Si­gna­le op­ti­mal im gan­zen Haus ver­tei­len

Bei der In­stal­la­ti­on ei­ner Mehr­teil­neh­mer-sat-an­la­ge bie­ten sich meh­re­re Ver­ka­be­lungs­va­ri­an­ten an. Wel­che in­fra­ge kom­men kön­nen, wird von den ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten, aber auch von den Wün­schen der An­la­gen­be­trei­ber be­stimmt. Je­des Auf­bau­kon­zept hat sei­ne

Satellit Empfang + Technik - - Inhalt - THO­MAS RIEGLER

Ei­nen „Kö­nigs­weg“gibt es nicht. Je­de Ver­tei­lung von Sat-si­gna­len hat sei­ne Vor- und Nach­tei­le. Für wel­che Va­ri­an­te Sie sich ent­schei­den, hängt na­tür­lich auch da­von ab, wel­che An­for­de­run­gen Sie an die Sa­tel­li­ten­an­la­ge im Haus stel­len.

Stern­ver­tei­lung

Die Stern­ver­tei­lung ist der Klas­si­ker im Sat-an­la­gen­bau. Bei ihr er­hält je­der Re­cei­ver ei­ne se­pa­ra­te Lei­tung, über die er di­rekt mit dem LNB oder ei­nem Mul­tischal­ter ver­bun­den ist. Sie er­for­dert zwar ei­nen ho­hen In­stal­la­ti­ons­auf­wand und be­zo­gen auf das Ka­bel­ma­te­ri­al auch hö­he­re Kos­ten. Da­für bie­tet die Stern­ver­tei­lung ein Höchst­maß an Fle­xi­bi­li­tät. So­wohl, was die Wahl der Emp­fangs­ge­rä­te be­trifft, als auch wie vie­le Sa­tel­li­ten­po­si­tio­nen im Haus ver­teilt wer­den sol­len. Je nach Aus­füh­rungs­va­ri­an­te kann die Stern­ver­tei­lung be­lie­big vie­le Teil­neh­mer ver­sor­gen. Wo­bei je­der vol­len Zu­griff auf al­le über die in der An­la­ge ver­teil­ten Sa­tel­li­ten hat.

Oh­ne oder mit Mul­tischal­ter

Die Lnb-stern­ver­tei­lung bie­tet sich für klei­ne Mehr­teil­neh­mer-an­la­gen an. Im Fach­han­del wer­den LNBS mit zwei, vier und so­gar acht Aus­gän­gen an­ge­bo­ten. Bei Ver­wen­dung ei­nes Mo­no­block-lnbs kann ne­ben As­tra 19,2 Grad Ost zu­sätz­lich auch Eu­tel­sat Hot-bird auf 13 Grad Ost ver­teilt wer­den. Je­der zu be­trei­ben­de Re­cei­ver ist di­rekt an ei­nen der Lnb-aus­gän­ge an­zu­schlie­ßen. Für Twin-re­cei­ver sind idea­ler­wei­se je zwei Lei­tun­gen vor­zu­se­hen. Wie vie­le Re­cei­ver von der An­la­ge ver­sorgt wer­den kön­nen, wird vom ver­wen­de­ten LNB be­stimmt und ist auf ma­xi­mal acht Teil­neh­mer be­grenzt. Ei­ne zu­sätz­li­che Er­wei­te­rung ist nicht oh­ne Wei­te­res mög­lich. Ganz an­ders sieht es aus, wenn zu­sätz­lich ein Mul­tischal­ter zum Ein­satz kommt. Auch bei die­ser Va­ri­an­te er­hält je­der zu ver­sor­gen­de Re­cei­ver ei­ne ei­ge­ne An­ten­nen­lei­tung, über die er ganz in­di­vi­du­ell ver­sorgt wird. Die­se nimmt je­doch nicht mehr di­rekt beim LNB sei­nen Aus­gang, son­dern vom Mul­tischal­ter. Er ist das Herz­stück der An­la­ge und hat die Funk­ti­on ei­ner Schalt­ma­trix. Mul­tischal­ter-an­la­gen er­for­dern an der An­ten­ne ei­nen Quat­tro-lnb. Die­ser be­sitzt vier Aus­gän­ge, die ge­nau de­fi­niert sind. Er teilt das Ku-band-sa­tel­li­ten-fre­quenz­spek­trum in vier Teil­be­rei­che auf: Näm­lich in das un­te­re und obe­re Ku-band je­weils mit der ho­ri­zon­ta­len oder ver­ti­ka­len Ebe­ne. Die Lnb-aus­gän­ge sind ein­deu­tig

