One way or ano­ther

Siegessaeule - - Musik - In­ter­view: Ma­nue­la Kay

Die Kult­band Blon­die mel­det sich recht­zei­tig zum 40. Büh­nen­ju­bi­lä­um zu­rück

„Old news“sei ih­re Bise­xua­li­tät sagt Pop-Iko­ne Deb­bie Har­ry im Te­le­fo­nat mit Sie­ges­säu­le. Ge­ra­de er­schien mit „Ghosts of Down­load“das zehn­te Stu­dio­al­bum der New-Wa­ve-Le­gen­den. Ma­nue­la Kay sprach mit Har­ry und ih­rem ExLo­ver und Blon­die-Mit­be­grün­der Chris St­ein über Er­folg, ein­deu­ti­ge An­ge­bo­te und das be­vor­ste­hen­de Kon­zert in Ber­lin

Ihr habt mit der Band Blon­die al­les er­reicht, was im Mu­sik­busi­ness mög­lich ist. Wie de­fi­niert ihr heu­te ei­nen Er­folg, zum Bei­spiel für das neue Al­bum. Al­les, was nicht ein Num­mer-eins-Hit wird, kann für euch doch nicht mehr reiz­voll

sein, oder? Chris: Wenn die Leu­te die Mu­sik mö­gen, dann ist es schon er­folg­reich. Und wenn ich sie mag auch. Deb­bie: Chris und ich sind im Hier und Jetzt an­ge­kom­men. Heu­te be­deu­ten uns un­mit­tel­ba­re Re­ak­tio­nen im In­ter­net oder per­sön­li­ches Feed­back mehr. Aber noch mal ei­nen Num­mer-eins-Ra­dio­hit zu lan­den, das wä­re schon was ... Ich ha­be noch gro­ße Hoff­nung ... (lacht) Lang­weilt es euch ei­gent­lich nicht, im­mer die­sel­ben Hits zu spie­len? Chris: Das Pu­bli­kum ist das Ent­schei­den­de dar­an, wenn die da­zu aus­flip­pen, in­fi­ziert uns das auch. Deb­bie: Dass die Leu­te un­se­re Mu­sik heu­te noch im­mer lie­ben, ist doch das größ­te Kom­pli­ment, das man be­kom­men kann.

Tanzt ihr selbst auch noch gern zu eu­rer

ei­ge­nen Mu­sik? Deb­bie: Ha­ha ..., wenn ich per­for­me, ja, das geht ja au­to­ma­tisch. Aber in ei­nem Club, da bin ich nicht si­cher, ob ich zu mei­nen ei­ge­nen Songs tan­zen wür­de. Wenn ich eh schon auf der Tanz­flä­che wä­re, wür­de ich wahr­schein­lich wei­ter­tan­zen.

Deb­bie, du hast kürz­lich in ei­nem In­ter­view er­zählt, dass du bi­se­xu­ell bist. War­um bist du erst jetzt da­mit raus­ge

rückt? Deb­bie: Das ha­be ich doch schon vor vie­len Jah­ren ge­sagt. Das ist doch echt „old news“. Für mich ist Se­xua­li­tät das Hin­ge­zo­gen­sein zu ei­ner be­stimm­ten Per­son. Na­tür­lich ha­ben wir al­le Ten­den­zen in die ei­ne oder an­de­re Rich­tung, aber se­xu­el­le An­zie­hungs­kraft ist eher un­er­klär­bar. Ei­gent­lich woll­te ich sa­gen, dass nie­mand Angst ha­ben soll­te, zu lie­ben, wen man will. Ich dach­te, du hät­test zum ers­ten Mal ge­sagt, dass du auch Lie­bes­ge­schich­ten mit Frau­en hat­test? Deb­bie: Nein, das ha­be ich schon vor sehr lan­ger Zeit ge­sagt. Aber wo es jetzt schon übe­r­all in der Pres­se war, zu­sam­men mit dei­ner Äu­ße­rung, dass du gern ei­ne Af­fä­re hät­test, be­kommst du vie­le An­ge­bo­te von Frau­en? Deb­bie: Das wur­de wohl miss­ver­stan­den. Aber ich bin of­fen für Vor­schlä­ge ... Was er­war­tet ihr für eu­er Kon­zert in Ber­lin, habt ihr Er­in­ne­run­gen an die Stadt?

Deb­bie: War es in Ber­lin, als die Fans am Band­bus drau­ßen kleb­ten, als wir los­fuh­ren? Wir ha­ben so lan­ge nicht in Ber­lin ge­spielt und ich freue mich sehr auf un­se­re eu­ro­päi­schen Fans. Hier hat­ten wir ja un­se­re An­fän­ge und wur­den viel frü­her ak­zep­tiert als in den USA.

Blon­die: Blon­die 4(0) Ever & Ghosts of Down­load (No­b­le ID/Ele­ven Se­ven Mu­sic/Ca­ro­li­ne), jetzt er­hält­lich Blon­die live in Berlin, 23.06., 20:00, Tem­po­drom Fo­to: Blon­die 2014 – links au­ßen: Chris St­ein, rechts au­ßen: Deb­bie Har­ry

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