Schwäbische Zeitung (Tettnang)

Heidenheim plant den siebten Streich

Am Freitagabe­nd unter Flutlicht gegen Borussia Dortmund – Erfolgsser­ie nach Hinspiel

- Von Timo Lämmerhirt

HEIDENHEIM - Am Freitagabe­nd (20.30 Uhr) empfängt der 1. FC Heidenheim den Champions-League-Achtelfina­listen Borussia Dortmund. Es ist der überhaupt erste Pflichtspi­elauftritt der Dortmunder in der Voith-Arena.

Der BVB ist mit drei Siegen (3:0 in Darmstadt, 4:0 in Köln und zuletzt ein 3:1 daheim gegen Bochum) perfekt ins Jahr 2024 gestartet und reist mit breiter Brust an die Brenz. Es war ohnehin das Ziel der Mannschaft von Edin Terzic, in dieser Rückrunde eine Serie zu starten, die am Ende auf einem Champions-League-Rang münden soll. Aber auch Aufsteiger FCH muss nicht in Ehrfurcht erstarren, ist mit drei 1:1-Remisen ins Jahr 2024 gestartet und seit sechs Spielen ungeschlag­en. Dazu kommt: Im Hinspiel hat sich die Mannschaft von Frank Schmidt einen zu diesem Zeitpunkt sensatione­llen Auswärtspu­nkt dank eines späten 2:2 ergattern können.

Die Partie erzählt viele Geschichte­n. Heidenheim­s Kapitän Patrick Mainka ist 2018 vom BVB II gewechselt, Jan-Niklas Beste hat den Großteil seiner Jugend beim BVB verbracht und auch Lennard Maloney hat eine BVBVergang­enheit. Der gebürtige Berliner kam mit Beste im Sommer 2022 und trug seinen Teil dazu bei, dass der FCH als Zweitligam­eister erstmals in seiner Geschichte ins Fußball-Oberhaus aufsteigen konnte. Seit Oktober ist er Nationalsp­ieler der USA, nach Ben Halloran (Australien, beim FCH von 2015 bis 2018) erst der zweite Nationalsp­ieler überhaupt, der die Schuhe für den FCH schnürt. Diese drei Kicker haben alle mal Schwarz-Gelb getragen, sich bei den Profis allerdings nicht durchsetze­n können. Nun aber möchten sie dafür sorgen, dass der BVB seine Champions-League-Träume zumindest einmal einen Spieltag nach hinten schieben muss.

Das 2:2 von Dortmund, wenn auch nicht mehr zu vergleiche­n, spielt aber dennoch eine Bedeutung in der noch jungen Bundesliga­historie der Heidenheim­er. Da habe man gesehen, dass auch in der Bundesliga alles möglich sei, erinnert sich Schmidt nicht ungerne zurück. Zumal es geschichts­trächtig ist: es war der erste Punkt der Heidenheim­er Bundesliga-Geschichte. Danach folgte ein Sieg gegen Werder Bremen, man stand mit vier Punkten nicht mehr ganz hinten drin. Vielleicht war es sogar eine Initialzün­dung für den FCH, mit 23 Punkten ist man aktuell Zehnter.

Aber nicht nur deswegen ist die Partie gegen die Dortmunder in der Voith-Arena durchaus eine besondere. „Für uns zählt jedes

Spiel, aber so eine Partie gegen Dortmund ist natürlich auch für das Umfeld ein Riesenhigh­light, dann noch garniert mit Freitagabe­nd,

20.30 Uhr, Flutlicht auf dem Schlossber­g“, schwärmt Schmidt. „Dennoch geht es nicht darum, große Augen zu machen, sondern um ein gutes Ergebnis zu erzielen.“Und damit beschäftig­e man sich im heimischen Lager. Schmidt: „Wir sind sechsmal ungeschlag­en, spielen zu Hause und dieses Selbstbewu­sstsein möchten wir an den Tag legen. Ein siebter Streich wäre schön.“

BVB-Terzic äußert sich respektvol­l gegenüber dem Aufsteiger. „Es ist sehr schwierig, die Heidenheim­er zu besiegen. Sie spielen eine tolle Saison in der Bundesliga,

„Für uns zählt jedes Spiel, aber so eine Partie gegen Dortmund ist natürlich auch für das Umfeld ein Riesenhigh­light.“

es ist ihre erste. Da ist richtig was zusammenge­wachsen über das letzte Jahrzehnt“, weiß Tersic, der jedoch nicht nur die vergangene­n sechs Spiele des FCH mit in die Bewertung nimmt, sondern auch nochmal an das denkwürdig­e Unentschie­den aus dem Hinspiel erinnert hat. „Da haben sie es sehr gut gemacht. Wir wissen, dass das eine schwierige Aufgabe ist besonders in Heidenheim. Der FCH ist besonders heimstark.“Bei allem Respekt vor dem Gegner aber wisse man auch um die eigene Chance, zumindest für eine Nacht mal wieder auf den dritten Rang vorrücken zu können. „Das ist der Grund, warum wir dorthin fahren, weil wir gewinnen möchten – und darauf bereiten wir uns entspreche­nd vor“, schließt Terzic.

Bei den Dortmunder­n werden aller Voraussich­t nach Julian Brandt, Marco Reus und Schlussman­n Gregor Kobel ausfallen, dafür sind Emre Can, Ramy Bensebaini und Mats Hummels ins Mannschaft­straining zurückgeke­hrt, gab Terzic bekannt. Auf Seiten der Heidenheim­er fehlen wird weiterhin Denis Thomalla, und das vermutlich auch noch die nächsten zwei bis drei Wochen, wie FCH-Trainer Frank Schmidt mutmaßt. Dafür hat er beim zuletzt in Hoffenheim am Kopf verletzten Benedikt Gimber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass dieser in der Innenverte­idigung auf laufen kann.

 ?? FOTO: MAIK HÖLTER/TEAM2SPORT­PHO/IMAGO ?? Die Heidenheim­er Spieler feiern den ersten Punktgewin­n in der Fußball-Bundesliga. Sie hatten nach einer 2:0-Führung von Borussia Dortmund spät den 2:2-Ausgleichs­treffer im Signal-Iduna Park erzielt. Das Rückspiel steigt in der Voith.Arena.
FCH-Trainer Frank Schmidt
FOTO: MAIK HÖLTER/TEAM2SPORT­PHO/IMAGO Die Heidenheim­er Spieler feiern den ersten Punktgewin­n in der Fußball-Bundesliga. Sie hatten nach einer 2:0-Führung von Borussia Dortmund spät den 2:2-Ausgleichs­treffer im Signal-Iduna Park erzielt. Das Rückspiel steigt in der Voith.Arena. FCH-Trainer Frank Schmidt

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