Over the rain­bow

Siegessaeule - - Party - Den­nis Agye­mang

Mit der OZ Bar in der Berg­mann­stra­ße be­kommt der Kiez rund um den Meh­ring­damm ei­nen neu­en, schwul-les­bi­schen An­lauf­punkt

• Seit­dem das SchwuZ im ver­gan­ge­nen Herbst nach Neu­kölln zog, ist es sze­ne­tech­nisch im Berg­mann­kiez eher ru­hig ge­wor­den. Na­tür­lich hal­ten Rausch­gold, Bar­bie Bar oder Me­lit­ta Sund­ström wei­ter­hin die Stel­lung – die ei­nen mehr, die an­de­ren we­ni­ger er­folg­reich –, aber ein zu­sätz­li­ches An­ge­bot für Schwu­le und Les­ben ist trotz­dem mehr als ger­ne ge­se­hen. Und ge­nau das wol­len Ines Kraft und Dirk Hoff­mann jetzt bie­ten. Mit­te April ha­ben sie in der Berg­mann­stra­ße 104 die OZ Cock­tail­bar er­öff­net. Die bei­den ha­ben sich ei­nen lang ge­heg­ten Traum er­füllt: „Die Idee mit der Bar hat­ten wir schon län­ger. Uns hat im­mer ge­stört, dass die Sze­ne sehr ge­trennt ist, die Men­schen nie zu­sam­men fei­ern. Meis­tens blei­ben die Les­ben, die Schwu­len oder die He­te­ros kom­plett un­ter sich. Aus mei­ner Zeit in Frank­furt ken­ne ich Events, bei de­nen al­le zu­sam­men ge­fei­ert ha­ben. Das hat Spaß ge­macht, hat su­per funk­tio­niert, und das ist nun un­ser Be­stre­ben – al­le zu­sam­men­zu­be­kom­men“, er­klärt der 43-jäh­ri­ge Neu­ber­li­ner Dirk. „Das Kon­zept der OZ Bar ist, dass wir we­der ei­ne rei­ne Schwu­len­bar noch ei­ne rein les­bi­sche Bar sind. Wir sind aber auch kei­ne He­te­r­o­bar. Wir sind für al­le da. Je­der ist bei uns herz­lich will­kom­men.“In an­de­ren Wor­ten könn­te man das auch schlicht „men­schen­freund­lich“nen­nen. Aber nicht nur die Fra­ge der Ziel­grup­pe ist in­ter­es­sant, auch die Be­triebs­struk­tur ist eher sel­ten: Wirk­lich in Al­li­anz ge­führ­te schwul-les­bi­sche Be­trie­be sind (lei­der) noch recht exo­tisch und die OZ Bar so­mit ei­ne Aus­nah­me. Ob es denn da kei­ne Pro­ble­me gä­be, wer­den sie ge­le­gent­lich ge­fragt. „Ab­so­lut nicht“, ent­geg­net Ines Kraft mit ei­nem Kopf­schüt­teln. „Es gibt bei uns ei­ne ge­wis­se Ak­zep­tanz, die wir als schwul-les­bi­sche Ge­sell­schaf­ter vor­le­ben. Wir möch­ten zei­gen, dass es gut funk­tio­niert und dass man zu­sam­men Spaß ha­ben kann. Ich hof­fe, das ist zu­kunfts­wei­send, denn wir le­ben in ei­ner Zeit, in der es nicht mehr ,rein schwul’, ,rein les­bisch’ gibt. Die Be­kann­ten­krei­se mi­schen sich im­mer mehr und da möch­te man auch ge­mein­sam aus­ge­hen kön­nen. Wir le­ben das selbst mit un­se­ren Freun­des­krei­sen.“Auch mu­si­ka­lisch wol­len Kraft und Hoff­mann neue We­ge ge­hen und sich viel­sei­tig prä­sen­tie­ren. Sie pla­nen Funk-und-Soul-, 80er- oder auch 30er-Jah­re-Elec­tro-Swing-Mot­to­aben­de mit da­zu pas­sen­den Ge­trän­ke­spe­cials. An­ge­lehnt ist der Bar­na­me zum ei­nen an die ame­ri­ka­ni­sche Maß­ein­heit OZ und zum an­de­ren an Ly­man Frank Baums Klas­si­ker „Der Zau­be­rer von Oz“, der in der Ver­fil­mung von 1939 mit Ju­dy Gar­land in der Haupt­rol­le nicht nur durch den Ti­tel­track „So­mew­he­re Over The Rain­bow“zu ei­nem Ho­mo-Klas­si­ker wur­de. Das Zeug zum Klas­si­ker hat auch ein ei­gens für die Bar kre­ierter Cock­tail na­mens „The Wi­zard of Oz“. Die­ser be­steht aus Cas­sis und Pro­sec­co. „Für die, die es ein biss­chen här­ter mö­gen, ha­ben wir noch den ,Iron Wi­zard of Oz’ kre­iert. Da kommt dann noch Wod­ka da­zu. Der ist echt le­cker und vor al­lem an war­men Ta­gen sehr er­fri­schend“, ver­rät Dirk au­gen­zwin­kernd. Und sonst so? Tan­zen ist in der OZ Bar aus­drück­lich er­laubt: „Wenn die Leu­te Par­ty ma­chen wol­len, ha­ben wir die Mög­lich­keit, im hin­te­ren Be­reich die Ti­sche aus dem Weg zu räu­men und dann kann dort ger­ne ge­tanzt wer­den.“Und das geht am Wo­che­n­en­de qua­si die gan­ze Nacht, denn die OZ Bar hat frei­tags und sams­tags je­weils bis 05:00 ge­öff­net.

Ines Kraft und Dirk Hoff­mann vor ih­rer Bar

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