Lan­ge Li­ni­en statt Hin und Her

Schwaebische Zeitung (Bad Saulgau) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Sa­bi­ne Lenn­artz

Nein, bil­li­ger wird es be­stimmt nicht. Je­der, der die Ent­wick­lung der Ge­sund­heits­aus­ga­ben an­ge­sichts der Al­te­rung der Ge­sell­schaft sieht, weiß, dass es in den nächs­ten Jah­ren nicht um Ent­las­tun­gen ge­hen wird, son­dern um Be­las­tun­gen. Auch wenn auf­grund der er­freu­li­chen Wirt­schafts­la­ge zur Zeit die Kas­sen voll sind – es wä­re kurz­sich­tig, die­ses Geld aus­zu­zah­len, wie der neue Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn es for­dert. Denn nach­her wür­de es oh­ne­hin wie­der durch hö­he­re Zu­satz­bei­trä­ge zu­rück­ver­langt.

Kran­ken­ver­si­che­run­gen und auch Ren­ten­kas­sen brau­chen vor al­lem ei­nes: Ver­trau­en und lan­ge Li­ni­en. Des­halb ist es gut, dass die Gro­ße Ko­ali­ti­on die über Jahr­zehn­te be­währ­te Pa­ri­tät wie­der her­stel­len will. Es wä­re auch rich­tig, wenn sie den Sün­den­fall von 2004, als die Schrö­der-Re­gie­rung in der Not klam­mer Kas­sen plötz­lich Di­rekt­ver­si­che­run­gen nach­träg­lich mit Kran­ken- und Pfle­ge­bei­trä­gen be­las­te­te, wie­der zu­rück­näh­me.

Sechs Mil­lio­nen Be­trof­fe­ne war­ten hier auf ein Ent­ge­gen­kom­men der Re­gie­rung. Es wä­re gut, von den Ver­si­cher­ten we­nigs­tens nicht nach­träg­lich auch noch den Ar­beit­ge­ber­bei­trag zu ver­lan­gen. Denn auch dies er­schüt­tert das Ver­trau­en der Men­schen in ih­re Zu­kunfts­vor­sor­ge.

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