Bür­ger­meis­ter per App

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Wie wird man Bür­ger­meis­ter? Da spon­ta­ne In­thro­ni­sie­run­gen durch das Volk eher sel­ten ge­wor­den sind, soll­ten In­ter­es­sen­ten ei­ne Ur­nen­wahl in Er­wä­gung zie­hen. Ein­mal im Rat­haus stellt sich ei­ne nicht min­der kniff­li­ge Fra­ge: Wie funk­tio­niert Bür­ger­meis­ter über­haupt? Falsch ist die An­nah­me, aus­ge­dehn­te Mo­no­po­ly-Aben­de wür­den das nö­ti­ge Rüst­zeug ver­mit­teln, auf die­se Wei­se las­sen sich al­len­falls Grund­kennt­nis­se für die Käm­me­rei er­ler­nen. Der spie­le­ri­sche An­satz muss aber nicht falsch sein, vor al­lem wenn Sie in ei­ner Ge­mein­de le­ben, die be­reits über In­ter­net ver­fügt: Neu­er­dings kön­nen näm­lich in den Nie­der­lan­den Bür­ger­meis­ter die Tü­cken des Be­rufs­stan­des mit dem Smart­pho­ne ler­nen, wo­bei die „Bur­ge­mee­stersApp“Ant­wor­ten gibt auf Fra­gen wie: Wie han­delt man in ei­ner Kri­se? Oder was muss ich tun, wenn ein Bu­ckel­wal am Strand an­ge­spült wird? Im Zwei­fel ist üb­ri­gens im­mer Ant­wort C rich­tig: Die Op­po­si­ti­on ist schuld.

Si­cher wird es nicht lan­ge dau­ern, bis in den USA ei­ne „Trum­pApp“raus­kommt. Ein nied­rig­schwel­li­ges An­ge­bot für Im­mo­bi­li­en­mak­ler, die Prä­si­dent und/oder Frie­dens­no­bel­preis­trä­ger wer­den wol­len. Die App dürf­te auch für an­de­re Be­rufs­grup­pen in­ter­es­sant sein, da die Be­nut­zung denk­bar ein­fach wird und eben­falls auf al­le Fra­gen ei­ne ein­zi­ge Ant­wort passt: Ich.Ich.Ich. Be­reits im Han­del soll die „So­ziSie­gerApp“sein, ei­ne exo­ti­sche Ent­wick­lung, die es bis­her nur auf Por­tu­gie­sisch gibt. Bis zur Markt­ein­füh­rung hier­zu­lan­de hal­ten sich So­zi­al­de­mo­kra­ten wei­ter an ein Brett­spiel: „Mensch är­ge­re dich nicht“.

FO­TO: DPA

„Mensch är­ge­re dich nicht“– bes­ser als je­de App.

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