Zei­t­rei­se in das när­ri­sche Alt­dorf

Erst­mals gibt es in Wein­gar­ten ei­ne Stadt­füh­rung zur Fas­net

Schwaebische Zeitung (Ravensburg / Weingarten) - - WEINGARTEN - Von Kat­ha­ri­na Kop­pen­hö­fer

WEIN­GAR­TEN - Die Plätz­ler­zunft Alt­dorf-Wein­gar­ten und der För­der­ver­ein Fas­nets­mu­se­um la­den in die­sem Jahr zur ers­ten Stadt­füh­rung durch das när­ri­sche Wein­gar­ten ein. Von der Hei­mat der Röss­le­rei­ter, dem le­gen­dä­ren Kreuz­wirt Häns­ler, über die Mas­ken­gar­de­ro­ben bis zum Plätz­ler­brun­nen: Über zehn Sta­tio­nen wer­den beim Streif­zug durch die när­ri­sche Ge­schich­te be­sucht. Die Stadt­füh­rung be­ginnt am Don­ners­tag, 21. Fe­bru­ar, um 17 Uhr und dau­ert un­ge­fähr ein­ein­halb Stun­den. Treff­punkt ist vor dem Stadt­mu­se­um am Schlöss­le in der Scher­z­ach­stra­ße 1.

Hin­ter­grün­de über das när­ri­sche Trei­ben

Andre­as Reut­ter, Ar­chi­var der Plätz­ler­zunft, wird in die Rol­le des Röss­le­rei­ters Ma­thi­as Sterk schlüp­fen. Schon um das Jahr 1825 zog der Zim­mer­mann Sterk als Röss­le­rei­ter durch Wein­gar­ten, um mit Sprü­chen die Fas­net zu ver­kün­den. D’Rapp, wie das Röss­le in Wein­gar­ten ge­nannt wird, dien­te da­zu, Geld oder Es­sen für die ar­men Be­woh­ner der Stadt zu sam­meln.

Spä­ter führ­te Sterks Nach­bar die Tra­di­ti­on des Röss­le­rei­ters fort. Bei der Füh­rung er­fah­ren die Be­su­cher viel über die So­zi­al­ge­schich­te Wein­gar­tens und die Fa­mi­li­en, die für die Fas­net ein wich­ti­ge Rol­le spiel­ten.

An den Ori­gi­nal­schau­plät­zen wird Reut­ter span­nen­de Ge­schich­ten und Hin­ter­grün­de über das när­ri­sche Trei­ben in Wein­gar­ten er­zäh­len und die Fas­net in all ih­ren Fa­cet­ten vor­stel­len. „Bei ei­ner Füh­rung durch Wein­gar­ten kön­nen wir die Fas­net in der Stadt er­leb­bar ma­chen. An den Ori­gi­nal­schau­plät­zen kön­nen die Zu­sam­men­hän­ge viel bes­ser dar­ge­stellt wer­den“, er­klärt Reut­ter.

Fas­net als zen­tra­les Ele­ment für Wein­gar­ten

Die Idee für die när­ri­sche Stadt­füh­rung ha­be er schon lan­ge ge­habt, er­zählt Reut­ter. „Bei dem Rund­gang durch die Stadt geht es zum ei­nen um Or­te, die für un­se­re Fas­net wich­tig sind oder wa­ren, an­de­rer­seits soll auch dem Le­ben ein­zel­ner Per­so­nen nach­ge­gan­gen wer­den, die für die Ent­wick­lung un­se­rer Fas­net prä­gend wa­ren“, er­klärt Reut­ter. Die Be­su­cher er­fah­ren aber nicht nur, wie die Wein­gärt­ler Nar­ren­fi­gu­ren ent­wi­ckelt wur­den, son­dern auch, wo­her die ver­schie­de­nen Nar­ren­sprü­che stam­men.

Da es die Stadt­füh­rung zum ers­ten Mal gibt, hat die Plätz­ler­zunft das An­ge­bot in Ei­gen­re­gie or­ga­ni­siert. Ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit dem Stadt­mar­ke­ting im nächs­ten Jahr sei aber nicht aus­ge­schlos­sen, so Reut­ter. „Die Stadt Wein­gar­ten bie­tet vie­le The­men­füh­run­gen an. Da die Fas­net ein zen­tra­les Ele­ment für Wein­gar­ten ist, er­gänzt die när­ri­sche Stadt­füh­rung die­ses An­ge­bot“, sagt er. In­ter­es­sier­te kön­nen sich per E-Mail un­ter mu­se­[email protected]­ler­zunft.de zur när­ri­schen Stadt­füh­rung an­mel­den. Ma­xi­mal 30 Per­so­nen kön­nen teil­neh­men.

Al­le Ge­schich­ten, Bil­der und Vi­de­os rund um die Wein­gar­te­ner Fas­net gibt es auch on­li­ne un­ter: www.schwa­ebi­sche.de/fas­net-wgt

FO­TO: PLÄTZ­LER­ZUNFT ALT­DORF-WEIN­GAR­TEN E.V.

Ein Blick auf den Fas­net­s­um­zug im Jahr 1928: An ver­schie­de­nen Sta­tio­nen er­fah­ren die Be­su­cher mehr dar­über, wie sich die Wein­gärt­ler Nar­ren­fi­gu­ren ent­wi­ckelt ha­ben.

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