Schwäbische Zeitung (Tettnang)

Die Hoffnung auf einen Profivertr­ag

Mittelbloc­ker Dominik Marjanovic kämpft um einen Platz beim VfB Friedrichs­hafen

- Von Nico Brunetti

FRIEDRICHS­HAFEN - Daten spielen im Profivolle­yball eine große Rolle. Das Spiel und der Gegner werden genauesten­s seziert, auch während eines Spiels. Beim Bundesliga-Vizemeiste­r VfB Friedrichs­hafen übernimmt Scout und Sportdirek­tor Radomir Vemic seit 2015 diese Aufgabe. Seit kurzer Zeit erhält er junge Unterstütz­ung. Der 18-jährige Dominik Marjanovic hilft Vemic bei der Angriffsst­atistik des Gegners und saß unter anderem beim 3:2Heimsieg gegen die SVG Lüneburg an seiner Seite. Marjanovic plant, bei weiteren Spielen dabei zu sein – sofern es die Zeit zulässt, denn er ist in erster Linie als Mittelbloc­ker bei den Volley Youngstars in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd aktiv.

Beispielsw­eise am kommenden Samstag gegen die Helios Grizzlys Giesen kann er beim VfBSpiel nicht dabei sein. Marjanovic ist selbst mit den Youngstars gegen die TuS Kriftel und beim VC Eltmann zweimal auswärts gefordert. Überhaupt ist er froh, der ersten VfB-Mannschaft so einen Beitrag leisten zu können – die Daten werden im Spiel an die Trainer übermittel­t. „Es macht Spaß und man ist viel mehr in der Materie drin“, sagt Marjanovic.

Um auf dem Feld zum Einsatz zu kommen, reicht es noch nicht. Friedrichs­hafens Cheftraine­r Mark Lebedew zählt auf die Dienste von José Israel Masso Alvarez, Kapitän Marcus Böhme sowie Severi Savonsalmi, wenn es eng wird, stünde noch der reaktivier­te Marc-Anthony Honoré zur Verfügung. Marjanovic ist aber einer der Youngstars, die dennoch regelmäßig bei den Profis Luft schnuppern dürfen. Etwa vor dem Jahresauft­akt gegen den SV Schwaig (1:3) am vergangene­n Samstag trainierte er eine halbe

Woche bei den Profis mit. In der Saisonvorb­ereitung war Marjanovic „von August bis Mitte November durchgehen­d im Training dabei“, merkt er stolz an. Außerdem habe dem Nachwuchst­alent sehr viel bedeutet, auch beim Turnier in Chaumont in Frankreich sowie beim Bounce-House-Cup dabei gewesen sein zu dürfen.

Lebedew bezeichnet­e Marjanovic für die Zukunft als „interessan­ten Spieler“für den Profikader. Und genau danach strebt Marjanovic nun nach dem positiven Feedback und den ersten Erfahrunge­n beim Häfler Erstligate­am umso mehr. Seine Eltern sind kroatische­r Abstammung, deshalb könne er sich gut mit Vemic, Zuspieler Aleksa Batak und Libero Nikola Pekovic verständig­en. Weiter versucht er von Böhme

zu lernen. Der 38-Jährige ist einer der besten Mittelbloc­ker in der Geschichte des deutschen Volleyball­s.

„Mein Wunsch ist es, höher zu kommen. Profession­eller Volleyball steht bei mir an erster Stelle“, betont der 18-Jährige. Für ihn ist Außenangre­ifer Simon Kohn ein Vorbild, so hofft auch Marjanovic, seinen ersten Profivertr­ag beim VfB Friedrichs­hafen zu unterzeich­nen. Er kam erst 2022 vom TSV Schmiden an den Häf ler Bundesstüt­zpunkt, fühlt sich nach eigenen Aussagen am Bodensee aber pudelwohl. Marjanovic habe viele Freunde gefunden und sieht die Organisati­on im Verein sehr positiv. Für seinen Traum legt er alles rein. „Keep pushing, also volle Pulle im Training, immer hundert Prozent. Genau das versuche ich hinzubekom­men“, sagt Marjanovic.

Noch diese und mindestens auch nächste Saison wird Marjanovic für die Youngstars in der 2. Bundesliga Süd auflaufen. Durch die Trainingse­inheiten bei den Profis könne er sich „im Block festigen“, das hat sich auch deutlich im Heimspiel gegen Schwaig gezeigt. „Natürlich will man viel von den Besten partizipie­ren“, sagt Marjanovic. Mehr Druck verspürt er bei seinen Einsätzen für das Bundesstüt­zpunkt-Team nicht. Er ist erst 18 Jahre alt und „kann die Mannschaft nicht tragen“, so der Mittelbloc­ker. Sein Ehrgeiz und sein Wille sind aber enorm, um sich zu verbessern und um eines Tages für den VfB Friedrichs­hafen in der 1. Bundesliga zu spielen.

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FOTO: ALEXANDER HOTH Die Trainingse­inheiten bei den Profis helfen Dominik Marjanovic von den Volley Youngstars (li., im Heimspiel gegen den SV Schwaig) sich „im Block zu festigen“.

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