On­li­ne-Wa­che der Po­li­zei kommt gut an

Be­am­te re­gis­trie­ren sie­ben Ein­gän­ge pro Tag. Die meis­ten Straf­an­zei­gen gibt es we­gen Be­tru­ges.

Saarbruecker Zeitung - - Saarland -

(dpa) Die seit gut ei­nem Mo­nat ge­schal­te­ten On­li­ne­wa­chen der Po­li­zei im Saar­land und in Rhein­land-Pfalz wer­den of­fen­bar gut ge­nutzt: In den ers­ten vier Wo­chen wur­den bei der saar­län­di­schen Po­li­zei bis­lang mehr als 200 Vor­gän­ge re­gis­triert. In Rhein­land-Pfalz sei­en zu­dem 909 An­zei­gen und Hin­wei­se über das Por­tal im In­ter­net ein­ge­gan­gen, teil­te das Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA) Rhein­land-Pfalz in Mainz auf dpa-An­fra­ge mit. Seit 6. De­zem­ber kön­nen Bür­ger be­stimm­te Straf­ta­ten auch von zu Hau­se oder un­ter­wegs per In­ter­net in der On­li­ne­wa­che an­zei­gen – und müs­sen nicht mehr per­sön­lich bei der Po­li­zei er­schei­nen.

Der saar­län­di­sche Lan­des­po­li­zei­prä­si­dent Nor­bert Rupp er­klär­te: „Die ers­ten Er­fah­run­gen mit un­se­rer neu­en On­li­ne­wa­che sind sehr po­si­tiv.“Die­se orts- und zeit­un­ab­hän­gi­ge so­wie bar­rie­re­freie Mög­lich­keit zur Kon­takt­auf­nah­me mit der Po­li­zei kom­me gut an. Ei­ne Spre­che­rin des LKA in Mainz sag­te, das Ser­vice­an­ge­bot wer­de vom Ju­gend­li­chen bis zum Se­ni­or ge­nutzt. „Dies zeigt ein­drucks­voll, dass die On­li­ne­wa­che von den Bür­gern im Land po­si­tiv an­ge­nom­men wird“, so die Spre­che­rin.

Die Zahl der Vor­gän­ge, die täg­lich ein­gin­gen, ent­spre­che den Er­war­tun­gen zum Pro­jekt­start, heißt es. In Rhein­land-Pfalz sind dies im Schnitt rund 30 am Tag. Man ge­he da­von aus, dass es mehr wür­den, wenn das An­ge­bot noch be­kann­ter wer­de. Auch im Saar­land sei­en die sie­ben Ein­gän­ge pro Tag so hoch wie an­fangs er­war­tet, sag­te ein Spre­cher des Lan­des­po­li­zei­prä­si­di­ums. Bis­her ha­be es kei­ne tech­ni­schen Pro­ble­me ge­ge­ben.

Die meis­ten An­zei­gen er­folg­ten we­gen Dieb­stahls, Be­tru­ges und Sach­be­schä­di­gung, be­rich­te­te das LKA. So ha­be bei­spiels­wei­se ei­ne 20-jäh­ri­ge Frau den Dieb­stahl ih­res Mo­bil­te­le­fons wäh­rend ei­nes Be­su­ches ei­ner Bar in Mainz an­ge­zeigt. Ein 25-Jäh­ri­ger zeig­te ei­nen Be­trug on­li­ne an: Er hat­te im In­ter­net über ein Klein­an­zei­gen-Por­tal ein Han­dy be­stellt, das nie bei ihm an­kam. Und ein 64-Jäh­ri­ger mel­de­te sich, weil je­mand sei­nen Mo­tor­rol­ler im Hof zer­kratzt hat­te.

Im Saar­land re­gis­trier­ten die Be­am­ten mit 35 Pro­zent die meis­ten Straf­an­zei­gen we­gen Be­tru­ges. We­gen Sach­be­schä­di­gung gin­gen 14 Pro­zent und we­gen Dieb­stahls 11 Pro­zent ein. Rund 13 Pro­zent der Ein­gän­ge sei­en „sons­ti­ge Hin­wei­se“ge­we­sen, teil­te die Po­li­zei mit. Dar­un­ter auch vier Mal ein Lob für die Ar­beit der Po­li­zei. Be­schwer­den gab es kei­ne.

In Rhein­land-Pfalz ist die On­li­ne­wa­che beim La­ge- und Dau­er­dienst des LKA an­ge­dockt. Im Saar­land lau­fen die An­zei­gen in der Füh­rungs­und La­ge­zen­tra­le des Lan­des­po­li­zei­prä­si­di­ums ein. Nicht on­li­ne zur An­zei­ge ge­bracht wer­den kön­nen Ge­waltstraf­ta­ten, Ver­kehrs­un­fäl­le oder De­lik­te, die ei­nen so­for­ti­gen Po­li­zei­ein­satz er­for­der­ten.

Das Ser­vice­an­ge­bot soll wei­ter aus­ge­baut wer­den. Im Lau­fe die­ses Jah­res wer­de es et­wa ei­ne neue Funk­ti­on ge­ben, um Un­ter­la­gen oder Bil­der mit hoch­zu­la­den. Auch ei­ne Aus­wei­tung auf wei­te­re Straf­tat­be­stän­de ist ge­plant.

FO­TO: OLI­VER DIETZE

Der Lan­des­po­li­zei­prä­si­dent des Saar­lan­des, Nor­bert Rupp.

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