Lie­be Le­se­rin­nen und Le­ser,

Siegessaeule - - Editorial/Inhalt -

Tri­umph und Tra­gik lie­gen oft sehr nah bei­ein­an­der. Wäh­rend un­se­re ös­ter­rei­chi­sche Bart-Schwes­ter Con­chi­ta Wurst im Mai wie ein schil­lern­der Phö­nix aus der Asche stieg und mit ih­rem Sieg beim Eu­ro­vi­si­on Song Con­test der quee­ren Com­mu­ni­ty welt­weit Trä­nen der Rüh­rung in die Au­gen trieb, muss­te nicht nur Con­chi­ta selbst in den dar­auf fol­gen­den Wo­chen er­fah­ren, wie tief der Hass man­cher Men­schen auf al­les ist, das nicht den gän­gi­gen Kon­struk­tio­nen von Ge­schlecht und Se­xua­li­tät ent­spricht. So kam es in Ber­lin kürz­lich er­neut zu bru­ta­len Über­grif­fen ge­gen Ho­mos – un­ter den Op­fern auch ei­ne be­kann­te Par­ty­tran­se, die sich al­ler­dings aus­ge­be­ten hat, an die­ser Stel­le an­onym zu blei­ben. Es bleibt al­so noch viel zu tun, auch wenn die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit, die beim ESC für Con­chi­ta Wurst und ih­ren Song „Ri­se Li­ke a Pho­enix“stimm­te, ei­ne an­de­re Ver­mu­tung na­he­legt. Wir ha­ben in den letz­ten Mo­na­ten in­ten­siv über die Strei­tig­kei­ten rund um den Ber­li­ner CSD be­rich­tet und auch in die­sem Heft fas­sen wir den Zoff um die mitt­ler­wei­le drei an­ste­hen­den Pri­de-De­mos noch mal zu­sam­men. Si­cher sind wir dar­über al­le et­was CSD-mü­de ge­wor­den, vie­le wol­len viel­leicht in die­sem Jahr ganz zu Hau­se blei­ben, weil sie kei­nen Bock mehr auf Macht­spie­le von Ver­ei­nen und Ver­bän­den ha­ben. Wir möch­ten euch da­zu nur Fol­gen­des sa­gen: Gebt euch die­sem Ge­fühl nicht hin und kommt am 21.06. zu ei­nem der drei Ber­li­ner CSDs. Die­ser Tag ge­hört uns und quee­re Prä­senz auf den Stra­ßen die­ser Stadt ist in die­sem Jahr viel­leicht wich­ti­ger denn je. Wir wün­schen euch al­len ei­nen wun­der­vol­len CSD!

Jan Noll und Chris­ti­na Rein­thal, Chef­re­dak­ti­on

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