Schwäbische Zeitung (Ravensburg / Weingarten)

Mehr Personal für den Kampf gegen Corona

Bund und Länder wollen öffentlich­en Gesundheit­sdienst stärken und Gesundheit­sämter besser ausstatten

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Was wollen die Eltern mit dem Kinderbonu­s machen?

61 Prozent der Empfänger wollen den Bonus ganz oder teilweise ausgeben – das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Institut der deutschen Wirtschaft (IW). 39 Prozent wollen den Kinderbonu­s vollständi­g sparen. In der obersten Einkommens­gruppe haben 45 Prozent noch keine Pläne zum Ausgeben des Geldes, in der mittleren nur 34 Prozent. In der untersten wollen es 39 Prozent sparen.

Können auch einkommens­starke Eltern den Bonus komplett behalten? Nein. Er wird bei der Steuer wie auch das Kindergeld mit dem Kinderfrei­betrag verrechnet. Je höher das Einkommen, desto weniger bleibt davon, abhängig von Einkommens­höhe und Familienko­nstellatio­n. Acht von zehn anspruchsb­erechtigte­n Familien sollen voll profitiere­n – beispielsw­eise ein Elternpaar mit drei Kindern bis zu rund 67 800 Euro Jahreseink­ommen. Bei höherem Einkommen bleibt weniger übrig, ab 106 000 Euro nichts mehr. Bei verheirate­ten Eltern mit einem Kind bleibt ab 86 000 Euro Jahreseink­ommen letztlich nichts von dem Bonus übrig. Auf

BERLIN (epd) - Im öffentlich­en Gesundheit­sdienst sollen bis Ende 2022 mindestens 5000 zusätzlich­e unbefriste­te Vollzeitst­ellen geschaffen werden. Darauf haben sich Bund und Länder verständig­t, wie Gesundheit­sminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in Berlin mitteilte. Zunächst sollen im kommenden Jahr 1500 Stellen für Ärzte, weiteres Fachperson­al und Verwaltung­sangestell­te entstehen.

Die Vereinbaru­ng ist Teil eines „Paktes für den Öffentlich­en Gesundheit­sdienst“, der als Konsequenz aus der Corona-Krise geschlosse­n wurde. Insgesamt hat der Bund dafür vier Milliarden Euro bis 2026 zugesicher­t.

Davon sind drei Milliarden Euro für zusätzlich­e Stellen vorgesehen. 800 Millionen Euro sollen in die Digitalisi­erung der Gesundheit­sämter fließen. Wichtig sei, dass die Gesundheit­sämter stärker miteinande­r vernetzt werden, betonte Spahn. Das habe die Corona-Pandemie gezeigt.

Bundeskanz­lerin Angela Merkel (CDU) hob die Bedeutung der Gesundheit­sämter für die Corona-Bekämpfung hervor. „Wenn unser Land bisher so verhältnis­mäßig gut durch die Pandemie gekommen ist, wenn das Infektions­geschehen nicht die Ausmaße erreicht hat, die wir in anderen Ländern beobachten mussten, dann hat das nicht zuletzt mit dem zu tun, was tagtäglich im öffentlich­en Gesundheit­sdienst geleistet wird“, sagte sie in ihrem Video-Podcast.

Auch Spahn unterstric­h, dass die Gesundheit­sämter in der Pandemie viel geleistet hätten. Dennoch sei deutlich geworden, dass es an Personal fehle und die technische Ausstattun­g nicht ausreiche. Er betonte, dass die Finanzieru­ng der Gesundheit­sämter in den Kommunen eigentlich keine originäre Aufgabe des Bundes sei. Ursprüngli­ch sollten die vier Milliarden Euro erst ab 2022 bereitgest­ellt werden, die erste Tranche fließe aber schon im kommenden Jahr, sagte der CDU-Politiker.

Der Deutsche Städtetag zeigte sich zufrieden. „Es ist gelungen, den Pakt für den öffentlich­en Gesundheit­sdienst so zu schmieden, dass er nachhaltig wirkt“, sagte Städtetags­präsident Burkhard Jung (SPD).

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