Pa­ro­le Fe­mi­nis­mus

Am 8. März ist In­ter­na­tio­na­ler Frau­en­tag. Ak­ti­vis­tin­nen kämp­fen für sei­ne Re­po­li­ti­sie­rung

Siegessaeule - - Berlin -

• Es ist schon er­schre­ckend, was aus dem Welt­frau­en­tag ge­wor­den ist. Bei Al­di gibt es Lip­pen­stift und Na­gel­lack im Son­der­an­ge­bot und die Blu­men­lä­den ma­chen Rie­sen­ge­schäf­te, weil al­le Welt glaubt, die Frau­en mit hübsch ge­bun­de­nen Sträu­ßen er­freu­en zu müs­sen. Al­les be­gann vor 103 Jah­ren durch ei­ne Idee der Frau­en­recht­le­rin Cla­ra Zet­kin. Haupt­an­lie­gen wa­ren da­mals das Frau­en­wahl­recht und über­haupt die Rech­te der Frau­en. Sie woll­ten po­li­tisch und ge­sell­schaft­lich ak­ti­ver wer­den. Die­ser selt­sa­men Ent­wick­lung des Frau­en­tags hin zu ei­ner Mi­schung aus Va­len­tins- und Mut­ter­tag möch­te das Bünd­nis Frau­en*Kampf­tag 2014 ent­ge­gen­wir­ken. „Ge­ra­de aus den Er­fah­run­gen der Frau­en­be­we­gun­gen wird doch deut­lich, dass ge­sell­schaft­li­cher Fort­schritt nicht vom Him­mel fallt, son­dern von den Be­trof­fe­nen hart in po­li­ti­schen und ge­sell­schaft­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen er­kämpft wer­den muss“, sa­gen Frie­de­ri­ke und Bet­ti­na vom Bünd­nis, das den Frau­en­tag wie­der ins an­ge­mes­se­ne Licht rü­cken, ihn re­po­li­ti­sie­ren möch­te. Wich­tig ist ih­nen da­bei, dass nie­mand aus­ge­schlos­sen wird. „Wir ha­ben den Be­griff Frau­en und Mäd­chen mit Stern­chen* mar­kiert“, be­to­nen die bei­den, „da­mit schlie­ßen wir trans* und in­ter* Frau­en ex­pli­zit ein.“ Vie­le der Haupt­an­lie­gen sind lei­der im­mer noch ak­tu­ell. „Kon­kret geht es um die Un­ter­schie­de beim Lohn, bei der Ren­ten­si­che­rung, die Re­prä­sen­ta­ti­on von Weib­lich­keit in män­ner­do­mi­nier­ten kul­tu­rel­len und wirt­schaft­li­chen Fel­dern so­wie kör­per­li­che, ge­schlecht­li­che und se­xu­el­le Selbst­be­stim­mung“, sagt die Rap­pe­rin Soo­kee, die eben­falls zum Bünd­nis Frau­en*Kampf­tag 2014 ge­hört. Es ge­he auch dar­um, auf in­ter­na­tio­na­le The­men hin­zu­wei­sen, et­wa die ein­ge­schränk­te Selbst­be­stim­mung bei Schwan­ger­schafts­ab­brü­chen in Po­len und Spa­ni­en, auf die in­ter­na­tio­na­len Mas­sen­de­mos ge­gen die staat­li­che Ver­fol­gung von Ho­mo­se­xu­el­len, Se­xis­mus und Ge­walt ge­gen Frau­en*, Ho­mo- und Trans­se­xu­el­le. Mit den The­men Gleich­stel­lung und Gleich­be­hand­lung be­schäf­ti­gen sich bis zum 8. März meh­re­re Ver­an­stal­tun­gen und Work­shops in Je­na, Er­furt, Mar­burg, Dres­den und Leip­zig. Re­fe­riert wird un­ter an­de­rem über se­xua­li­sier­te Ge­walt, schwar­zen Fe­mi­nis­mus und fe­mi­nis­ti­sche Por­no­gra­fie. Am Frau­en­tag selbst rei­sen die je­wei­li­gen Ver­bän­de dann nach Ber­lin, um dort ge­mein­sam zu de­mons­trie­ren. Die De­mons­tra­ti­on be­ginnt um 13:00 am Bahn­hof Ge­sund­brun­nen im Wed­ding. Von dort geht es zum fe­mi­nis­tisch ge­schichts­träch­ti­gen Ro­sa-Lu­xem­burg-Platz in Mit­te, wo Soo­kee zur End­kund­ge­bung ein Kon­zert gibt. Wo die gro­ße Par­ty am Abend statt­fin­den wird, stand bei Re­dak­ti­ons­schluss noch nicht fest. Klar war hin­ge­gen das Mot­to der ge­sam­ten Ver­an­stal­tung am Frau­en­tag. Es lau­tet schlicht und schön: „Still lo­vin fe­mi­nism!“Ma­ria Mi­ki­ty­la

Rap­pe­rin Soo­kee vom Bünd­nis Frau­en*Kampf­tag 2014

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