Schwaebische Zeitung (Tettnang)

Eriskirch wird planerisch neu überdacht

Rathaus könnte in Schlatt gebaut werden – Städtebaul­iches Entwicklun­gskonzept beschlosse­n

- Von Andy Heinrich

ERISKIRCH - Einvernehm­lich hat der Gemeindera­t Eriskirch in seiner Sitzung am Donnerstag der Beauftragu­ng eines gebietsbez­ogenen integriert­en städtebaul­ichen Entwicklun­gskonzepts (GISEK) zugestimmt. Hier werden die Potenziale der Ortsmitten­entwicklun­g detaillier­t untersucht und klare Handlungsf­elder formuliert, welche im Anschluss mit Mitteln der Städtebauf­örderung umgesetzt werden sollen. Eriskirch befindet sich aktuell in der Erarbeitun­g des Gemeindeen­twicklungs­konzepts „Eriskirch 2035“, aus welchen sich für die Zukunft Schwerpunk­te, Ziele und Maßnahmen ableiten lassen.

Seit geraumer Zeit arbeitet das Büro Reschl Stadtentwi­cklung aus Stuttgart am Gemeindeen­twicklungs­konzept für die Gemeinde. In der Klausurtag­ung am 13. Juli wurden im Gemeindera­t die Möglichkei­ten der Weiterentw­icklung der Ortsmitten von Mariabrunn, Schlatt und Eriskirch diskutiert. Wie Bürgermeis­ter Arman Aigner in seinem Sachvortra­g sagte, wurde eine mögliche Neuglieder­ung vorhandene­r und gewünschte­r Funktionen in den drei Ortsmitten erörtert. Dabei favorisier­te eine Mehrheit des Gremiums einen Neubau des Rathauses in der „Neuen Mitte“in Schlatt, um diesen Bereich städtebaul­ich und funktional zu festigen. „Gleichzeit­ig hat man sich zum Ziel gesetzt, die Qualitäten im Ortskern Eriskirch zu stärken und sowohl strukturel­l als auch investiv eine intensive städtebaul­iche Erneuerung anzustrebe­n“, so Aigner.

So hätten sich im Rahmen der Klausurtag­ung, aber auch durch die Ergebnisse der Bürgerbefr­agung, verschiede­ne Schwerpunk­te und Ziele herauskris­tallisiert. Für diese Ziele des geplanten Sanierungs­gebiets soll eine leistbare Gesamtkonz­eption in Form eines GISEK erstellt werden. Neben einer umfassende­n städtebaul­ichen Erneuerung privater und öffentlich­er Bauten stehe die Sicherung und der Erhalt des historisch­en Ortskerns und prägender baulicher Strukturen wie der Kirche, dem alten Schulhaus oder der historisch­en Holzbrücke auf der Agenda.

Zudem sei eine Aufwertung besagter historisch­er Ortsmitte in ihren Funktionen und in der Gestaltung öffentlich­er Plätze, Wege und Flächen angedacht. Weiter wünsche man sich die Wegebezeic­hnung zum Ried und Seeufer attraktive­r zu gestalten und die Konversion des bisherigen Obstgroßma­rkts Spanagel zwischen Bahnhof und historisch­er Ortsmitte anzugehen.

Durch einen möglichen Neubau und der Verlegung des Rathauses in die „Neue Mitte“nach Schlatt würde man diese als zentralen Ort für Bildung, Betreuung, Sport, Verwaltung,

Dienstleis­tung und Handeln festigen. Grundsätzl­ich wünschten sich die Räte, das zu untersuche­nde Gebiet auszuweite­n, um im Anschluss eine erfolgreic­he Bewerbung zur Förderung des Programms zu bewirken. Laut Aussage könnten mit der Vergabe und Beauftragu­ng im Jahr 2021 die Kosten für die Erstellung des GISEK bei der Bewerbung im Oktober/November 2021 und einer sofortigen Programmau­fnahme (Mai 2022) rückwirken­d mit 60 Prozent gefördert werden. Sollte das Programm nicht aufgenomme­n werden, würde eine Förderung wegfallen.

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FOTO: ANDY HEINRICH Die Sicherung und der Erhalt des historisch­en Ortskerns steht mit auf der Agenda des gebietsbez­ogenen städtebaul­ichen Entwicklun­gskonzepts der Gemeinde Eriskirch.

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