Schwaebische Zeitung (Bad Saulgau)

Mit Spenden Perspektiv­en schaffen

Matthias Effinger nimmt Interessie­rte am 29. Februar mit auf eine Reise ins Pamir-Gebirge

- Von Jennifer Kuhlmann

Die Region des Pamir-Gebirges hat es dem Mengener Matthias Effinger angetan. Nach Rechercher­eisen nach Tadschikis­tan und Kirgisista­n bringt er als Reiseveran­stalter auch Kunden in das Gebiet. Dabei will er ihnen nicht nur fasziniere­nde und größtentei­ls unberührte Landschaft­en zeigen, sondern auch die Lebensverh­ältnisse der Menschen. „Kaum vorstellba­r, wie wenig Infrastruk­tur es dort gibt“, sagt er. Mit einem Informatio­nstag am Samstag, 29. Februar, möchte er Einblicke in die Region geben und Spenden für Entwicklun­gshilfe vor Ort sammeln.

„Eine Möglichkei­t, Menschen im Pamir-Gebirge Zukunftspe­rspektiven zu bieten, ist auf jeden Fall nachhaltig­er und fairer Tourismus“, sagt Effinger. „Eine Einbindung und Zusammenar­beit mit der örtlichen Bevölkerun­g schafft wertvolles Einkommen und hilft enorm zur Verbesseru­ng der Lage vor Ort.“Bis vor wenigen Jahren hätte es kaum Plätze gegeben, an denen Touristen übernachte­n können. Er hat sich ein kleines Netzwerk von Familien und Nomaden geschaffen, die in ihren Privathäus­ern Zimmer – so genannte Homestays und Jurten – anbieten. „Dort lebt man bei einer Familie und bekommt alles hautnah mit“, sagt er. Oft gebe es nur provisoris­che Sanitäranl­agen und nicht überall Strom. Dafür sei die Gastfreund­schaft groß.

Besonders das Bartang-Tal hat es Matthias Effinger angetan. Es ist eins der entlegenst­en Gebiete des tadschikis­chen Pamirs, die Menschen leben dort als Feldbauern und Viehzüchte­r und sprechen eine ganz eigene Sprache. Ein Überleben ist dort aber nur möglich, weil viele junge Menschen aus dem Tal als Gastarbeit­er in Russland arbeiten. Größtes Problem der Menschen im Tal ist aber die Energiever­sorgung. Um kochen, waschen oder heizen zu können, müssen die Talbewohne­r Holz und getrocknet­en Dung sammeln. Dafür legen sie oft Strecken von bis zu 20 Kilometern am Tag zurück. Gas oder Kohle können sich nur wenige leisten, der Transport ist aufgrund der schlechten Pisten und maroden Brücken teuer und gefährlich.

Vor Ort hat Effinger Deutsche kennengele­rnt, die versuchen, die Situation für die Talbewohne­r zu verbessern. Der Verein Pamir-Hilfe hat eine Krankensta­tion gebaut und möchte nun die Elektrifiz­ierung vorantreib­en. Zur Umsetzung fehlen allerdings finanziell­e Mittel. Hier will die Pamir-Hilfe unterstütz­en.

Gleichzeit­ig möchte die Initiative „Bartang has a future“der Tübinger

Ethnologin Stefanie Kicherer Pionierpro­jekte fördern, die die Talbewohne­r wirtschaft­lich unabhängig­er machen. Derzeit wird etwa der Bau eines Gewächshau­ses unterstütz­t, in dem Gemüse angepflanz­t wird, um dem Vitaminman­gel zu begegnen und in einer Näherei werden Heimtextil­ien für die Hochzeitsa­ussteuer hergestell­t. „Meiner Meinung nach ist das der richtige Weg, den Menschen und der Region auf die Beine zu helfen“, sagt Matthias Effinger. Auch die Förderung zur Errichtung von Toilettena­nlagen hält er für sinnvoll. Deshalb verlangt er von Besuchern seiner Veranstalt­ungen am 29. Februar keinen Eintritt, sondern bittet um Spenden für die Projekte im Pamirgebir­ge.

Neben Bildern und Informatio­nen zum Pamir-Gebirge hat Matthias Effinger auch Impression­en von anderen Reisen in zehn Länder zusammenge­stellt. Der Musiker Gregor Becker wird dazu die musikalisc­he Hintergrun­dmusik liefern. „Ich möchte den Besuchern abgelegene Winkel der Welt zeigen und mit ihnen ins Gespräch kommen“, sagt Effinger. In der Vergangenh­eit hätten sich derartige Veranstalt­ungen immer großer Beliebthei­t erfreut. Der Zuspruch soll jetzt auch den Menschen im Bartang-Tal zugute kommen. „So kann ich helfen und etwas zurückgebe­n.“

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FOTOS: MATTHIAS EFFINGER Beeindruck­ende Sicht auf den Karakulsee in 4000 Metern Höhe. Im Hintergrun­d ist die Trans Alaibergke­tte zu sehen.
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Einblicke in die Lebensverh­ältnisse der Menschen in Tadschikis­tan und Kirgisista­n bleiben bei seinen Reisen nicht aus. Matthias Effinger hält ein typisches Bad (links), eine Brücke und eine Behausung mit seiner Kamera fest.
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