IN­DIEWE­BCAMP

SCREENGUIDE - - Tipps Für Twitter -

bleibt ab­zu­war­ten (sie­he Screenguide Nr. 25, Sei­te 92 f.). Auch Dia­spo­ra und Sta­tus.NET bie­ten kei­nen Aus­weg aus der Mi­se­re. Die Platt­for­men sind zwar auch of­fen und funk­tio­nie­ren so­gar de­zen­tral, aber im Prin­zip sind sie eben­so nur so­zia­le Netz­wer­ke. Ob Face­book oder ei­nem Be­trei­ber ei­nes Dia­spo­ra-Ser­vers das Geld aus­geht, be­deu­tet für Sie das Glei­che: Ver­lust Ih­rer Da­ten! Tan­tek Çe­lik (der geis­ti­ge Va­ter der Mi­cro­for­mats), Am­ber Ca­se und Aa­ron Pare­cki (der Be­trei­ber von OAuth.net) gel­ten als Grün­der der In­dieWeb-Be­we­gung. Sie or­ga­ni­sier­ten im Ju­ni 2011 das ers­te In­dieWe­bCamp in Port­land [goo.gl/v9YpA]. Trei­ben­de Kraft für das ers­te Camp war vor al­lem die Frus­tra­ti­on über die Ent­wick­lung des So­ci­al Webs. Im­mer mehr so­zia­le Netz­wer­ke stel­len ih­ren Be­trieb ein oder mu­tie­ren zu so­ge­nann­ten Wal­led Gar­dens [goo.gl/OI5opP]. Goog­le, Mi­cro­soft, die In­ter­net En­gi­nee­ring Task Force (IETF) und das W3C sor­gen da­für, dass bis­he­ri­ge Stan­dards wie OpenID oder OAuth zu kom­ple­xen En­ter­pri­se-Lö­sun­gen wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Par­al­lel da­zu grün­det das W3C die „Fe­dera­ted So­ci­al Web In­cu­ba­tor Group”, um dar­über zu dis­ku­tie­ren, wie ein de­zen­tra­les so­zia­les Netz­werk aus­se­hen könn­te. Tan­tek fasst das Pro­blem in ei­ner Prä­sen­ta­ti­on fol­gen­der­ma­ßen zu­sam­men: „Mich in­ter­es­sie­ren kei­ne de­zen­tra­len Pro­to­kol­le, mich in­ter­es­sie­ren mei­ne Da­ten und mich in­ter­es­sie­ren mei­ne Freun­de.” [goo.gl/dy­wiQP] Um nicht im­mer wie­der die glei­chen Feh­ler zu be­ge­hen, rich­tet sich das In­dieWe­bCamp aus­schließ­lich an Ent­wick­ler und De­si­gner. Im Fo­kus ste­hen kei­ne theo­re­ti­schen Pro­to­kol­le, son­dern funk­tio­nie­ren­der Co­de. Aus den In­dieWe­bCamp-Prin­zi­pi­en [goo.gl/ulCYvJ]:

■ Ent­wi­ckeln Sie Pro­gram­me zu­erst für Ih­ren ei­ge­nen Nut­zen und ver­su­chen Sie nicht, zu vie­le Be­dürf­nis­se Ih­rer Freun­de ein­flie­ßen zu las­sen. „Eat your own dog­food” – Be­nut­zen Sie Ih­re Soft­ware selbst, denn wenn Sie sie nicht be­nut­zen, war­um soll­ten sie an­de­re ver­wen­den? Do­ku­men­tie­ren Sie Ih­re Er­kennt­nis­se und Feh­ler für an­de­re. Ver­öf­fent­li­chen Sie Ih­re Pro­gram­me, viel­leicht kön­nen an­de­re da­von pro­fi­tie­ren. Der Ablauf ei­nes In­dieWe­bCamps [goo.gl/zSF­cyZ] äh­nelt ei­nem klas­si­schen Bar­camp. Der ein­zi­ge we­sent­li­che Un­ter­schied zu ei­nem Bar­Camp ist der Fo­kus auf die tech­ni­schen Aspek­te. Der ers­te Tag gleicht dem ei­ner klas­si­schen Un­kon­fe­renz und be­inhal­tet Vor­trä­ge und Dis­kus­sio­nen rund um das The­ma In­dieWeb. Der zwei­te Tag gleicht aber eher ei­nem Hacka­thon, bei dem die zu­vor dis­ku­tier­ten Ide­en di­rekt um­ge­setzt und an­schlie­ßend prä­sen­tiert wer­den.

Abb. 1: In­dieWe­bCamp 2011 in Port­land

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