be­schrif­tet und mit den gleich­na­mig ge­kenn­zeich­ne­ten Sat-zf-ein­gän­gen des Mul­tischal­ters zu ver­bin­den. Zum Teil ar­bei­ten Mul­tischal­ter auch mit Quad-lnbs zu­sam­men. Das sind ty­pi­sche Uni­ver­sal-lnbs für vier Teil­neh­mer, wie sie bei klei­nen Lnb-stern­ver­tei­lun­gen ver­wen­det wer­den. Beim Quat­tro-lnb muss der Lnb-aus­gang für die ho­ri­zon­ta­le Ebe­ne des un­te­ren Ku-bands mit dem Mul­tischal­ter-ein­gang für eben die­sen Fre­quenz-teil­be­reich mit ei­nem An­ten­nen­ka­bel ver­bun­den sein und so wei­ter. Da­mit der Mul­tischal­ter al­len an ihn an­ge­schlos­se­nen Re­cei­vern al­le Pro­gram­me ei­nes Sa­tel­li­ten zu­gäng­lich ma­chen kann, sind zwi­schen ihm und dem LNB vier Lei­tun­gen zu ver­le­gen. Ei­ne di­rek­te Ver­bin­dung zwi­schen LNB und Re­cei­ver be­steht nicht. Mul­tischal­ter wer­den meist für die Ver­tei­lung von ei­ner, zwei oder vier Sa­tel­li­ten­po­si­tio­nen an­ge­bo­ten. Dem ent­spre­chend be­sit­zen sie 4, 8, 12 oder 16 Sat-zf-ein­gän­ge. Es gibt aber auch Mul­tischal­ter für sechs oder acht Po­si­tio­nen mit 24 oder 32 Lnb-an­schlüs­sen. Mul­tischal­ter ha­ben meist acht bis 16 Teil­neh­mer­aus­gän­ge an Bord. Fast al­le Mo­del­le sind aber mit Zu­satz­bau­stei­nen um wei­te­re Aus­gän­ge er­wei­ter­bar. In der Fach­spra­che nennt man das kas­ka­dier­bar. Auf die­se Wei­se kön­nen oh­ne Wei­te­res bis weit über 64 Teil­neh­mer von ei­nem Mul­tischal­ter ver­sorgt wer­den. Ein wei­te­rer Vor­teil des Mul­tischal­ters: Er be­sitzt auch ei­nen Ein­gang für die ter­res­tri­sche An­ten­nen­an­la­ge für DVB-T2, DAB Plus und UKW. De­ren Pro­gram­me wer­den an den Sat-aus­gän­gen eben­falls be­reit­ge­stellt. Um auf sie zu­grei­fen zu kön­nen, ist je­doch bei al­len Teil­neh­mern ei­ne An­ten­nen­steck­do­se er­for­der­lich. Sie trennt die ge­mein­sam über­tra­ge­nen Si­gna­le auf. An der Sat-buch­se wer­den nur die Sat-si­gna­le aus­ge­ge­ben, am Ukw-aus­gang nur Ukw-ra­dio und an der Tv-buch­se nur DVB-T2 und DAB Plus. Wer­den über den Mul­tischal­ter nur Sa­tel­li­ten­si­gna­le ver­teilt, kann die An­ten­nen­steck­do­se ent­fal­len. Idea­ler­wei­se ist der Mul­tischal­ter in der Nä­he der Sat-schüs­sel im Ge­bäu­d­e­in­ne­ren zu in­stal­lie­ren. Im Frei­en hat er nichts ver­lo­ren, da er nicht da­für aus­ge­legt ist, Feuch­tig­keit und Re­gen zu wi­der­ste­hen. Meist bie­tet sich der Dach­bo­den für die Mul­tischal­ter-mon­ta­ge an. Von hier ist zu je­dem zu ver­sor­gen­den Re­cei­ver ei­ne se­pa­ra­te Lei­tung zu ver­le­gen. Mul­tischal­ter-stern­ver­tei­lun­gen be­deu­ten zwar ei­nen ho­hen In­stal­la­ti­ons­auf­wand, der be­son­ders in Alt­bau­ten auf Schwie­rig­kei­ten tref­fen kann. Für die­se Va­ri­an­te spre­chen aber die größ­te mög­li­che Aus­wahl an Sa­tel­li­ten­pro­gram­men so­wie die gleich­zei­ti­ge Ver­tei­lung ter­res­tri­scher An­ten­nen­si­gna­le über die­sel­ben Ka­bel. Selbst­ver­ständ­lich lässt auch Mul­tischal­ter-stern­ver­tei­lung freie Re­cei­ver­wahl zu.

