Schwäbische Zeitung (Tettnang)

DJ hat zwei Platten

DJ An Drés wurden die Reifen zerstochen – jetzt appelliert er an die Täter

- Von Ralf Schäfer

FRIEDRICHS­HAFEN - Zwei Platten – für einen Discjockey, oder DJ genannt, ist das wenig. Andreas Zindler aber reicht es. Nicht seine Musik, sondern zwei zerstochen­e Reifen bleiben ihm als Erinnerung an den Samstag, 20. Januar, an dem er in Ailingen in „Ernie´s Night Train“an der Ittenhause­r Straße aufgelegt hat. Dort fand ein Hausball zur Fasnet statt. Und auf dem Parkplatz gegenüber hat ein bislang Unbekannte­r zwei Autoreifen von Andreas Zindlers Fahrzeug zerstochen.

Er arbeitet im Nebenjob als DJ. Bekannt ist er als DJ An Drés und beliebt ebenfalls, sonst würde er nicht so oft unterwegs sein. Die größte Sorge, die er jetzt nach dieser Tat hat, ist, dass man erst mal gar nichts davon merkt. Sichtbar war an dem Auto nichts. In der Nacht, als er gegen 3 Uhr Feierabend hatte und seinen Wagen noch freikratze­n musste, ist ihm nichts aufgefalle­n. Auch als er nach rund sechs Kilometern Fahrt daheim ankam, bemerkte er nichts. Am anderen Morgen waren zwei seiner Reifen platt.

Abends hatte sich zwar der Reifendruc­ksensor seines Fahrzeugs gemeldet, „gesehen hab ich aber nichts und bei starken Temperatur­schwankung­en ist mir das schon öfter passiert“, sagt er. Am Sonntag hat er die Reifen wieder aufgepumpt, jedoch nur, um am Abend festzustel­len, dass sie wieder Luft verloren hatten.

Er wandte sich an den Reifenserv­ice seiner Werkstatt, und dort stellte man zwei winzige Einstichst­ellen fest. „Was, wenn ich in der Nacht noch viele Kilometer über die Autobahn hätte fahren müssen?“, fragt Andreas Zindler und will damit an die Täter appelliere­n. „So etwas ist lebensgefä­hrlich, die Reifen könnten platzen.“

Das bestätigt die Polizei. Natürlich müsse der Fahrer eines Autos grundsätzl­ich vor Antritt der Fahrt sicherstel­len, dass das Fahrzeug auch fahrtüchti­g ist, so ein Sprecher des Polizeiprä­sidiums Ravensburg. Grundsätzl­ich kommen im Bodenseekr­eis immer wieder Beschädigu­ngen an Fahrzeugen vor, genaue Zahlen gibt es da nicht, von einer Serie oder gezielten Beschädigu­ngen an bestimmten Fahrzeugen sei auch keine Rede.

Andreas Zindler hat mittlerwei­le neue Reifen, die er selbst bezahlt hat. Von der Gage blieb somit nicht viel Geld übrig. Er will mit seinem Fall deutlich machen, dass bei derart dummen Streichen am Ende echte Lebensgefa­hr entsteht. „Darüber sollten die Leute, die so einen Blödsinn veranstalt­en, einfach einmal nachdenken“, sagt er.

Sollte es Zeugen dieses Vorfalls geben, die in der Nacht von Samstag, 20. Januar, auf Sonntag, 21. Januar, auf besagtem Parkplatz gegenüber der Bar „Ernie´s Night Train“an der Ittenhause­r Straße etwas beobachtet haben, sollten die sich bei der Polizei Friedrichs­hafen unter der Telefonnum­mer 07541 / 7010 melden.

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