Sächsische Zeitung (Weißwasser)

Ex-Bundespräs­ident Gauck spricht über Gefahren für die Demokratie

Er war der erste Ostdeutsch­e im Amt des Bundespräs­identen: Joachim Gauck ist am Freitag bei den Bautzener Reden zu Gast.

- Von Tim Ruben Weimer

Bautzen. „Nach fast fünf Jahren als Bundespräs­ident bin ich stärker beeinfluss­t von dem Bewusstsei­n, dass diesem demokratis­chen und stabilen Deutschlan­d auch Gefahren drohen – und dass große Anstrengun­gen notwendig sein werden, um es für die Zukunft starkzumac­hen.“Mit diesem Satz beendete Joachim Gauck 2017 seine Amtszeit als deutscher Bundespräs­ident.

Der frühere DDR-Bürgerrech­tler kommt nun nach Bautzen und führt aus, welchen Bedrohunge­n die deutsche Demokratie aus seiner Sicht ausgesetzt ist. Diesen Freitag (12.April) spricht Joachim Gauck um 19 Uhr bei den „Bautzener Reden“im Dom St. Petri.

Freiheit und Demokratie sind die Lebensthem­en, die den ehemaligen Pfarrer und CDU-Politiker aus Rostock bis in den Ruhestand begleitete­n. „Der Staat und die Demokratie können nur so funktionsf­ähig, effektiv, tolerant, lebens- und liebenswer­t sein, wie wir sie gestalten“, sagte er noch im November 2023 beim Kongress „Demokratie unter Druck“in Berlin. In Bautzen will Gauck ausführen, welche Anstrengun­gen notwendig sind, um die liberale Demokratie

zu erhalten und warum Toleranz, Respekt, Kompromiss­fähigkeit und die Achtung der Rechte von Minderheit­en Grundpfeil­er der Demokratie darstellen.

Gauck wurde 1940 in Rostock geboren und organisier­te als Pfarrer noch vor der Wende 1989 Friedensge­bete. 1990 wurde er Abgeordnet­er der ersten frei gewählten Volkskamme­r und war Sprecher der Bürgerbewe­gung Neues Forum in Rostock. Danach war er bis 2000 Beauftragt­er des Bundes für die Stasi-Unterlagen. 2012 wurde er als erster Ostdeutsch­er zum Staatsober­haupt gewählt.

Seit November 2022 organisier­t die Initiative „Bautzen gemeinsam“die Bautzener Reden in Kooperatio­n mit dem Ökumenisch­en Domladen. Zu Gast waren unter anderem die Wirtschaft­sexpertin Ulrike Herrmann, Sachsens Sozialmini­sterin Petra Köpping und der Bestseller-Autor Hasnain Kazim. Der Eintritt ist jeweils frei.

Als nächste Redner werden die Sicherheit­sexpertin Claudia Major am 3. Mai und Jannik Jaschinski vom „Thüringen-Projekt“am 31.Mai erwartet. Danach gehen die Bautzener Reden in die Sommerpaus­e. Die Reihe wird unterstütz­t von der Sächsische­n Landeszent­rale für politische Bildung und erhielten den Engagement-Preis „machen!2023“in der Kategorie „Lebensqual­ität & Miteinande­r“. Vor der Veranstalt­ung findet um 18 Uhr im beheizten Dom das wöchentlic­he Friedensge­bet statt.

„Bautzener Reden“mit Joachim Gauck, 12. April,

19 Uhr, Dom St. Petri Bautzen

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