Ein­ka­bel-ver­tei­lung

Ein­ka­bel-ver­tei­lung steht als Über­be­griff für al­le Ver­teil­sys­te­me, bei de­nen an ei­nem Lei­tungs­strang meh­re­re Re­cei­ver an­ge­schlos­sen sind. Der Vor­teil liegt zu­nächst im mi­ni­ma­len In­stal­la­ti­ons­auf­wand, da kaum Ka­bel ver­legt wer­den müs­sen. Hat­te man zu­vor Ka­bel-tv, kann die Ein­ka­bel-sat-ver­tei­lung di­rekt an die vor­han­de­ne An­ten­nen-haus­in­stal­la­ti­on an­ge­schlos­sen wer­den. Es sind nur die An­ten­nen­steck­do­sen zu tau­schen. Ein­ka­bel-lö­sun­gen kön­nen nur ei­ne Gr­und­ver­sor­gung mit Tv-pro­gram­men be­reit­stel­len. Sie al­le sind mit Ein­schrän­kun­gen ver­bun­den. Sei es, was die Ge­rä­te­wahl, die Nut­zung der vor­han­de­nen An­ten­nen­ver­ka­be­lung oder der ver­füg­ba­ren Pro­gram­me be­trifft.

Ein­ka­bel-an­la­gen

Sie gibt es in zahl­lo­sen Aus­füh­run­gen mit stark von­ein­an­der ab­wei­chen­den tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten. Im Fo­kus der Ein­ka­bel-an­la­gen stand stets die mög­lichst

ein­fa­che und preis­wer­te In­stal­la­ti­on. Wei­ter woll­te man da­mit den Um­stieg von bis­he­ri­gen Ka­bel­haus­hal­ten auf den Sa­tel­li­ten er­leich­tern. Et­wa, in­dem die vor­han­de­ne An­ten­nen­ver­tei­lung, bei der al­le An­ten­nen­steck­do­sen in Se­rie hin­ter­ein­an­der ge­schal­tet sind, bei­be­hal­ten wer­den kann. Bei al­len Ein­ka­bel-va­ri­an­ten sind bei den Teil­neh­mern des­halb nur die An­ten­nen­steck­do­sen zu tau­schen.

