WENN DER KUN­DE NICHT ZAHLT

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■ Na­me und An­schrift des Rech­nungstel­lers so­wie des Auf­trag­ge­bers. Ei­ne Te­le­fon­num­mer oder ei­ne E-Mail-Adres­se für even­tu­el­le Rück­fra­gen ist emp­feh­lens­wert. Rech­nungs­da­tum und ei­ne fort­lau­fen­de Rech­nungs­num­mer. Die Steu­er­num­mer des Rech­nungstel­lers. Al­ter­na­tiv die Um­satz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer. Der Leis­tungs­zeit­raum, der an­gibt, wann ge­nau be­zie­hungs­wei­se über wel­chen Zei­t­raum Ih­re Leis­tung er­bracht wor­den ist. In­for­ma­tio­nen über den Um­fang und die Art der Di­enst­leis­tung, die von Ih­nen er­bracht wor­den ist. Der Net­to­be­trag für al­le er­brach­ten Leis­tun­gen. Die Mehr­wert­steu­er für die von Ih­nen er­brach­ten Leis­tun­gen. Die Ge­samt­sum­me aus Net­to­be­trag und Mehr­wert­steu­er. Das Zah­lungs­ziel, das mög­lichst kon­kret sein soll­te. Ih­re Bank­ver­bin­dung. Vie­le die­ser An­ga­ben sind selbst­ver­ständ­lich, an­de­re wie die Um­satz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer nicht un­be­dingt. Die­se Num­mer dient in ers­ter Li­nie für Ge­schäf­te mit Un­ter­neh­men im EU-Aus­land. Da­bei kann es sich um Ih­ren Auf­trag­ge­ber han­deln oder aber auch um ei­nen Händ­ler, bei dem Sie Ar­beits­ma­te­ria­li­en güns­ti­ger er­wer­ben als in Deutsch­land. In die­sem Fall wird auf die Be­rech­nung der Mehr­wert­steu­er gleich von An­fang an ver­zich­tet und ei­ne Rück­er­stat­tung der ge­zahl­ten Steu­ern ver­hin­dert. Be­an­tra­gen kön­nen Sie die Um­satz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer im Web beim Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern auf bzst.de. Ge­gen­über der nor­ma­len Steu­er­num­mer, die je­der Frei­be­ruf­ler zwin­gend be­nö­tigt, der Um­satz­steu­er er­he­ben will oder muss, hat die Um­satz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer noch ei­nen zwei­ten Vor­teil: Sie er­laubt kei­ner­lei steu­er­li­che Re­cher­chen zu Ih­rem Un­ter­neh­men durch Ih­re Auf­trag­ge­ber und bie­tet da­her ei­ne weit grö­ße­re Pri­vat­sphä­re für Ihr Ge­schäft. Laut ak­tu­el­len Zah­len der Wirt­schafts­aus­kunf­tei Bür­gel und der EOS Deutsch­land B2B war­ten Auf­trag­neh­mer in vie­len Fäl­len lei­der ver­geb­lich auf ihr Geld: Im Sep­tem­ber 2015 zahl­ten 14,9 Pro­zent der Un­ter­neh­men in Deutsch­land ih­re Rech­nun­gen ver­spä­tet oder gar nicht. „Gro­ße Un­ter­neh­men nut­zen ih­re Macht am Markt aus, zei­gen ein li­qui­di­täts­scho­nen­des Ver­hal­ten und zah­len ih­re Rech­nun­gen be­wusst ver­spä­tet. Es ist häu­fig kei­ne Fra­ge der Zah­lungs­fä­hig­keit, son­dern rein ei­ne Fra­ge der Zah­lungs­wil­lig­keit”, sagt Bür­gel-Ge­schäfts­füh­rer Dr. Nor­bert Sel­lin. Un­term Strich bleibt die Fra­ge: Was tue ich als Auf­trag­neh­mer, wenn mein Auf­trag­ge­ber nicht zahlt? Wann ver­schi­cke ich Mah­nun­gen und wann wen­de ich mich als al­ler­letz­te Maß­nah­me an ein In­kas­so­bü­ro? Sie­he da­zu das Interview auf der nächs­ten Sei­te. ge­hen möch­te, der soll­te über den Ab­schluss ei­ner Rechts­schutz­ver­si­che­rung für Selbst­stän­di­ge nach­den­ken. Die­se Ver­si­che­run­gen grei­fen bei­spiels­wei­se bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen im Be­reich des Ver­trags- und Sa­chen­rechts, des Steu­er­rechts, bei Scha­den­er­satz­for­de­run­gen oder im Ar­beits­schutz­recht. Da bei Frei­be­ruf­lern und Selbst­stän­di­gen die Gren­zen zwi­schen Privat- und Ar­beits­le­ben schnell ver­schwim­men, de­cken die Ver­trä­ge der meis­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men bei­de Be­rei­che glei­cher­ma­ßen ab. Sie kön­nen al­so oft gar kei­ne rein be­ruf­li­che Rechts­schutz­ver­si­che­rung aus­wäh­len, son­dern wäh­len zur pri­va­ten Rechts­schutz­ver­si­che­rung den be­ruf­li­chen Baustein mit da­zu. Die be­ruf­li­che Tä­tig­keit muss im Ver­si­che­rungs­schein ab­so­lut ge­nau um­schrie­ben sein, da­mit der Ver­si­che­rungs­schutz im Not­fall auch wirk­lich greift. Hier soll­ten Sie kei­ne Ne­ben­tä­tig­keit ver­ges­sen, er­scheint sie auch noch so un­be­deu­tend. Bei man­chen Au­to­ver­si­che­run­gen lässt sich der Jah­res­bei­trag ver­rin­gern, wenn Sie be­reit sind, Ihr Au­to nach ei­nem Un­fall in ei­ner vom Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men aus­ge­wähl­ten Part­ner­werk­statt re­pa­rie­ren zu las­sen. Ähn­li­ches gibt es auch bei Rechts­schutz­ver­si­che­run­gen. Ei­ni­ge Ver­si­che­rer ver­lan­gen vom Ver­si­cher­ten, im Ver­si­che­rungs­fall ei­nen Part­ner­an­walt des Ver­si­che­rers auf­zu­su­chen. Wer das nicht möch­te, der soll­te un­be­dingt ei­nen Ver­trag aus­wäh­len, der die Wahl des An­walts frei­stellt. Rechts­schutz­ver­si­che­run­gen mit ei­ner Kom­bi­na­ti­on aus Pri­vat­und Be­rufs­rechts­schutz be­gin­nen bei et­wa 16 Eu­ro mo­nat­lich bei ei­ner Selbst­be­tei­li­gung bis 150 Eu­ro. Möch­ten Sie die­se Selbst­be­tei­li­gung aus­schlie­ßen, zah­len Sie dem­ent­spre­chend mehr.

ist lang­jäh­ri­ger Re­dak­teur, Au­tor und Pro­jekt­lei­ter bei Fach­zeit­schrif­ten wie PCgo, PC Ma­ga­zin, Screenguide, PC Welt, Con­nec­ted Ho­me oder In­ter­net Ma­ga­zin. Wei­ter­hin schreibt er für Pro­jek­te des Ver­lags Wer­ben & Ver­kau­fen und be­treibt ei­nen ei­ge­nen Rei­se­b­log.

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