Schwaebische Zeitung (Wangen)

Zwei Großbauste­llen auf vier Kilometern der A 96

Beim Memminger Autobahnkr­euz werden Brücken neu gebaut - Mit Verzögerun­gen rechnen

- Von David Specht

- Pendler, die auf der A 96 Memmingen passieren, haben es nicht leicht. Seit mittlerwei­le drei Jahren sind Bauarbeite­r östlich des Memminger Autobahnkr­euzes am Werk. Für Auto- und Lastwagenf­ahrer geht es nur langsam und auf schmalen Fahrstreif­en über die dortige Hochbrücke. Auf einer Überführun­g westlich des Autobahnkr­euzes über die Memminger Straße gilt demnächst dasselbe.

Derzeit lässt die Autobahn Gmbh des Bundes neben dieser Überführun­g eine Behelfsbrü­cke errichten. Über die soll der Verkehr in Richtung München rollen, während die Überführun­g abgerissen und neugebaut wird. „So haben wir während der Bauarbeite­n dauerhaft zwei Spuren in jede Richtung“, sagt Tobias Ehrmann, Leiter der Niederlass­ung Kempten der Autobahn Gmbh. Am Montag ist die A 96 in Fahrtricht­ung München deshalb ab 22 Uhr für eine Nacht zwischen den Anschlusss­tellen Aitrach und Memmingen-nord gesperrt.

Zwei Spuren in jede Richtung: Das ist auch das Ziel des gesamten Projekts. Denn Autofahrer, die auf der A 96 von Lindau kommen, können zwar auf zwei Fahrstreif­en auf die A 7 Richtung Ulm auffahren. Die Weiterfahr­t Richtung München ist am Autobahnkr­euz teilweise jedoch nur auf einer Fahrspur möglich. „Das ist geschichtl­ich so gewachsen“, sagt Ehrmann. Ursprüngli­ch war die A 96 nur von Lindau bis Memmingen geplant und sollte dort auf die A 7 nach Ulm führen. Die Entscheidu­ng, die Autobahn bis München zu verlängern, fiel später.

Bis Ende 2023 soll diese einspurige Engstelle nun beseitigt und zudem neue Lärmschutz­wände entlang der Autobahn Richtung Norden gebaut werden. Dazu lässt die Autobahn Gmbh eine neue Überführun­g über die Memminger Straße errichten. „Leider können wir das vorhandene Brückenbau­werk aufgrund seiner Bauweise nicht erweitern. Das wäre eigentlich noch gut in Schuss“, sagt Ehrmann.

Nur knapp drei Kilometer weiter ist der südliche Teil der Hochbrücke über den Memminger Stadtpark Neue Welt bereits weitestgeh­end abgerissen. „Ich war am Montag auf der Baustelle, wir machen gute Fortschrit­te“, sagt Ehrmann. Dort soll entlang der Fahrbahn nach Lindau eine neue Lärmschutz­wand errichtet werden.

Diese ist für den älteren, nördlichen Teil der Brücke jedoch zu schwer, weshalb der seit zwei Monaten abgerissen wird. Eine Spezialmas­chine bohrt nun Pfähle für das Fundament des Neubaus in den Boden. In einem ersten Bauabschni­tt haben Bauarbeite­r den neueren, südlichen Teil der Brücke bereits verbreiter­t. Über diesen rollt der Verkehr seitdem auf vier Fahrspuren, allerdings mit Geschwindi­gkeitsbegr­enzung und Überholver­bot.

Das bleibt auch bis auf Weiteres so: Im Frühjahr 2023 sollen erstmals Autos und Lastwagen über den neuen, nördlichen Teil der Brücke fahren. Anschließe­nd steht noch der Rückbau der Verbreiter­ung des südlichen Brückentei­ls an. Dort errichten Arbeiter zudem Lärmschutz­wände. Die Fertigstel­lung der gesamten Maßnahme ist für Sommer 2024 geplant.

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