Pimp my Kiez

Die Ge­rüch­te­kü­che bro­delt – in der Schö­ne­ber­ger Sze­ne sol­len gleich zwei neue Lä­den auf­ma­chen. Wir ha­ben uns um­ge­hört, was dran ist

Siegessaeule - - Berlin - An­dre­as Mar­sch­ner

• Im Nol­len­dorf­kiez tut sich was. Fest steht, das Kreuz­ber­ger Rausch­gold will ei­ne De­pen­dance er­öff­nen. „Wir wis­sen zwar schon wo, aber der ge­naue Stand­ort wird vor­erst noch nicht ver­ra­ten“, ge­heim­nis­krä­mert Rausch­gold-Ge­schäfts­füh­rer Lan­ce. Nur so viel ver­rät er schon: In dem La­den war vor­her auch schon ei­ne Sze­ne­knei­pe. Wie die De­pen­dance hei­ßen soll, steht al­ler­dings noch nicht fest. „Mo­men­tan sind wir auf der Na­mens­su­che. Wir ha­ben ei­nen Auf­ruf auf Face­book ge­star­tet und un­se­re Gäs­te ge­fragt, wie ih­re neue Lieb­lings­knei­pe in Schö­ne­berg hei­ßen soll. Ein paar sehr lus­ti­ge Vor­schlä­ge gibt es schon.“Auch im Rausch­gold-Ab­le­ger soll es wie ge­wohnt ku­sche­lig-kit­schig wer­den. Es wird na­tür­lich an­ders aus­se­hen als am Meh­ring­damm, be­tont Lan­ce, „aber un­se­re Hand­schrift wird auch hier zu er­ken­nen sein“. Die De­pen­dance soll kein Du­pli­kat des Pro­gramms in der Mut­ter­knei­pe sein. Dem Rausch­gold-Team sind ei­ni­ge Sa­chen auf­ge­fal­len, die in Schö­ne­berg feh­len: „Das sind Kn­ei­pen, in de­nen man ge­pflegt ab­sa­cken kann und in de­nen sich al­les und je­der trifft, Schwu­le, Les­ben, Tran­sen und He­te­ros.“Man wol­le auf je­den Fall wie­der ein „Wohn­zim­mer“schaf­fen, wo man fei­ern und ab­stür­zen kann. Ei­ne rich­ti­ge Büh­ne soll es nicht ge­ben, al­ler­dings re­gel­mä­ßi­ge Tre­sen­shows am Wo­che­n­en­de. Die DJs wer­den in ge­wohn­ter Rausch­gold-Ma­nier ver­schie­dens­te Mu­sik­sti­le auf­le­gen. „Vor­zugs­wei­se Tran­sen und Drags, weil die feh­len schon sehr im täg­li­chen Schö­ne­ber­ger Nacht­le­ben“, fin­det Lan­ce. An­ge­stamm­te Meh­ring­damm­le­rin­nen wie Ju­ras­si­ca Par­ka und Sal­ly Mo­rell be­rei­ten sich schon auf ei­nen re­gen Pen­del­ver­kehr zwi­schen Kreuz- und Schö­ne­berg vor. Das Rausch­gol­dTeam wird künf­tig in bei­den Lä­den die Gäs­te be­spa­ßen. Wenn al­les rei­bungs­los läuft, soll die De­pen­dance En­de April er­öff­nen. Ein ehr­gei­zi­ges Vor­ha­ben, denn Bau­ar­bei­ten und Re­no­vie­run­gen hat­ten im Fe­bru­ar noch nicht be­gon­nen. Das lie­ge dar­an, dass der Vor­mie­ter noch im Ob­jekt sei. Ur­sprüng­lich gab es die Idee, nach Neu­kölln zu ge­hen. Doch dort er­wies sich die Su­che nach ge­eig­ne­ten Räu­men schwie­ri­ger als ge­dacht. Der Plan war, in fuß­läu­fi­ger Nä­he zum neu­en SchwuZ zu blei­ben, und da war ein­fach nichts zu ma­chen, er­zählt Lan­ce. Vor­erst ge­be es ja noch ei­ne Rausch­gold-Ver­bin­dung nach Neu­kölln durch die mo­nat­li­che Dænz­ge­døns-Par­ty im SchwuZ. Dass die De­pen­dance nun in den Nol­len­dorf­kiez kommt, ging auf die Initia­ti­ve von ein paar Schö­ne­ber­ger Wir­ten und dem zu­künf­ti­gen Ver­mie­ter zu­rück. „Sie frag­ten uns, ob wir Lust hät­ten“, so Lan­ce, „und wir ha­ben Ja ge­sagt.“Er und sein Team freu­en sich auf den zu­sätz­li­chen neu­en Stand­ort. „Wir wer­den das Rad auch nicht neu er­fin­den, aber wir brin­gen viel­leicht ein Stück Kreuz­ber­ger Flair mit nach Schö­ne­berg, um die Leu­te dort zu be­zau­bern“, sagt Lan­ce. „Schö­ne­berg, wir kom­men und freu­en uns auf euch!“Ganz an­de­re Plä­ne gibt es für das ehe­ma­li­ge El­do­ra­do. Noch sind die Fens­ter der Lo­ca­ti­on an der Ecke Motz-/Ei­se­nach­er Stra­ße ver­hängt. Hin­ter den Schei­ben steht auf de­zent grü­ner Pap­pe: „Ab Früh­jahr – Ro­meo und Ro­meo“. Ei­ne ab­ge­bil­de­te Kaf­fee­tas­se deu­tet dar­auf hin, dass hier mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit ein Cof­fee­shop ein­zie­hen wird. Und rich­tig, so wird es kom­men, be­stä­ti­gen die Be­trei­ber, die na­ment­lich nicht ge­nannt wer­den möch­ten. Wann ge­nau der ca. 100 Qua­drat­me­ter gro­ße La­den öff­net, sei noch nicht klar. Ge­plant ist April, spä­tes­tens Mai. „Bis­her ist die Idee, dass wir das Ro­meo und Ro­meo zwi­schen 8 und 20 Uhr öff­nen“, so die Be­trei­ber. An­bie­ten wol­len sie al­les, was es in ei­nem Ca­fé so gibt: vom Crois­sant bis zum Kaf­fee to go. Sie sind stolz, dass sie ei­nen La­den „für al­le“auf­ma­chen. So ein Cof­fee­shop pas­se gut in den Kiez, fin­den sie. Denn rund um den Nol­len­dorf­platz ist zwar im­mer noch vor al­lem nachts viel los, aber durch neue Ge­schäf­te und Re­stau­rants, et­wa in der Ei­se­nach­er, Motz-, Kalck­reuth- und Nol­len­dorf­stra­ße, ist die Ge­gend auch tags­über deut­lich be­leb­ter. Des­halb hof­fen die Be­trei­ber, dass das Kon­zept gut an­ge­nom­men wird. Im neu­en Cof­fee­shop sol­len die Gäs­te nicht nur drin­nen ge­müt­lich klö­nen kön­nen, son­dern auch auf der Au­ßen­ter­ras­se. Und die lie­ge so güns­tig, dass dort im Som­mer den gan­zen Tag über die Son­ne strahlt.

Lan­ce vom Rausch­gold im Schö­ne­ber­ger Sze­ne­kiez

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