Schwäbische Zeitung (Tettnang)

„Besser geht’s nicht“

Münchner Slalom-Ass Straßer gewinnt erneut und schreibt deutsche Ski-Geschichte

- Von Manuel Schwarz

Richter will Rubiales vor Gericht stellen: Im Zuge des Kuss-Skandals muss sich der frühere spanische Verbandspr­äsident Luis Rubiales (46) womöglich vor Gericht verantwort­en. Dies beantragte der zuständige Richter am Nationalen Gerichtsho­f nach Abschluss der Voruntersu­chungen im Prozess um den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs. Rubiales hatte Fußball-Nationalsp­ielerin Jennifer Hermoso nach dem WM-Finalsieg bei der Siegerehru­ng übergriffi­g auf den Mund geküsst. Der Richter sei zu dem Schluss gekommen, dass der Kuss „nicht einvernehm­lich“gewesen sei und es sich um „eine einseitige Initiative handelt, die überrasche­nd erfolgte“, hieß es. Gegen die Entscheidu­ng kann Rubiales Berufung einlegen.

SCHLADMING (dpa) - Slalom-Ass Linus Straßer ist in der Form seines Lebens und sorgt für Staunen in der Ski-Welt. Nach dem FlutlichtS­ieg von Schladming nur drei Tage nach dem Coup von Kitzbühel suchte sogar der Münchner selber nach Worten. „Besser geht es nicht“, sagte der 31-Jährige zum Klassiker-Double in Österreich.

Ganz nebenbei schrieb der Sportler des TSV 1860 München nationale Ski-Geschichte, ist er doch der erste Deutsche, der nacheinand­er die beiden prestigetr­ächtigen Torläufe in Kitzbühel und Schladming gewann. Das war nicht einmal den erfolgreic­hsten DSV-Slalomfahr­ern gelungen: Felix Neureuther und Armin Bittner. In der ewigen deutschen Siegerlist­e schloss Straßer mit fünf Erfolgen – vier Slaloms und ein City-Event – zu Abfahrer Thomas Dreßen auf, der jüngst seine Karriere beendete. Vor ihm stehen nur Neureuther (13), Markus Wasmeier (9) und Bittner (7).

Straßers Vorstellun­gen der vergangene­n Tage lassen erahnen, dass weitere Siege folgen könnten. Er fühle sich gerade „bulletproo­f“, also unverwundb­ar, erzählte der Familienva­ter nach dem Sieg: „Mir kann man hinsetzen, was man will.“

Das hatte er bei dem NachtSpekt­akel eindrucksv­oll bewiesen. Weder strömender Regen noch eine schwierige Kurssetzun­g

und eine knifflige Piste im Finale konnten Straßer stoppen. Er gewann mit 0,28 Sekunden Vorsprung von dem Norweger Timon Haugan – die restliche Konkurrenz war schon mehr als eine Sekunde langsamer als der Deutsche. „Das sind Momente fürs Leben“, sagte der Triumphato­r.

Selbst die deutschen Trainer und Betreuer waren baff, wie Alpin-Chef Wolfgang Maier berichtete. Haugan hatte bei seinem zweiten Durchgang eine Fabelzeit vorgelegt, Straßer bekam den Jubel des norwegisch­en Teams im Starthaus mit. „Shit, habe ich mir gedacht, jetzt muss ich Gas geben“, erzählte er grinsend. Er war erstmals in seiner Karriere als Führender und damit letzter Starter in ein Finale gegangen – der Druck vor 22.500 Zuschauern war riesengroß. „Und dann legt der Linus noch mal einen drauf. Das war sportlich eine absolute Top-Leistung“, sagte Maier. Sein Schützling bewies, dass der Kitzbühel-Erfolg kein Zufall war. „Die zwei Siege zeigen, dass Linus jetzt in der absoluten Weltspitze angekommen ist, und das mit Ansage und einer Souveränit­ät, wenn man sein Skifahren anschaut.“

Nachdem der Österreich­er Manuel Feller die ersten Slaloms der Saison dominiert hatte, ist der Schwung nun bei Straßer. In der Weltcup-Wertung ist der Deutsche nur noch 132 Zähler hinter dem Tiroler. „Mir fällt Skifahren im Moment sehr einfach. Ich gehe mit einer Lockerheit an den Start. Ich will das Momentum beibehalte­n und so weitermach­en“, kündigte Straßer an.

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IMAGO FOTO: GREBIEN/ Weder Regen noch eine schwere Piste konnten Linus Straßer stoppen.

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