Wirt­schafts­mi­nis­te­rin ge­gen Bür­ger­geld

Ni­co­le Hoff­meis­ter-Kraut (CDU) weist SPD-Vor­schlag scharf zu­rück

Schwaebische Zeitung (Ravensburg / Weingarten) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Ka­ra Ball­arin

STUTT­GART - Ba­den-Würt­tem­bergs Ar­beits- und Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Ni­co­le Hoff­meis­ter-Kraut (CDU) lehnt die von der SPD ge­for­der­ten Än­de­run­gen beim Ar­beits­lo­sen­geld strikt ab. Sie be­fürch­te da­durch ne­ga­ti­ve Fol­gen für die Süd­west-Wirt­schaft, wie sie der „Schwä­bi­schen Zei­tung“sag­te. „Es wä­re ein Irr­weg, mit ei­ner län­ge­ren Be­zugs­dau­er des Ar­beits­lo­sen­gelds un­term Strich die Früh­ver­ren­tung zu för­dern“, sag­te sie am Mon­tag in Stutt­gart.

Der SPD-Bun­des­vor­stand hat­te am Sonn­tag Än­de­run­gen bei So­zi­al­leis­tun­gen be­schlos­sen. Ein Aspekt des Kon­zepts: Wer lan­ge ge­ar­bei­tet hat, soll künf­tig auch län­ger Ar­beits­lo­sen­geld be­kom­men. Das dar­an an­schlie­ßen­de Hartz IV soll durch ein so­ge­nann­tes Bür­ger­geld er­setzt wer­den. Zwei Jah­re lang soll die­ses ge­zahlt wer­den, oh­ne dass Sank­tio­nen dro­hen.

Hoff­meis­terKraut weist die­sen Vor­stoß zu­rück. Sie be­tont, dass der Grund­satz des For­derns und För­derns von Ar­beits­lo­sen wei­ter rich­tig sei. „Nie­mand kommt da­durch in Ar­beit, dass wir die be­währ­ten Grund­si­cher­heits­leis­tun­gen in ein Bür­ger­geld um­be­nen­nen“, sagt sie. „Wir müs­sen die Men­schen best­mög­lich da­bei un­ter­stüt­zen, durch Er­werbs­tä­tig­keit ih­ren Le­bens­un­ter­halt ei­gen­stän­dig zu fi­nan­zie­ren und am ge­sell­schaft­li­chen Le­ben teil­ha­ben zu kön­nen.“Dies sei im be­ste­hen­den Si­che­rungs­sys­tem mög­lich.

Ei­ne kla­re Ab­sa­ge er­teilt die Mi­nis­te­rin dem SPD-Ziel, den Min­dest­lohn „völ­lig will­kür­lich“auf zwölf Eu­ro an­zu­he­ben. „Es ist nicht die Auf­ga­be der Po­li­tik, aus dem luft­lee­ren Raum Min­dest­löh­ne fest­zu­set­zen.“Hoff­meis­ter-Kraut spricht von ei­nem mas­si­ven Ein­griff in die Ta­rif­au­to­no­mie. Die­se gibt den Ge­werk­schaf­ten und den Ar­beit­ge­ber­ver­bän­den das Recht, Ar­beits­be­din­gun­gen ge­mein­sam fest­zu­le­gen.

FO­TO: RASEMANN

Ni­co­le Hoff­meis­ter-Kraut

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.