Klas­si­sche Ein­ka­bel­an­la­ge

Zu­erst ei­ni­ge Grund­la­gen: Die Auf­ga­be ei­nes je­den LNBS ist es, die von ihm emp­fan­ge­nen Sa­tel­li­ten­si­gna­le in tie­fe­re Fre­quen­zen um­zu­wan­deln, da­mit die­se über üb­li­che Ka­bel­län­gen trans­por­tiert wer­den. Da­zu steht ihm der Fre­quenz­be­reich von 950 bis 2 150 MHZ zur Ver­fü­gung. Es ist auch je­ner Fre­quenz­be­reich, den die Sat-tu­ner un­se­rer Re­cei­ver oder Tv-ge­rä­te emp­fan­gen. Die­ses Spek­trum von et­wa 1 000 MHZ Band­brei­te ent­spricht ein Vier­tel des­sen, was üb­li­che Tv-sa­tel­li­ten wie As­tra aus­strah­len. Des­halb tei­len die LNBS das Ku-band in vier Teil­be­rei­che, näm­lich das un­te­re und obe­re KuBand mit je­weils ho­ri­zon­ta­ler und ver­ti­ka­ler Ebe­ne, auf. Je nach­dem, wel­cher Teil­be­reich vom Re­cei­ver an­ge­fragt wird, wird nur die­ser ei­ne über das An­ten­nen­ka­bel über­tra­gen. Nach die­sem Prin­zip funk­tio­nie­ren die bei­den Stern­ver­tei­lungs-va­ri­an­ten. Bei al­ten Ein­ka­bel-sys­te­men kann über die An­ten­nen­ver­tei­lung nur ein ein­zi­ger 1 000-Mhz-block über­tra­gen wer­den. Die­ser wird in ei­ner zen­tra­len Kopf­stel­le mit in­ter­es­san­ten Trans­pon­dern al­ler vier Ebe­nen ge­füllt. Wo­bei bei gro­ßen Kopf­stel­len bis zu 30 Trans­pon­der mög­lich sind. Zum Ver­gleich: Über As­tra 19,2 Grad Ost ar­bei­ten 120 Trans­pon­der. Da­von ent­hal­ten 53 deut­sche Pro­gram­me. Die­se Art von Ein­ka­bel­an­la­gen eig­net sich für be­lie­big vie­le Teil­neh­mer. Da sie ei­ne teu­re Kopf­stel­len­an­la­ge er­for­dert, kommt sie nur für Wohn­an­la­gen grö­ße­ren Aus­ma­ßes in­fra­ge. Die­se An­la­gen­va­ri­an­te gilt als ver­al­tet, da sie schwer bis nicht nach­zu­rüs­ten ist und nur ei­ne be­grenz­te An­zahl an Pro­gram­men be­reit­stel­len kann. Im­mer­hin er­lau­ben sol­che Ein­ka­bel­lö­sun­gen die freie Re­cei­ver­wahl. Bei neue­ren An­la­gen die­ser Ka­te­go­rie wer­den die Sa­tel­li­ten­si­gna­le in di­gi­ta­le Ka­bel­si­gna­le (DVB-C) um­ge- wan­delt. Wo­bei auch hier nur ei­ne Aus­wahl an Trans­pon­dern über­tra­gen wer­den kann. Sol­che An­la­gen sind wie klei­ne di­gi­ta­le Ka­bel­fern­seh­net­ze zu be­trach­ten und for­dern für den Emp­fang di­gi­ta­le Ka­bel-re­cei­ver.

