re Si­cher­heits­be­hör­den müs­sen durch­set­zungs­fä­hi­ger wer­den, auch im Be­reich der ge­sam­ten Mi­gra­ti­on“, sag­te sie. Be­reits im Fe­bru­ar wol­le die CDU da­zu ein „Werk­statt­ge­spräch“füh­ren, da­bei ge­he es „um ei­ne Ge­ne­ral­aus­spra­che be­gin­nend mit den Ent­schei­dun­gen 2015 bis heu­te“. Zu­dem kün­dig­te die CDU-Che­fin ein ei­ge­nes Kon­zept ih­rer Par­tei zur Ren­ten­po­li­tik an. Zu­gleich war­te sie dar­auf, dass Ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) ei­nen Vor­schlag für ei­ne Grund­ren­te vor­le­ge, sag­te sie im „Be­richt aus Ber­lin“.

„Die Um­welt­hil­fe

stellt sich zur­zeit vor al­lem selbst in­fra­ge.“

An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er

CDU-Vor­sit­zen­de

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