Um­welt­mi­nis­te­ri­um sieht kei­nen An­lass für ein Ein­schrei­ten

Schwaebische Zeitung (Ravensburg / Weingarten) - - OBERSCHWABEN & ALLGÄU -

Ver­wal­ter des lan­des­ei­ge­nen Rohr­sees ist das Ver­mö­gens- und Bau­amt in Ra­vens­burg. Als Fi­sche­rei­und hö­he­re Na­tur­schutz­be­hör­de ist das Re­gie­rungs­prä­si­di­um Tübingen zu­stän­dig. Obers­ter Di­enst­herr ist das Um­welt­mi­nis­te­ri­um in Stutt­gart.

Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um sieht beim Rohr­see zwar durch­aus Hand­lungs­be­darf in Sa­chen Vo­gel­schutz, er­ga­ben Re­cher­chen der SZ im Ok­to­ber 2018. Gleich­zei­tig hält es ei­ne Kün­di­gung des Pacht­ver­trags aus recht­li­chen Grün­den für schwie­rig. Ein hieb- und stich­fes­ter Nach­weis, dass der Päch­ter tat­säch­lich ge­gen Na­tur­schutz- oder Fi­sche­rei­vor­ga­ben ver­sto­ße, sei ge­gen­wär­tig nicht ge­ge­ben. So sah das Um­welt­mi­nis­te­ri­um da­mals kei­nen An­lass für ein Ein­schrei­ten „im We­ge der Di­enst- oder Fach­auf­sicht“.

Beim Ver­mö­gens- und Bau­amt hieß es wie­der­um, man brau­che vom Re­gie­rungs­prä­si­di­um „ei­ne stich­hal­ti­ge Be­grün­dung, um den Pacht­ver­trag zu kün­di­gen“. Die­se sei bis­her nicht ge­lie­fert wor­den. Päch­ter des Rohr­sees ist seit 1978 An­ton Jung. Da­mals ha­be es fast kei­ne Vö­gel auf dem Ge­wäs­ser ge­ge­ben, sag­te er im Ok­to­ber der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Erst nach­dem es ge­lun­gen war, die gro­ßen Hech­te her­aus­zu­fi­schen, um Ge­le­ge und Kü­ken zu schüt­zen, hat sich nach sei­nen Wor­ten die Vo­gel­welt wie­der re­ge­ne­riert. Im See wür­den kei­ne Fi­sche ein­ge­setzt und der Be­stand an Raub­fi­schen wür­de durch ein re­gel­mä­ßi­ges Ab­fi­schen mög­lichst nied­rig ge­hal­ten. Da­für sei­en na­tür­lich Ak­ti­vi­tä­ten auf dem Was­ser nö­tig – auch wenn sich Vo­gel­schüt­zer da­durch ge­stört füh­len wür­den. (sz)

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