Unica­ble

Das Ein­ka­bel-sat­ver­tei­lungs­ver­fah­ren Unica­ble ist in der Norm DIN EN50494 fest­ge­legt. An­ders zur klas­si­schen Ein­ka­bel­lö­sung wer­den bei dem Ver­fah­ren nicht mehr nur aus­ge­wähl­te Trans­pon­der im Zf-be­reich zwi­schen 950 und 2 150 MHZ über­tra­gen. Mo­der­ne Ein­ka­bel-ver­fah­ren ge­hen den um­ge­kehr­ten Weg. Sie er­lau­ben pro Lei­tungs­strang den An­schluss von bis zu acht Re­cei­vern. Je­dem wird ei­ne fes­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fre­quenz zu­ge­teilt, über die er mit dem Unica­ble-lnb oder –Mul­tischal­ter kom­mu­ni­ziert. Über die­sen Ka­nal teilt er mit, wel­chen Trans­pon­der er emp­fan­gen möch­te. Dar­auf wird nur die­ser ei­ne über ei­ne nur die­sem Re­cei­ver zu­ge­ord­ne­te Fre­quenz über das An­ten­nen­ka­bel zum Re­cei­ver über­tra­gen. Sind an ei­nem Unica­ble-strang acht Bo­xen an­ge­schlos­sen, wer­den so­mit im zur Ver­fü­gung ste­hen­den Fre­quenz­spek­trum auch nur acht Trans­pon­der über­tra­gen. Unica­ble er­laubt die Ver­brei­tung von bis zu zwei Sa­tel­li­ten­po­si­tio­nen. An­ders als bei der Sat­block-ver­tei­lung ist per Unica­ble das ge­sam­te Fre­quenz­spek­trum des an­ge­peil­ten Sa­tel­li­ten zu­gäng­lich. Wo­mit je­der Teil­neh­mer auch Zu­gang zu al­len über ihn aus­ge­strahl­ten Pro­gram­men hat. Wer­den neue auf­ge­schal­tet, ist kein Um­bau der An­la­ge er­for­der­lich. Ob­wohl die Funk­tio­na­li­tät von Unica­ble stan­dar­di­siert ist, hat man ver­säumt, die da­für ver­wen­de­ten Fre­quen­zen fest­zu­le­gen. Statt­des­sen kom­men meh­re­re von­ein­an­der ab­wei­chen­de Ras­ter zum Ein­satz, wie sol­che mit ei­nem Ka­nal­ab­stand von 102 oder 116 MHZ, so­wie wei­te­re mit va­ria­blen Ab­stän­den. Hier ver­fol­gen vie­le Fir­men ei­ge­ne Phi­lo­so­phi­en und nut­zen ger­ne auch von­ein­an­der ab­wei­chen­de Be­zeich­nun­gen für ein und die­sel­be Sa­che. Wei­ter liegt es im In­ter­es­se der Her­stel­ler, dass Kun­den nicht nur ih­re Unica­ble-lnbs oder –Mul­tischal­ter kau­fen, son­dern mög­lichst auch zu ih­ren Re­cei­vern grei­fen. Die Fol­ge: Längst nicht al­le Unica­ble un­ter­stüt­zen­den Bo­xen kön­nen auf al­le von ver­schie­de­nen Her-

stel­lern ver­wen­de­ten Fre­quen­zen und Adres­sie­run­gen ein­ge­stellt wer­den. Wo­mit längst nicht je­de Box an ei­ner Ein­ka­bel-an­la­ge funk­tio­niert. Da­mit kön­nen die Teil­neh­mer nur un­ter ei­nem ein­ge­schränk­ten Re­cei­ver-an­ge­bot wäh­len. Vor al­lem aber soll­ten sie bedenken, dass der blo­ße Hin­weis auf Unica­ble nicht au­to­ma­tisch be­deu­tet, dass ein Ge­rät an der hei­mi­schen Ein­ka­bel-an­la­ge auch wirk­lich funk­tio­niert.

