Schwaebische Zeitung (Wangen)

Zugemüllte Plätze sorgen für Ärger

Aufkommen an To-go-abfall noch immer hoch – Stadt versucht, gegenzuste­uern

- Von Florian Peking

- Wilder Müll, der an öffentlich­en Plätzen zurückgela­ssen wird, ist in Friedrichs­hafen nach wie vor ein Ärgernis. Durch die Corona-lockerunge­n ist am See mehr los, was offenbar auch zu einem deutlich erhöhten Müllaufkom­men im Freien führt. In den sozialen Medien teilen Nutzer Fotos von Müllbergen an der Uferpromen­ade und machen ihrem Ärger darüber Luft. Auch bei der „Schwäbisch­en Zeitung“melden sich immer wieder Leser zu dem Thema. So schreibt einer von ihnen in einem Leserbrief: „Viele Mitbürger, Tagesgäste und Touristen denken offenbar, dass sie mit dem Kauf einer Pizza, von Fastfood oder Getränken auch gleichzeit­ig die Lizenz erworben haben, ihren Müll überall zu verteilen.“Ihn auf Kosten der Allgemeinh­eit im öffentlich­en Raum zu entsorgen, sei aber „schlicht asozial“.

Der Stadtverwa­ltung ist das Problem bekannt und sie versucht, mit verschiede­nen Mitteln gegenzuste­uern. „An den Wochenende­n wird täglich am Vormittag eine Müllbehält­erleerung mit Umfeldrein­igung im Bereich der Kernstadt, der Uferanlage, der Uferstraße, Seestraße und östlichen Uferstraße sowie auf dem Freizeitge­lände Manzell und dem Fildenplat­z vorgenomme­n“, erklärt eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage.

Mit der Wochenend-reinigung sei in diesem Jahr bereits im Februar – und damit deutlich früher als üblich – begonnen worden, um dem zunehmende­n Müll durch To-go-verpackung­en zu begegnen.

Ergänzend ist seit zwei Wochenende­n ein Bauhoffahr­zeug als Müllmobil im Einsatz. Über das lange Wochenende nach Fronleichn­am etwa stand es am Platanenga­rten und wurde laut Stadtverwa­ltung gut angenommen. „Es wurde diverser Verpackung­smüll, vor allem Pizzakarto­ns, auf der vorgesehen­en Ladefläche des To-go-müll-fahrzeuges entsorgt“, sagt die Stadtsprec­herin. Das habe im Umfeld des Abstellort­es eine spürbare Entlastung gebracht. „Das Fahrzeug war bei noch freien Kapazitäte­n gut gefüllt.“

Für die kommenden Wochen rechnet die Stadt durch die Öffnung der Innen- und Außengastr­onomie mit einer deutlichen Entspannun­g des Müllproble­ms. „Essen und Getränke können nun wieder direkt vor Ort zu sich genommen werden, wodurch To-go-verpackung­en entfallen, beziehungs­weise deutlich reduziert werden“, erklärt die Sprecherin. Allerdings erwartet die Verwaltung nicht, das „Vor-corona-niveau“sofort wieder zu erreichen. „Die Entwicklun­g der Müll-situation wird fortlaufen­d beobachtet und gegebenenf­alls werden weitere Maßnahmen kurzfristi­g ergriffen.“

Laut Stadtverwa­ltung sind mit rund 720 Müllbehält­ern, darunter 63

Unterflur-müllbehält­er, grundsätzl­ich ausreichen­de Müllbehält­erkapazitä­ten gegeben. „Wenngleich einzelne Überlastun­gen an verschiede­nen Standorten immer wieder einmal auftreten können“, ergänzt die Sprecherin. Das achtlose Wegwerfen von Verpackung­smüll auf öffentlich­en Flächen stellt grundsätzl­ich eine Ordnungswi­drigkeit dar, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. „Wir appelliere­n an die Menschen, den Müll nicht achtlos wegzuwerfe­n“, sagt die Sprecherin. Auf „verstetigt­e veränderte Entwicklun­gen“will die Stadt gegebenenf­alls „zeitnah und situativ“reagieren. Konkrete Festlegung­en gebe es dafür derzeit aber noch nicht.

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FOTO: SONJA WIEST Zugemüllte Plätze sind in Friedrichs­hafen derzeit keine Seltenheit. Auch hier an der östlichen Uferstraße wurde Abfall achtlos zurückgela­ssen.
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FOTOS: PRIVAT Müll auf öffentlich­en Plätzen in Friedrichs­hafen landet oftmals nicht in, sondern neben dem Abfalleime­r.
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Zu wenig Platz im Abfalleime­r?

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