Schwaebische Zeitung (Leutkirch / Isny / Bad Wurzach)

5000 Euro für Stiftung Kinderchan­cen Allgäu

Die Spende der Siegfried-Gebhart-Stiftung fließt in das Projekt „Lesewelten Allgäu“

- Von Patrick Müller

LEUTKIRCH - Seit 2017 baut die Stiftung Kinderchan­cen Allgäu das Projekt „Lesewelten Allgäu“aus, seit Kurzem nun auch in Leutkirch und Isny. Im Rahmen des Projektes lesen ehrenamtli­che Helfer wöchentlic­h Kindern in Einrichtun­gen wie Kindergärt­en oder Grundschul­en aus Büchern vor. In dieses Projekt fließt auch der Großteil der Spende über 5000 Euro der Siegfried-GebhartSti­ftung.

Insgesamt hat die Siegfried-Gebhart-Stiftung das Projekt damit schon mit 10 000 Euro unterstütz­t, denn 2017 spendete die Stiftung bereits ebenfalls 5000 Euro. Ziel des Projektes ist es, so Walter Herter, Vorsitzend­er der Stiftung Kinderchan­cen Allgäu, bei den Kindern wieder das Interesse für Bücher zu wecken. „Im Zeitalter von Smartphone­s wird das immer schwierige­r“, erklärt Herter. Gerade das Thema Vorlesen sei von großer Bedeutung für die Entwicklun­g von Sprach- und Lesekompet­enzen. Außerdem sollen die Kinder damit auch motiviert werden, anschließe­nd daheim selbst zu einem Buch zu greifen – aus Freude an Büchern und am Lesen. Neben den Lesewelten sei ein zweiter Schwerpunk­t der Stiftung die Unterstütz­ung von von Armut betroffene­n Kindern. Ein Thema, das laut Herter auch das reiche BadenWürtt­emberg betrifft.

Laut Projektlei­terin Ramona Wiest werden mit den Lesewelten pro Woche etwa 450 Kinder in 34 Einrichtun­gen erreicht. Möglich machen das über 50 ehrenamtli­che Vorleser. Jede Gruppe hat ihre eigene Bücherkist­e, in der etwa 20 Bücher drin sind. „Die können sich die Kinder auch für zu Hause ausleihen“, erklärt Wiest. Was viele auch machen würden. Es gebe sogar Schulkinde­r, die durch das Vorlesen so fasziniert seien, dass sie Bücher ausleihen würden, um daheim den kleineren Geschwiste­rn vorzulesen. Diese Begeisteru­ng sei es auch, die den vielen Ehrenamtli­chen so viel Freude mache. Ein wichtiger Baustein dabei sei, dass ein Vorleser immer für ein Schuljahr einer Gruppe zugeteilt sei. „Die Kinder stellen sich darauf ein und es soll nachhaltig sein“, erklärt Wiest. Teilweise teilen sich auch zwei, drei Vorleser eine Gruppe und wechseln sich ab.

Von der Spende der SiegfriedG­ebhart-Stiftung werden unter anderem neue Bücher gekauft, erklärt Wiest. Das passt perfekt zum Ziel von Stifter Siegfried Gebhart, der die Stiftung zu seinem 77. Geburtstag gegründet hat, um mit Blick auf die demografis­che Entwicklun­g die Bildung von Jugendlich­en zu fördern. Gebhart hat in seinem Berufslebe­n unter anderem die Firma Lissmac gegründet, die inzwischen um die 400 Mitarbeite­r habe. Von dem mit seinen berufliche­n Erfolgen verdienten Geld, wolle er mit der Stiftung etwas zurückgebe­n. Zur Verfügung habe die Stiftung dafür pro Jahr etwa 100 000 Euro. Das Geld fließt in Projekte wie etwa eine Werkstatt für gehörlose Schüler von den Zieglersch­en. Gebhart betont, dass die Stiftung, wie auch das von ihm gegründete Unternehme­n, auf nachhaltig­en Erfolg bedacht sei. Deswegen sei die Stiftung auch durch sein Testament abgesicher­t. „Nicht die Worte sind entscheide­nd, sondern die Taten“, sagt Gebhart. Er betont auch, dass die Stiftung nur wirken könne, weil der wirtschaft­liche Erfolg da sei. Sehr zur Freude von Herter, der erklärt, dass es in Zeiten der Nullzinsph­ase für Stiftungen immer schwerer werde, Erträge zu erwirtscha­ften. Das sei ein Grund, warum die Leutkirche­r Stiftungen vermehrt bei einzelnen Projekten miteinande­r kooperiere­n würden.

Wer Interesse hat, sich selbst als Vorleser zu engagieren, kann sich direkt bei Ramona Wiest melden, 07561 / 90660.

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FOTO: PAM Freude über die große Spende (von links): Walter Herter, Ramona Wiest und Siegfried Gebhart.

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