JESS

JESS steht für Jul­tec En­han­ced St­acking Sys­tem und funk­tio­niert ähn­lich wie Unica­ble, auf das es tech­nisch auf­baut. Die Funk­tio­na­li­tät von JESS ist in der DIN EN50607 fest­ge­legt. Er er­laubt in ei­nem Lei­tungs­strang den Be­trieb von bis zu 32 Re­cei­vern und bie­tet sich so auch für grö­ße­re An­la­gen an. Wo­bei der ent­schei­den­de Vor­teil dar­in liegt, dass auf JESS ba­sie­ren­de Sat-an- la­gen auch in grö­ße­ren, bis­her mit Ka­bel-tv ver­sorg­ten Ge­bäu­den mü­he­los nach­ge­rüs­tet wer­den kann. Wei­ter ge­stat­tet JESS die Ver­tei­lung von bis zu 64 Or­bit­po­si­tio­nen. Da­mit über­trumpft es so­gar die Leis­tungs­fä­hig­keit gro­ßer Mul­tischal­ter-an­la­gen mit Stern­ver­tei­lung und dringt in Re­gio­nen vor, die bis­lang nur Ein­teil­neh­mer-an­la­gen vor­be­hal­ten wa­ren. Der Stan­dard ist ab­wärts­kom­pa­ti­bel. Wo­mit für JESS ge­eig­ne­te Re­cei­ver auch in äl­te­ren Unica­ble-an­la­gen lau­fen. Die Lis­te der Jess-un­ter­stüt­zen­den Ge­rä­te hält sich je­doch (noch) in Gren­zen. Dar­un­ter fin­den sich ge­ra­de ein­mal neun Re­cei­ver-her­stel­ler, die meist nur ein Jess-taug­li­ches Ge­rät im Pro­gramm ha­ben oder den Stan­dard über­haupt nur ein­ge­schränkt un­ter­stüt­zen. Et­wa, was die Zahl der mög­li­chen Sat-po­si­tio­nen be­trifft. Ein Licht­blick tut sich aber bei Li­nux-re­cei­vern auf. So­fern auf ih­nen die al­ter­na­ti­ve Be­di­en­oberfl äche Ope-

NATV ab der Ver­si­on 4.2 in­stal­liert wur­de, un­ter­stüt­zen sie auch JESS. Tv-ge­rä­te mit in­te­grier­tem Sat-tu­ner lie­gen zwar voll im Trend, un­ter­stüt­zen JESS aber noch kaum. Bis­lang sind erst zwei Pro­du­zen­ten be­kannt, die mit dem Stan­dard klar kom­men. In den Me­nüo­berfl ächen der Re­cei­ver sind die Pro­gram­mier­schrit­te für Unica­ble und JESS meist zu­sam­men­ge­fasst.

SAT-IP

SAT-IP ist ein noch neu­er Stan­dard für den Emp­fang und die Ver­tei­lung von Sa­tel­li­ten-tv. Da­bei wird voll­stän­dig auf das Ver­le­gen von An­ten­nen­ka­beln ver­zich­tet. Statt­des­sen wird das Heim­netz­werk ge­nutzt. Da­zu wird ein SAT-IP-LNB oder -Flach­an­ten­ne be­nö­tigt, die die Sa­tel­li­ten­si­gna­le in die Ip-welt um­ge­wan­delt. Al­ter­na­tiv kann ein her­kömm­li­cher Mehr­teil­neh­mer-lnb an ei­nem Sat-ip-kon­ver­ter an­ge­schlos­sen wer­den, der die­se Auf­ga­be über­nimmt. Der Sat-ip-si­gnal­ge­ber wird mit dem Netz­werk-rou­ter ver­bun­den, der für die Ver­tei­lung der Sa­tel­li­ten­pro­gram­me im Haus­halt sorgt. Je nach ver­wen­de­ten Sat-ip-kom­po­nen­ten kön­nen bis zu acht HD-PRO­gram­me gleich­zei­tig ge­schaut wer­den. Da­zu ist ein Sat-ip-re­cei­ver oder ein Tv-ge­rät, das die­sen Stan­dard un­ter­stützt, idea­ler­wei­se per Netz­werk­ka­bel (LAN) mit

