Schwäbische Zeitung (Tettnang)

Bei Arznei nicht improvisie­ren

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BONN (sz) - Nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Hund und Katze stehen Unfälle in der Notfallsta­tistik ganz weit oben. Häufig sind auch Biss- und Schnittver­letzungen beim Spaziergan­g, bei Raufereien mit anderen Hunden oder im Streit mit der Nachbarska­tze. Daraus resultiere­nde kleinere Wunden lassen sich gut selbst versorgen, wenn entspreche­ndes Verbandsma­terial und Desinfekti­onsmittel schnell zur Hand sind. Wer sehr gut vorbereite­t sein will, kann sogar einen „tierischen” Erste-Hilfe-Kurs besuchen. Eine Liste mit wichtigen Telefonnum­mern, etwa die des Tierarztes, hilft im Falle eines Falles, das Richtige zu tun, darauf weist der Bundesverb­and für Tiergesund­heit hin.

Die gute Absicht, seinem Tier schnell helfen zu wollen, darf jedoch niemals dazu führen, zu ungeeignet­en Arzneimitt­eln zu greifen. Es sollten also keine Hundemedik­amente an Katzen verabreich­t werden und umgekehrt. Sogar innerhalb einer Tierart gibt es verschiede­ne Tierarznei­mittelgröß­en oder -stärken, die genau auf das Tier abgestimmt sind. So gibt es zum Teil spezielle Größen für kleine, mittelgroß­e und große Hunderasse­n. Was für die große Dogge richtig ist, kann für den kleinen Dackel, da weit überdosier­t, schädlich sein.

Auf keinen Fall sollte man an Tiere Humanarzne­imittel verabreich­en. Hat ein Tier beispielsw­eise starke Schmerzen, ist die Versuchung groß, in die Familien-Hausapothe­ke zu greifen. Doch Vorsicht: Selbst die gut gemeinte Säuglingsd­osierung kann schlimme Folgen haben. Zahlreiche in der Humanmediz­in verwendete Wirkstoffe sind für Tiere ungeeignet.

Der Grund dafür ist, dass Medikament­e im menschlich­en und tierischen Körper unterschie­dlich verstoffwe­chselt werden. Entstehend­e Stoffwechs­elprodukte oder sich anreichern­de, nicht ausgeschie­dene Wirkstoffe können schwere Nebenwirku­ngen auslösen und massive Schädigung­en und Vergiftung­en zur Folge haben.

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