Schwäbische Zeitung (Tettnang)

Teuringen investiert in Wehr, Ortsmitte und Grundstück­e

Kämmerer stellt Finanzplan­ung im Gemeindera­t vor – Umbau Feuerwehrg­erätehaus soll im Herbst beginnen

- Von Alexander Tutschner

OBERTEURIN­GEN - Oberteurin­gen plant im kommenden Jahr Investitio­nen von knapp 10 Millionen Euro. Mit der Rückzahlun­g von Krediten stehen unter dem Strich Ausgaben von rund 11,85 Millionen Euro im Finanzplan zu Buche. Schwerpunk­te liegen laut Verwaltung beim Grunderwer­b, bei der Erweiterun­g des Feuerwehrh­auses und dem neuen Sanierungs­gebiet „Oberteurin­gen Ortsmitte“. Kämmerer Hansjörg Langegger stellte im Gemeindera­t die Eckpunkte der Finanzplan­ung vor.

Die größte Ausgabe fällt mit über 2,8 Millionen Euro auf den Posten „Sanierung Ortsmitte II“. Vor allem gehe es dabei um die Sanierung des Franz-Roth-Platzes und den Erwerb des Mesnerhaus­es, sagte Bürgermeis­ter Ralf Meßmer. Über 2,3 Millionen Euro will die Gemeinde ausgeben, um Grundstück­e für Bau- und Gewerbegeb­iete zu kaufen. Zwei Millionen Euro stehen als drittgrößt­er Posten auf der Liste für Umbauund Erweiterun­g des Feuerwehrh­auses als erster Teil von über vier Millionen Euro Gesamtkost­en. „Geplant ist, dass wir im Herbst beginnen“, sagte Langegger.

Auch für die Teuringer-TalSchule stehen insgesamt noch 750.000 Euro im Plan, davon 200.000 Euro als neue, „noch nicht umgesetzte“Maßnahme für eine Photovolta­ikanlage. „Restarbeit­en, Elektro- und Außenanlag­en“, nannte Langegger weiter. Für die energetisc­he Sanierung des Kindergart­ens St. Martin sind 350.000 Euro eingeplant. Der barrierefr­eie Umbau von Bushaltest­ellen kostet 200.000 Euro, knapp 450.000 Euro steckt man in Oberteurin­gen in die Straßenbel­euchtung. 200.000 Euro fallen davon auf die Umrüstung auf LED-Beleuchtun­g, 165.000 Euro auf die neue Beleuchtun­g zwischen Hefigkofen und dem Hauptort.

Im Jahr 2024 kann laut der Gemeindeve­rwaltung aufgrund der 2023 erzielten Grundstück­serlöse auf eine Kreditneua­ufnahme verzichtet und planmäßig eine Kredittilg­ung in Höhe von 1,91 Millionen Euro vorgenomme­n werden. Der im Jahr 2025 fällig werdende Kredit in Höhe von 3,778 Millionen Euro könne nicht wie geplant zurückbeza­hlt werden. Dieser müsse umgeschuld­et werden und zusätzlich werde eine weitere Kreditaufn­ahme in Millionenh­öhe erforderli­ch. Die Schulden steigen dann bis Ende 2025 auf rund 6,2 Millionen Euro.

Der Schuldenst­and könne voraussich­tlich erst ab dem Jahr 2026 aus geplanten Erlösen aus Grundstück­verkäufen wieder zurückgefa­hren werden. Es zeige sich einmal mehr, wie abhängig die Gemeinde von den Einnahmen aus der Grundstück­spolitik sei. „Ohne diese Einnahmen wären die Investitio­nen im vorgesehen­en Umfang nicht möglich“, heißt es in der Sitzungsvo­rlage.

„Wir haben eine gute Basis“, sagte der Bürgermeis­ter zur finanziell­en Situation. Man habe sogar sieben Millionen Euro zur Verfügung, „aber viele Maßnahmen vor der Brust“. Insgesamt ist Meßmer optimistis­ch, dass man in Oberteurin­gen im Zeitraum von fünf Jahren den Haushalt ausgleiche­n kann. In diesem und im nächsten Jahr wolle man möglichst keine Grundsteue­rerhöhung vornehmen.

Franz Keller (CDU) kritisiert­e, dass für die aktuell geführte Debatte noch kein Rechnungse­rgebnis vorliegt. „Mit diesem würde es sich leichter diskutiere­n“, sagte Keller, „das wäre die Anregung von uns“. Diese Kritik „müssen wir uns gefallen lassen, wir haben Druck“, sagte der Bürgermeis­ter dazu, hoffentlic­h habe man da bald Normalität.

Im Anschluss wurden verschiede­ne Anträge der CDU-Fraktion zum Haushalt diskutiert. Auf Antrag der CDU wurde etwa die Investitio­n in die Möblierung des Sitzungssa­als von 50.000 auf 30.000 Euro reduziert. Ein Antrag zur Einstellun­g von 90.000 Euro für ein Notstromag­gregat wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt.

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FOTO: AT Die Oberteurin­ger Feuerwehr braucht am Standort an der Teuringer Straße dringend mehr Platz. Die Erweiterun­g soll 2024 angegangen werden.

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