WENN SCHON NEU, DANN ABER RICH­TIG

SCREENGUIDE - - Tipps Für Twitter -

le Kom­pa­ti­bi­li­täts­prü­fung zu al­len bis­he­ri­gen An­pas­sun­gen er­for­der­te. Al­so tra­fen wir uns zum Durch­füh­ren ei­nes Up­dates um zwei Uhr mor­gens, brach­ten die neue Ver­si­on on­line und tes­te­ten bis mit­tags. Un­ser Frame­work hielt na­tür­lich nicht mit den Ent­wick­lun­gen an­de­rer mit, ei­ne mo­bi­le Ver­si­on war nicht in Sicht und ei­ne nach­träg­lich hin­zu­ge­füg­te API für An­bin­dun­gen un­denk­bar. Nut­zer wur­den un­zu­frie­den, wir selbst wa­ren nicht mehr stolz auf das, was wir an­bo­ten. Die Men­ge an Än­de­run­gen, die Neu­kun­den for­der­ten, wuchs bei je­dem Ver­trags­ab­schluss, und wir merk­ten, dass dies nicht mehr die bes­te Lö­sung auf dem Markt war. Hin­zu ka­men zahl­rei­che Än­de­rungs­wün­sche von un­se­ren Nut­zern und Kun­den. Die um­fas­sen­de Samm­lung al­ler aus dem Web 2.0 be­kann­ten Funk­tio­nen wur­de als zu sta­tisch und zu um­ständ­lich wahr­ge­nom­men. Be­nut­zer muss­ten zu­erst in den Funk­ti­ons­be­reich na­vi­gie­ren, in dem sie ak­tiv wer­den woll­ten. Ein ein­fa­ches Kon­su­mie­ren al­ler Neu­ig­kei­ten war auch nicht so ein­fach wie z.B. bei Face­book oder Twit­ter, wo ein­zig ein Scrol­len not­wen­dig war, um mög­lichst viel mit­zu­be­kom­men. Die im Com­mu­ni­ty-Bau­kas­ten an­ge­bo­te­ne Ver­schach­te­lung war für die schnel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on als Be­glei­tung zum All­tag nicht zü­gig und in­tui­tiv ge­nug. Da­ge­gen wa­ren die von den So­ci­al Net­works be­kann­ten Ac­tivi­ty Streams viel schnel­ler und ein­fa­cher. Hier setz­ten wir an. Da­bei be­gann auch ei­ne der ers­ten gro­ßen kon­zep­tio­nel­len Her­aus­for­de­run­gen: Es soll­te die klas­si­schen Ac­tivi­ty Streams ge­ben, die ei­gent­lich nur Ak­ti­vi­tä­ten zu­sam­men­fas­sen. Hier wür­de auf­ge­zählt wer­den, wer ei­nen neu­en Kon­takt, wer ein neu­es Pro­fil­bild hat, wo ein neu­es Do­ku­ment ist etc. Face­book hat die­ses Kon­zept wei­ter­ge­tra­gen, und Twit­ter hat es per­fek­tio­niert. Bei­de set­zen eher auf Con­tent Streams, d.h. ei­nen Strom an Bei­trä­gen, die von Nut­zern ver­fasst wer­den. Die klas­si­schen Ak­ti­vi­tä­ten wur­den bei Face­book in die Sei­ten­leis­te ver­bannt und bei Twit­ter gar nicht erst dar­ge­stellt. Denn ei­ne Auf­zäh­lung al­ler Ak­ti­vi­tä­ten führt auch zu ei­nem ab­len­ken­den Rau­schen, da ein Groß­teil die­ser Ak­ti­vi­tä­ten für die Mehr­heit der Nut­zer nicht in­ter­es­sant ist. Un­se­re Lis­te an Än­de­rungs­wün­schen war so lang, dass uns schnell klar wur­de: „Wir müs­sen es al­les neu ma­chen!” Ein Um­bau des be­ste­hen­den Sys­tems hät­te uns jah­re­lang be­schäf­tigt und die Ver­bes­se- run­gen wä­ren im­mer nur klein und in­kre­men­tell ge­blie­ben. Wir woll­ten aber ein wei­ßes Blatt, auf dem wir mit al­len Er­fah­run­gen neu los­le­gen konn­ten. Dies er­mög­lich­te uns auch, auf neue Tech­no­lo­gi­en zu set­zen und nicht mehr das Rad im­mer wie­der neu er­fin­den zu müs­sen. Al­so schau­ten wir uns gründ­lich um, tes­te­ten und bau­ten klei­ne Pro­to­ty­pen. Auf der Short­list lan­de­ten: PHP mit ent­we­der Zend oder Sym­fo­ny, Py­thon mit Djan­go oder Ru­by mit Rails. Wir ent­schie­den uns nach lan­gen Dis­kus­sio­nen für den Rails-Weg, in Kom­bi­na­ti­on mit Mon­goDB, Re­dis und Back­bone.js als MVC-Frame­work im Brow­ser. Die Ru­by-Com­mu­ni­ty war da­bei ein gro­ßer Ein­fluss, da sie uns als sehr of­fen, sym­pa­thisch, de­tail- und op­ti­mie­rungs­ver­liebt er­schien. Ein Jahr spä­ter hat­ten wir be­reits die ers­te Ver­si­on un­se­rer neu­en Lö­sung ti­xxt bei ei­nem

Abb. 1: Gol­f4All als Bei­spiel ei­ner mi­xxt-Com­mu­ni­ty

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