Do­mi­nik Ma­rohn ist nun fes­tes Te­am­mit­glied im Bio­la­den

„Der kann was“: Ge­schäfts­füh­rer des „Vik­tua­li­en­markts“ist be­geis­tert von sei­nem Mit­ar­bei­ter aus Ro­sen­harz

Schwaebische Zeitung (Tettnang) - - MECKENBEUREN -

LIE­BENAU/RA­VENS­BURG (sz) - Ob­wohl Do­mi­nik Ma­rohn be­reits seit vier Jah­ren im Bio­la­den „Vik­tua­li­en­markt“in Ra­vens­burg ar­bei­tet, hat­ten jüngst ei­nen be­son­de­rer Ar­beits­tag. Bis da­hin war sei­ne Stel­le ein be­triebs­in­te­grier­ter Ar­beits­platz, der for­mal ei­nem Ar­beits­platz in der Werk­statt für Men­schen mit Be­hin­de­rung (Wf­bM) ent­spricht. Jetzt hat er ei­ne „ganz nor­ma­le“Stel­le auf dem Ers­ten Ar­beits­markt. Un­ter­stützt wur­de Do­mi­nik Ma­rohn auf die­sem Weg vom Job­coa­ching der Lie­be­nau­er Ar­beits­wel­ten.

Ei­gent­lich hat­te Do­mi­nik Ma­rohn den Traum, als Au­to­wä­scher an ei­ner Tank­stel­le zu ar­bei­ten. Nach ei­ni­gen Jah­ren in der Grün­land­grup­pe der Wf­bM in Ro­sen­harz ab­sol­vier­te der 45-Jäh­ri­ge meh­re­re Prak­ti­ka und kam mit sei­nem Job­coach Dan­ja Gründ­ler in den „Vik­tua­li­en­markt“zum Vor­stel­lungs­ge­spräch. „Noch wäh­rend wir auf In­ha­ber Oz­an Ön­der war­te­ten, fing Herr Ma­rohn schon an, die Wa­re in den Re­ga­len zu ord­nen“, er­in­nert sich Dan­ja Gründ­ler in der Pres­se­mit­tei­lung der Lie­benau zu­rück. Heu­te weiß Oz­an Ön­der, was er an sei­nem Mit­ar­bei­ter hat: „Do­mi­nik

TRAUERANZEIGEN hat ein un­wahr­schein­li­ches Ge­spür für die Wer­tig­keit der Wa­re. Er ist zu­ver­läs­sig und ar­bei­tet ganz ge­nau. Wir ha­ben ge­merkt: Der kann was.“Auch die Kun­den schät­zen den stets freund­li­chen und hilfs­be­rei­ten Mit­ar­bei­ter. „Sie fra­gen so­gar nach, wenn er mal nicht da ist“, so Oz­an Ön­der.

Mor­gens um 6.30 Uhr be­ginnt Do­mi­nik Ma­rohns Ar­beits­tag. Er räumt Ti­sche und Stüh­le nach drau­ßen, rei­nigt die Re­ga­le, zieht die Pro­duk­te im Kühl­schrank nach vor­ne und hat sei­ne ei­ge­nen Be­rei­che, Mol­ke­rei­pro­duk­te und das Tief­kühl­re­gal, fest im Griff. Er be­legt Bröt­chen, be­rei­tet Sup­pen und Sa­la­te für den Mit­tags­im­biss vor und be­dient die Kaf­fee­ma­schi­ne. „Ich hel­fe den Kun­den auch beim Ein­pa­cken der Wa­re. Manch­mal tra­ge ich die Tü­ten auch zum Au­to“, er­zählt Ma­rohn. Es ge­be im­mer viel zu tun und wer­de nie lang­wei­lig. „Mir ge­fällt, dass die Ar­beit nie aus­geht.“

Um 14 Uhr ist Fei­er­abend und Ma­rohn fährt mit dem Bus nach Hau­se nach Ro­sen­harz. Für Oz­an Ön­der ist Do­mi­nik Ma­rohn ein voll­wer­ti­ger Mit­ar­bei­ter. „Er ar­bei­tet bei uns so gut wie je­der An­de­re, und der re­gu­lä­re Ar­beits­ver­trag ist die lo­gi­sche Kon­se­quenz.“Wich­tig ist ihm das The­ma In­klu­si­on. „Die­se Idee hat uns erst zum per­fek­ten Team ge­macht, uns neue Sicht­wei­sen auf­ge­zeigt und uns wei­ter­ent­wi­ckelt.“Bis es so weit war, schätz­te er die Un­ter­stüt­zung der Job­coa­ches der Lie­be­nau­er Ar­beits­wel­ten. „Als Bin­de­glied zwi­schen Kli­ent und Ar­beit­ge­ber kam ich an­fangs je­de Wo­che und am En­de nur noch al­le drei Wo­chen vor­bei, um an­ste­hen­de Pro­ble­me zu be­spre­chen und Lö­sun­gen zu ent­wi­ckeln“, be­rich­tet Dan­ja Gründ­ler. Da­bei sei das Ziel des Job­coachs im Grun­de, sich über­flüs­sig zu ma­chen. Mit Do­mi­nik Ma­rohns Schritt auf den Ers­ten Ar­beits­markt gibt sie die Be­glei­tung an den In­te­gra­ti­ons­fach­dienst des Land­krei­ses Ra­vens­burg ab. Über ihn be­zieht der „Vik­tua­li­en­markt“nun ei­nen Lohn­kos­ten­zu­schuss.

Ak­tu­ell ab­sol­vie­ren 35 Men­schen Prak­ti­ka oder ha­ben be­reits ei­nen be­triebs­in­te­grier­ten Ar­beits­platz in der Gas­tro­no­mie, im Ein­zel­han­del, als Sta­ti­ons­hil­fe, in der Bä­cke­rei, auf dem Pfer­de­hof und in vie­len an­de­ren Bran­chen. Drei Teil­neh­mer wur­den die­ses Jahr schon auf den all­ge­mei­nen Ar­beits­markt er­folg­reich ver­mit­telt. Stellt je­mand fest, dass die Ar­beit in ei­ner her­kömm­li­chen Wf­bM doch bes­ser zu ihm passt, ist das völ­lig in Ord­nung. Als nie­der­schwel­li­ges An­ge­bot im Sin­ne des Wunsch- und Wahl­rechts sol­len die Men­schen Ge­le­gen­heit ha­ben, sich zu ori­en­tie­ren und ver­schie­de­ne Din­ge aus­zu­pro­bie­ren.

FO­TO: STIF­TUNG LIE­BENAU

Der Schritt von der Wf­bM in den Ers­ten Ar­beits­markt ist ge­lun­gen: Am 1. Ok­to­ber hat Do­mi­nik Ma­rohn (rechts) sei­nen Ar­beits­ver­trag im Bio­la­den „Vik­tua­li­en­markt“in Ra­vens­burg un­ter­schrie­ben. Sein Chef Oz­an Ön­der und Job­coa­chin Dan­ja Gründ­ler ha­ben ihn da­bei un­ter­stützt.

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