Han­dy weg­ste­cken!

Wer am Steu­er tippt, ris­kiert ho­he Stra­fen. Wie­der­ho­lungs­tä­ter sind schnell ih­ren Füh­rer­schein los

Schwabmuenchner Allgemeine - - Geld & Leben -

Seit mehr als ei­nem Vier­tel­jahr sind die här­te­ren Stra­fen für die Nut­zung des Han­dys am Steu­er in Kraft. Es gibt mehr Punk­te und hö­he­re Buß­gel­der für die Tip­pe­rei auf dem Dis­play, die ei­ne enor­me Un­fall­ge­fahr birgt. Aber wie se­hen die Re­ge­lun­gen ge­nau aus? Und wann wird es rich­tig teu­er?

Seit ver­gan­ge­nem Herbst wer­den 100 Eu­ro Buß­geld für die­je­ni­gen fäl­lig, die mit lau­fen­dem Mo­tor nicht die Fin­ger vom Han­dy las­sen – wei­ter­hin ver­bun­den mit ei­nem Punkt in der Flens­bur­ger Ver­kehrs­sün­der­da­tei. Im schlimms­ten Fall dro­hen bis zu 200 Eu­ro Buß­geld plus zwei Punk­te so­wie ein Mo­nat Fahr­ver­bot. Auch für Rad­ler gilt: Mit Han­dy in der Hand kos­tet es 55 Eu­ro, wenn gleich­zei­tig in die Pe­da­le ge­tre­ten wird.

Un­ge­straft bleibt das Tip­pen, wenn das Fahr­zeug steht und der Mo­tor aus ist – auch bei Still­stand im Stau. Das gilt aber nicht, wenn sich der Mo­tor an ei­ner Am­pel nur kurz selbst ab- und an­schal­tet.

Län­ger auf ei­nen klei­nen Mo­ni­tor schau­en dür­fen Fah­rer dann, wenn sie, mit des­sen Hil­fe im Schritt­tem­po ein­par­ken. Ex­tra ver­merkt ist, dass Fah­rer von Li­ni­en­bus­sen auch mit lau­fen­dem Mo­tor auf Bord­com­pu­ter bli­cken dür­fen, um an Hal­te­stel­len Ti­ckets zu ver­kau­fen. Vi­de­o­bril­len am Steu­er sind ta­bu.

Dass es bei wie­der­hol­ten Ver­ge­hen nicht nur bei Geld­bu­ßen und Straf­punk­ten bleibt, zeigt auch ein Fall aus Hamm, der (na­tür­lich) noch vor der Sank­tio­nen-Ver­schär­fung ver­han­delt wor­den ist: Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hat ent­schie­den, dass auch ein­fa­che Ver­kehrs­ver­stö­ße ein Fahr­ver­bot (hier: ein Mo­nat) nach sich zie­hen kön­nen, wenn sich aus der An­zahl die­ser (wenn auch schlich­ten) Ver­ge­hen ei­ne feh­len­de Ein­sicht des Ver­kehrs­teil­neh­mers er­gibt.

Das kön­ne be­reits bei fünf leich­ten Ver­stö­ßen in drei Jah­ren an­ge­nom­men wer­den. In dem ver­han­del­ten Fall wur­de ein 29-Jäh­ri­ger in we­ni­ger als drei Jah­ren drei­mal mit dem Han­dy am Steu­er er­wischt und zwei­mal (mit je­weils knapp über 20 St­un­den­ki­lo­me­tern) ge­blitzt. Da­mit lie­ge ei­ne „be­harr­li­che Pflicht­ver­let­zung“vor. Der Mann ha­be durch wie­der­hol­te Ver­let­zung von Rechts­vor­schrif­ten er­ken­nen las­sen, dass es ihm „hin­sicht­lich sei­ner Teil­nah­me am Stra­ßen­ver­kehr an der er­for­der­li­chen Rechtstreue und Ein­sicht fehlt“. (Az.: 1 RBs 138/15)

Fo­to: B. Weiz­enegger

Es ist ver­bo­ten, bei lau­fen­dem Mo­tor Nach­rich­ten zu tip­pen.

Ma­ik Heit­mann

ist un­ser Experte rund ums Recht. Der Fach­jour­na­list be­fasst sich seit fast 20 Jah­ren mit Ver­brau­cher­fra­gen.

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