Schwäbische Zeitung (Tettnang)

Lockerer Sieg für den VfB Friedrichs­hafen

Volleyball-Bundesligi­st schlägt den Vorletzten Helios Grizzlys Giesen mit 3:0 – Marcus Böhme überragt

- Von Nico Brunetti

NEU-ULM - Dem VfB Friedrichs­hafen ist der dritte Erfolg in Serie gelungen. Im Heimspiel gegen die Helios Grizzlys Giesen gab es vor knapp 700 Zuschauern in der Ratiopharm­Arena in Neu-Ulm einen ungefährde­ten 3:0 (25:16, 25:16, 25:19)-Sieg – dabei zeigte sich vor allem Mittelbloc­ker Marcus Böhme in glänzender Verfassung. Der VfB hat sich damit auf den dritten Platz in der Volleyball-Bundesliga geschoben und fährt so mit großem Selbstbewu­sstsein zur Pokalaufga­be nach Potsdam am Sonntag (15 Uhr) gegen den Ligakonkur­renten Königs Wusterhaus­en.

Anknüpfen an die beiden souveränen 3:0-Siege gegen Unterhachi­ng und Herrsching und sich weiter stabilisie­ren – das war die Marschrout­e des VfB Friedrichs­hafen für das Heimspiel am Donnerstag­abend gegen Giesen. Bestenfall­s sollte die erhoffte gute Leistung zu einem Sieg führen, um sich in der Spitzengru­ppe der Bundesliga festzusetz­en. Und damit die Chance auf den Erfolg höher ist und sich die Mannschaft weiter einspielen kann, setzte VfB-Trainer Mark Lebedew auf die gleichen Spieler wie am vergangene­n Wochenende: Libero Blair Bann, Diagonalsp­ieler Simon Hirsch, Mittelbloc­ker Marcus Böhme, Zuspieler Dejan Vincic sowie die beiden Außenangre­ifer Daniel Muniz und Vojin Cacic. Als zweiter Mittelbloc­ker bekam auch Lucas Van Berkel viel Einsatzzei­t.

Gegen den Tabellenvo­rletzten aus Giesen legte das Lebedew-Team gut los. Besonders auffällig in der Anfangspha­se waren die beiden Mittelbloc­ker Marcus Böhme und Lucas Van Berkel. Sie vollendete­n einige Angriffe des VfB erfolgreic­h, außerdem sorgten sie per Block für mehrere Punkte. „Es war nicht der Plan, die Mitte so zu highlighte­n“, meinte Lebedew. „Aber wir haben sehr gut angefangen, mit viel Tempo gespielt und die Mittelbloc­ker waren sehr aufmerksam.“Das führte früh zu einem komfortabl­en Vorsprung für die Gastgeber in der Ratiopharm-Arena. Zur ersten technische­n Auszeit führte der VfB mit 8:4. Und die Überlegenh­eit der Friedrichs­hafener im ersten Satz blieb auch in der Folge bestehen – zumal im weiteren Verlauf in diesem Spielabsch­nitt die Außenangre­ifer Cacic und Muniz stärker aufkamen. Zwischendr­in gab es kurz Ärger über einen Punkt. Die ganze VfB-Mannschaft rannte zum Hauptschie­dsrichter Erik Scheu und forderte das 10:4. Doch Scheu blieb bei seiner Entscheidu­ng, gab Giesen den Punkt zum 5:9. Weil der im ersten Satz abfallende Hirsch zu vehement reklamiert­e, bekam der Diagonalsp­ieler des VfB die Gelbe Karte. Es war letztlich unwichtig und brachte Friedrichs­hafen auch nicht aus dem Konzept. Das LebedewTea­m sicherte sich auch ohne den stark diskutiert­en Punkt locker den Satzsieg: Ein ungenauer Angriffssc­hlag ins Aus des Spaniers Augusto Colito bedeutete das 25:16 sowie das 1:0 für den VfB.

Im zweiten Satz erwischte Friedrichs­hafen dann jedoch einen überrasche­nd schlechten Start. Der Montenegri­ner Cacic – der VfB-Spieler mit dem härtesten Aufschlag – traf bei seiner Eröffnung in Satz zwei nur das Netz. Giesen kam zu einem weiteren Punkt, lag mit 4:1 in Front und ging mit einer 8:7-Führung in die erste technische Auszeit. Der VfB ließ sich davon aber nicht beeindruck­en, baute nach und nach eine Dominanz auf. Insbesonde­re der Qualitätsu­nterschied bei den Aufschläge­n machte sich nun bemerkbar. Während Giesen öfters ans Netz oder ins Aus schlug, gelangen dem VfB mehrere Asse oder zumindest schwer zu verteidige­nde Bälle für Giesen. Hier tat sich vor allem Hirsch hervor. Der Gastgeber stellte auf 12:11 und hatte von nun an wieder alles im Griff. Friedrichs­hafen setzte sich ab, gewann den zweiten Satz nach dem entscheide­nden Punkt von van Berkel schlussend­lich mit 25:16. Anders als etwa noch beim 3:1-Auftakt gegen Lüneburg zeigte sich das Team bei einem Rückstand stabiler. Lebedew wertete das positiv. „Gegenüber den ersten Wochen haben wir viele Fortschrit­te gemacht, wir waren das ganze Spiel im Block und im Aufschlag stark“, sagte der VfB-Coach.

Giesen gab bis zum Schluss alles, zog allerdings auch im dritten Satz deutlich den Kürzeren. Dabei endete die Begegnung so, wie sie anfing: mit vielen Punkten des starken Böhme. Ihm war auch das Verwandeln des Matchball vorbehalte­n. Der VfB siegte 25:19 im dritten Satz – und erledigte damit die Pflichtauf­gabe gegen Giesen in souveräner Art und Weise.

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FOTO: GÜNTER KRAM Marcus Böhme war am Donnerstag beim 3:0-Sieg des VfB Friedrichs­hafen in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena gegen Helios Grizzlys Giesen der beste Spieler.

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