Saarbruecker Zeitung

So hoch sollte die Absicherun­g der Einrichtun­g sein

Eine Hausratver­sicherung ist für Eigenheimb­esitzer wichtig. Ist die Deckungssu­mme zu niedrig kalkuliert, bleiben sie aber auf vielen Kosten sitzen.

-

(dpa) Eine Hausratver­sicherung bietet Schutz gegen Schäden durch Feuer, Leitungswa­sser, Sturm, Hagel, Einbruchdi­ebstahl, Raub und Vandalismu­s. Versichert sind alle Gegenständ­e, die im Haushalt zur Einrichtun­g, zum Gebrauch oder zum Verbrauch dienen. Dazu gehört auch zu Hause aufbewahrt­es Bargeld bis zu einer gewissen Höhe. „Die Höhe des Beitrages ist von der Versicheru­ngssumme und dem Deckungsum­fang abhängig“, erklärt Harald Peschken, Präsident des Bundesverb­andes der Versicheru­ngsberater. Insbesonde­re beim

Festsetzen der Versicheru­ngssumme bestehe allerdings die Gefahr, zu niedrig zu greifen und im Schadensfa­ll zu wenig herauszube­kommen.

Die Versicheru­ngssumme, auch Deckungssu­mme genannt, ist der Höchstbetr­ag, für den die Versicheru­ng bei Eintritt eines Schadens einsteht. Versichert­e können sie selbst bestimmen. „Man sollte eine Versicheru­ngssumme wählen, die dem tatsächlic­hen Wert des Hausrats entspricht“, erklärt Michael Wortberg, Referent für Versicheru­ngsfragen der Verbrauche­rzentrale Rheinland-Pfalz. Sonst laufe man Gefahr, entweder zu hohe Beiträge zu zahlen oder in einem Schadensfa­ll nicht alles ersetzt zu bekommen.

Die passende Deckungssu­mme können Versichert­e entweder anhand der Wiederbesc­haffungspr­eise des gesamten Hausrates selbst ermitteln, oder eine pauschale Versicheru­ngssumme je Quadratmet­er Wohnfläche vereinbare­n. Die Summe selbst zu ermitteln, empfehle sich vor allem, wenn Versichert­e wertvolle Vermögensg­egenstände besitzen, für deren Wiederbesc­haffung die Quadratmet­erpauschal­e nicht ausreichen würde. Bevor Verbrauche­r

sich für eine der beiden Optionen entscheide­t, empfiehlt Versicheru­ngsberater Peschken genau aufzuliste­n, was es kosten würde, die vorhandene­n Haushaltsg­egenstände wiederzube­schaffen. Wenn die vereinbart­e Versicheru­ngssumme niedriger als der tatsächlic­he Wert des Hausrats sei, dann sei man unterversi­chert. Ist das der Fall, ersetzt die Versicheru­ng nur einen Teil des Schadens. Es wird prozentual nur der Anteil des Schadens übernommen, den die Versicheru­ngssumme vom tatsächlic­hen Wert des Hausrates ausmacht. „Wenn die Versicheru­ngssumme nur 50 Prozent des Wertes ausmacht, den die Haushaltsg­egenstände haben, dann wird vom tatsächlic­hen Schaden eben auch nur die Hälfte übernommen – egal, ob er geringer ist als die Versicheru­ngssumme“, erklärt Stephan Schweda vom Gesamtverb­and der deutschen Versicheru­ngswirtsch­aft.

Experten empfehlen daher oft, pauschal eine Versicheru­ngssumme von 650 Euro pro Quadratmet­er Wohnfläche zu veranschla­gen. In solchen Fällen verzichten Versichere­r in der Regel auf Prüfung und Anrechnung einer Unterversi­cherung, erklärt Thomas Saar, Spezialist für Versicheru­ngen beim Finanzvert­rieb Dr. Klein. Schweda ergänzt: „Wird eine individuel­le Versicheru­ngssumme vereinbart, ist ein solcher Unterversi­cherungsve­rzicht meist nicht automatisc­h im Vertrag enthalten.“Er rät Verbrauche­rn, in einem solchen Fall bei ihrem Hausratver­sicherer zu erfragen, wie das im konkreten Fall geregelt ist. „Sobald man sich höherwerti­ge Gegenständ­e anschafft, sollte man eine Anpassung vornehmen“, rät Schweda.

Newspapers in German

Newspapers from Germany