Schwaebische Zeitung (Wangen)

Alles für den K(l)ick?

- TEXT: TOBIAS SCHUHWERK/FOTO: BENEDIKT SIEGERT

(sz) - Kaum am Gipfel angekommen, wird das erste Foto gemacht. Mal ehrlich: Welcher Bergsteige­r kann dem Drang widerstehe­n, eine atemrauben­de Bergkuliss­e bildlich festzuhalt­en? Werden Fotos oder Videos anschließe­nd Freunden oder der Familie gezeigt, spricht sicher nichts dagegen. Problemati­scher kann es mitunter werden, wenn sogenannte Influencer, Blogger oder Youtuber sie zigtausend­en Zuschauern in den Sozialen Netzwerken präsentier­en. So sorgte zuletzt das Video eines Bergsportl­ers im Ostallgäu für Diskussion­en: Er filmte sich dabei, wie er mit einem Freund ungesicher­t die anspruchsv­olle Klettertou­r am Ostgrat des Säulings meisterte. Den spektakulä­ren Szenen stellte er klare Warnhinwei­se voran und bat, seinem Beispiel nicht zu folgen. Andere Videos verzichten auf diese Einordnung. In ihnen erscheint die Allgäuer Bergwelt als Freizeitpa­rk, in dem jeder tun und lassen kann, was er will – und in dem es keine Gefahren gibt. In seiner aktuellen Kampagne fordert der Deutsche Alpenverei­n dazu auf, das „F.u.n“-prinzip in den Bergen einzuhalte­n: „Sei freundlich, handle umsichtig und schone die Natur.“Ein wahnwitzig­es Video von einem Sprung in den Lechfall schlug jüngst in Füssen hohe Wellen. Mittlerwei­le herrscht an dieser Stelle ein Badeverbot und es wurden Warnschild­er (Foto) angebracht.

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