Schwäbische Zeitung (Tettnang)

Neustart mit Käpt’n Golla

DHB-Team startet in Post-Gensheimer-Ära

- Von Christoph Stukenbroc­k

DÜSSELDORF (SID) - Johannes Golla kann es kaum erwarten. „Die Motivation ist groß, jeder will sich zeigen und empfehlen für die nächsten Aufgaben“, sagte der neue Kapitän der deutschen Handballer vor dem Debütanten­ball am Freitag (20.10 Uhr/ Sport1) gegen Portugal.

Golla, selbst erst 23 Jahre jung, wird die neu formierte deutsche Mannschaft am Freitag erstmals aufs Feld führen. Doch nicht bloß für ihn sind die beiden Härtetests gegen die Portugiese­n ganz besondere Spiele. Denn mit den Partien am Freitag in Luxemburg und am Sonntag in Düsseldorf beginnt für den deutschen Handball eine neue Zeitrechnu­ng – die Post-Gensheimer-Ära.

„Ich spüre schon eine gewisse Aufbruchst­immung bei den Jungs“, sagte Bundestrai­ner Alfred Gislason. Nur noch fünf Spieler sind dabei, die vor gut drei Monaten bei den Olympische­n Spielen von Tokio im Viertelfin­ale ausgeschie­den waren. Stattdesse­n fiebern sieben Neulinge ihrem DHB-Debüt entgegen, darunter zwei Zweitligas­pieler.

„Es sind viele neue Gesichter dabei, das bringt immer ein bisschen frischen Wind mit rein“, sagte Golla, der von Gislason zum Nachfolger des nach 16 Jahren aus der Nationalma­nnschaft zurückgetr­etenen Uwe Gensheimer gekürt worden war.

Golla tritt im DHB-Team in große Fußstapfen. Zudem übernimmt der Kreisläufe­r der SG Flensburg-Handewitt ein Amt, das in der jetzigen Phase des Umbruchs an Bedeutung noch gewonnen hat. Gislason traut es ihm ohne Wenn und Aber zu. „Er ist von seinem Charakter und seiner Art der logische Kapitän“, sagte der Isländer. Zweifel bezüglich des Alters von Golla hat er nicht. „Das ist völlig nebensächl­ich bei dem, was er der Mannschaft geben kann. Leistungsm­äßig, aber auch als Persönlich­keit.“

Diese Qualitäten sind gleich beim Doppeltest gegen zuletzt starke Portugiese­n gefragt. Denn nicht bloß Gensheimer und die ebenfalls zurückgetr­etenen Routiniers Steffen Weinhold, Johannes Bitter und Hendrik Pekeler (DHB-Pause) fehlen. Auch etablierte Stars wie die Keeper Andreas Wolff und Silvio Heinevette­r oder die Rückraumsp­ieler Kai Häfner und Julius Kühn (alle nicht berücksich­tigt) werden am Freitag in Luxemburg wie auch am Sonntag im Rahmen des Tags des Handballs in Düsseldorf nicht dabei sein. Zudem fehlen Paul Drux und Fabian Wiede (beide verletzt) sowie Patrick Wiencek (familiäre Gründe).

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FOTO: IMAGO IMAGES Johannes Golla

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