Far­big­keit mit mi­ni­ma­len Ges­ten

Kr­zy­sz­tof Pen­der­ecki di­ri­gier­te die Deut­sche Ra­dio­phil­har­mo­nie in der Con­gress­hal­le.

Saarbruecker Zeitung - - Kultur -

Sta­lins er­war­tet. Pen­der­ecki konn­te sich ganz auf die Ko­ope­ra­ti­on des Orches­ters ver­las­sen. Mit mi­ni­ma­len Ges­ten er­reich­te er gu­ten Zu­sam­men­halt, gro­ße Far­big­keit bei un­ge­wöhn­li­chen In­stru­men­tie­run­gen und vor al­lem sprit­zi­gen Witz und ent­lar­ven­de Iro­nie.

Für sein weit­aus kom­ple­xe­res 2. Vio­lin­kon­zert über­ließ er das Di­ri­gen­ten­pult sei­nem As­sis­ten­ten Ma­ciej Two­rek. Vie­le, fast all­zu vie­le Ge­dan­ken wer­den in die­sem nicht durch Satz­pau­sen ge­glie­der­ten Werk ei­ner „Met­a­mor­pho­se“un­ter­wor­fen und er­ge­ben zu­sam­men mit dem oft in den Orches­ter­klang in­te­grier­ten So­lo­part ein aus­ge­dehn­tes Ge­mäl­de in fass­bar mo­der­ner Ton­spra­che.

Für Span­nung über die Dau­er von 40 Mi­nu­ten sorg­te die jun­ge süd­ko­rea­ni­sche Gei­ge­rin Ye-Eun Choi, die nicht nur per­fek­te Vir­tuo­si­tät, son­dern auch lei­den­schaft­li­che In­ten­si­tät auf ih­rer Gua­da­gni­ni-Vio­li­ne ein­brach­te. Ei­ne groß­ar­ti­ge In­ter­pre­ta­ti­on al­ler Mu­si­ker, man spür­te die atem­lo­se Span­nung und Auf­merk­sam­keit auch bei den Zu­hö­rern. Sie wur­den für den re­gen Bei­fall mit ei­ner Bach-Zu­ga­be be­lohnt: „An­dan­te“aus der 2. So­lo­so­na­te. Ein be­ein­dru­cken­der Abend.

FO­TO: UWE BELLHÄUSER

Un­ser Ar­chiv­bild zeigt den Di­ri­gen­ten Kr­zy­sz­tof Pen­der­ecki bei ei­nem Saar­brü­cker Di­ri­gat vor 20 Jah­ren in der Con­gress­hal­le.

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