dem Rou­ter zu ver­bin­den. Wei­ter steht SAT-TV auch auf mo­bi­len End­ge­rä­ten wie dem Smart­pho­ne, Ta­blet oder dem Note­book zur Ver­fü­gung. Sie wer­den an SAT-IP via WLAN an­ge­dockt und kön­nen die Pro­gram­me über ei­ne für An­dro­id- und ios-ge­rä­te ver­füg­ba­re App oder über den DVB -Play­er an­se­hen. Da­mit er­öff­net SAT-IP voll­kom­men neue Nut­zungs­mög­lich­kei­ten und er­laubt zum Bei­spiel Sa­tel­li­ten­fern­se­hen auch im Frei­en, oh­ne erst ir­gend­wel­che Ka­bel zu ver­le­gen. Für SAT-IP spre­chen vie­le Punk­te. Ein­mal er­spart man sich das Ver­le­gen her­kömm­li­cher An­ten­nen­ka­bel. Netz­werk­ka­bel ha­ben den Vor­teil, uni­ver­sel­ler nutz­bar und gleich­zei­tig dün­ner zu sein. Was ih­re Ver­le­gung be­son­ders in Alt­bau­ten er­heb­lich er­leich­tert. Ge­gen SAT-IP spre­chen die der­zeit noch ho­hen Kos­ten für das Emp­fang­s­equip­ment. Au­ßer­dem eig­net sich SAT-IP aus­schließ­lich für Sa­tel­li­ten­emp­fang. Die Si­gna­le der Dach­an­ten­ne, al­so für DVB-T2, DAB Plus und UKW ver­mag SAT-IP nicht zu trans­por­tie­ren. Da­zu braucht es ein­mal mehr das her­kömm­li­che An­ten­nen­ka­bel. Zu­letzt kann SAT-IP bis­lang nur ei­ne ein­zi­ge Sa­tel­li­ten­po­si­ti­on an­bie­ten. Wer mehr will, kommt um ei­ne an­de­re Art der Sat-ver­ka­be­lung nicht um­hin.

SAT-IP über Steck­do­se

Ein ähn­li­ches Kon­zept ver­folgt das Plc-kon­zept, das nur von ei­nem Her­stel­ler an­ge­bo­ten wird. Bei ihm wer­den die Sa­tel­li­ten­si­gna­le nicht über das Heim­netz­werk, son­dern über die Strom-haus­in­stal­la­ti­on ver­teilt. Da­mit wird je­de Steck­do­se in der Woh­nung zu ei­nem Sat-an­schluss. Mit die­sem Po­wer­li­ne-ver­fah­ren las­sen sich klei­ne Heim­an­la­gen für bis zu zwei Teil­neh­mer rea­li­sie­ren. Wo­bei kei­ner­lei Ka­bel­ver­le­gungs­ar­bei­ten von­nö­ten sind. Das auch als DLAN TV Sat be­kann­te Ver­fah­ren be­steht zu­nächst aus dem so­ge­nann­ten Twin Tu­ner. Er ist ei­ne Art Black Box, die in­door in Schüs­sel­nä­he zu mon­tie­ren ist. Ih­re bei­den Sat-buch­sen sind mit üb­li­chen An­ten­nen­ka­beln mit ei­nem her­kömm­li­chen TWIN-LNB zu ver­bin­den. Wei­ter ist das Ge­rät an der nächs­ten Steck­do­se an­zu­ste­cken. Der Twin-tu­ner wan­delt die Sa­tel­li­ten­si­gna­le in Ip-pro­to­kol­le um und speist sie in die Haus­in­stal­la­ti­on ein. An der Steck­do­se, in des­sen Nä­he man fernsehen möch­te, ist ein dlan-ad­ap­ter ein­zu­ste­cken, der an ei­ne Funk­steck­do­se er­in­nert. Er fil­tert die Sat-si­gna­le aus der Strom­lei­tung her­aus und gibt sie an ei­ner Netz­werk-buch­se ab. An ihr ist ein spe­zi­el­ler dlan-re­cei­ver an­zu­ste­cken, der die Steue­rung des Twin-re­cei­vers über­nimmt und im Hand­ling kei­nen Un­ter­schied zum her­kömm­li­chen SAT-TV er­ken­nen lässt. An ei­nen, et­wa in ei­nem an­de­ren Raum be­trie­be­nen dlan-ad­ap­ter kann ein Wlan-rou­ter an­ge­schlos­sen wer­den, der SAT-TV auch auf mo­bi­len End­ge­rä­ten zu­gäng­lich macht. Als ei­gen­stän­di­ges Sa­tel­li­ten­sys­tem bie­tet sich die­se Va­ri­an­te am ehes­ten für Sin­gle-haus­hal­te an.

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