Schwaebische Zeitung (Ehingen)

Auf der Suche nach Torgefahr

VfB Stuttgart wartet seit fast 400 Minuten auf einen Treffer

- Von Martin Deck

STUTTGART - Natürlich saß auch Pellegrino Matarazzo am Mittwochab­end vor dem Fernseher. Das, was er dort sah, hat ihn zwar nicht überrascht – aber stark beeindruck­t: „Das war außergewöh­nlich gut“, sagt der Trainer des VfB Stuttgart, der mit seiner Mannschaft bereits in der zweiten Runde im DFB-Pokal gescheiter­t war, über den imposanten Auftritt des SC Freiburg beim Achtelfina­lerfolg über die TSG Hoffenheim. Überhaupt hat der US-Amerikaner nur lobende Worte für den Konkurrent­en aus dem Südwesten: „Die Freiburger haben eine komplette Mannschaft. Sie verfügen über viele Möglichkei­ten, ein Tor zu erzielen und haben eine extrem gute Defensivle­istung“, sagt Matarazzo und verrät: „Das Feedback meiner Spieler, nachdem wir gegen Freiburg gespielt haben, ist immer: Das war hässlich.“

Ein Urteil, das nicht gerade Mut macht für das Baden-Württember­gDuell am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Freiburg. Während die Badener als Tabellense­chster und Pokalviert­elfinalist im Höhenflug sind, stecken die Schwaben als 17. tief im Abstiegska­mpf. Keine einfache Situation für den Trainer und seine junge Mannschaft. Es sei nicht unbedingt die schwierigs­te Zeit in den zwei Jahren, die er beim VfB Stuttgart in Verantwort­ung steht, sagt Matarazzo, aber „eine sehr herausford­ernde Phase“.

Dennoch glaubt der 44-Jährige auch beim favorisier­ten Sport-Club an die eigene Chance – allerdings muss der VfB dafür deutlich seine Torgefahr erhöhen. Seit fast 400 Minuten sind die Stuttgarte­r inzwischen ohne Torerfolg. Immerhin habe er das Offensivsp­iel

beim 0:2 gegen RB Leipzig schon deutlich verbessert gesehen, sagt der Trainer: „Wenn wir wieder so viele Chancen haben, werden wir auch irgendwann Tore schießen.“

Allerdings muss er weiter mit personelle­n Problemen im Angriff klarkommen. Silas Katompa Mvumpa ist nach seiner Corona-Infektion zwar zurück im Training, doch reiche es beim Kongolesen maximal für einen Kurzeinsat­z von zehn bis 15 Minuten. Auch Wahid Faghir ist noch nicht wieder ganz fit. Und so ruhen die Hoffnungen einmal mehr auf Sasa Kalajdzic. Doch auch der Österreich­er ist nach seiner monatelang­en Verletzung­spause noch nicht wieder in der Form, in der er den VfB in der Vorsaison mit 16 Treffern auf Rang neun geführt hat.

Müssen die Schwaben also noch auf dem Wintertran­sfermarkt aktiv werden, um den dritten Abstieg in sieben Jahren zu verhindern? Ein mögliches Ziel könnten sie sich am Samstag in Freiburg selbst anschauen. Nils Petersen ist mit seiner Jokerrolle beim SC unzufriede­n und verfügt über die beim VfB vermisste Torgefahr und Führungsqu­alität. „Wir wissen welche Rolle er in der Bundesliga gespielt hat“, sagt Matarazzo, wiegelt aber ab: „Es gab noch keinen Kontakt.“

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FOTO: IMAGO IMAGES Seit seiner Rückkehr noch ohne Tor: Sasa Kalajdzic.

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