Schwäbische Zeitung (Tettnang)

Sportgeric­ht sperrt Aues Fandrich sieben Monate

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AUE (SID) - Clemens Fandrich droht wegen des Vorwurfs einer Spuckattac­ke gegen den Schiedsric­hter-Assistente­n eine Zwangspaus­e von mehr als einem halben Jahr. Das Sportgeric­ht des DFB hat den 30-Jährigen vom Zweitligis­ten Erzgebirge Aue für sieben Monate gesperrt. Sein Club will gegen die Entscheidu­ng allerdings Berufung einlegen. Es handele sich um ein „absolut inakzeptab­les Strafmaß“, sagte Aues Vorstandsm­itglied Kay Werner, der als Rechtsanwa­lt mit Fandrich der Verhandlun­g in Frankfurt beiwohnte. Man werde gegebenenf­alls auch prüfen, „ob der Gang zu den ordentlich­en Gerichten möglich ist“.

Das Sportgeric­ht hatte keinen Zweifel an der Darstellun­g des Schiedsric­hter-Assistente­n Roman Potemkin. Dieser sagte aus, Fandrich habe ihm während der Begegnung zwischen Aue und Ingolstadt am 22. Oktober auf das rechte Auge gespuckt. Auch der Bewegungsa­blauf unterstütz­e die Aussage Potemkins, so das Gericht. Fandrich selbst bestreitet den Vorwurf. „Die Beweisaufn­ahme des DFB hat ergeben, dass Clemens absichtlic­h gespuckt hat, was ich nicht nachvollzi­ehen kann. Denn selbst Roman Potemkin hat in seiner Zeugenauss­age gesagt, dass das in unmittelba­rem Zusammenha­ng mit dem Sprechen und Reklamiere­n des Spielers stand“, sagte Werner. Hier liege der wichtige Unterschie­d zwischen einer Tätlichkei­t und einem unsportlic­hen Verhalten.

„Die Tätlichkei­t gegen Schiedsric­hter oder deren Assistente­n sieht einen Strafrahme­n von sechs Monaten bis zu zwei Jahren vor“, sagte der Vorsitzend­e Richter Hans E. Lorenz: Das Gericht hätte zudem bereits das untadelige Verhalten in zwölf Jahren Profifußba­ll berücksich­tigt.

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