CSD 2

Siegessaeule - - Pride -

Na­me: Ei­gent­lich CSD, dann al­ler­dings Sto­ne­wall CSD Pa­ra­de 2014, seit dem 13.05. wie­der CSD Pa­ra­de 2014, mor­gen viel­leicht schon Fan­mei­le oder Fa­shion Week ...

Or­ga: Ber­li­ner CSD e. V.

Mot­to: „LGBTI-Rech­te sind Men­schen­rech­te“

For­de­run­gen: Dis­kri­mi­nie­rung, Ver­fol­gung und Kri­mi­na­li­sie­rung les­bi­sch­wul­trans­in­ter* Men­schen muss in­ter­na­tio­nal ge­äch­tet und sank­tio­niert wer­den! Die se­xu­el­le Ori­en­tie­rung und ge­schlecht­li­che Iden­ti­tät ge­hö­ren in den Ar­ti­kel 3 GG! Ge­sell­schaft­li­che Viel­falt muss ak­tiv ge­för­dert wer­den! Les­bi­sche Sicht­bar­keit muss ge­stärkt und die ge­sam­te les­bi­sch­wul­trans­in­ter* Viel­falt stär­ker ab­ge­bil­det wer­den! Ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be von HIV-po­si­ti­ven Men­schen! Un­ter­schie­de re­spek­tie­ren, Viel­falt ge­nie­ßen!

Rou­te: Ku’damm/Ecke Joa­chim­s­ta­ler Str.–Wit­ten­berg­platz–Nol­len­dorf­platz–Lüt­zow­platz–Gro­ßer Stern (Start 12:30, End­punkt zu Re­dak­ti­ons­schluss noch un­be­kannt. Wir schla­gen das Eis­sta­di­on Eri­ka Hess vor.)

Wa­gen­ge­büh­ren: je nach Fahr­zeug­grö­ße und Ka­te­go­rie (Ver­ein, Un­ter­neh­men, Par­tei) zwi­schen 50 und 2.500 Eu­ro plus Um­satz­steu­er

Da­bei: Hier ist die ei­gent­lich in­ter­es­san­te Fra­ge, wer al­les NICHT da­bei ist, denn auf­grund des Ver­hal­tens des Ver­eins­vor­stands samt Ge­schäfts­füh­rer Ro­bert Kastl (ei­gen­mäch­ti­ge Um­be­nen­nung von CSD in Sto­ne­wall in­klu­si­ve kurz-fris­ti­ger Rück­um­be­nen­nung und ge­schäft­lich-fi­nan­zi­el­ler In­trans­pa­renz) ha­ben et­li­che ih­re Teil­nah­me ab­ge­sagt: Di­ver­se Par­tei­en, die Ber­li­ner Aids-Hil­fe, den LSVD und vie­le an­de­re sucht man wohl dies­mal ver­geb­lich. Wer über­haupt noch mit ei­nem Wa­gen am Start ist, woll­te der CSD e. V. ge­gen­über Sie­ges­säu­le ge­heim hal­ten (kein Scherz).

Au­ßen­wir­kung: Hoch. Et­li­che Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten wer­den sich er­fah­rungs­ge­mäß für bun­te Bei­trä­ge auf die­ses Er­eig­nis stür­zen – die ei­nen, weil sie noch nicht wirk­lich was vom Ber­li­ner CSD-Streit mit­be­kom­men ha­ben (ARD, ZDF), die an­de­ren, weil sie ei­ne Pa­ra­de mit Ama­teur-Po­le-Dan­cern und „schril­len Dra­gqueens“schei­tern se­hen wol­len.

Fit­ness­fak­tor: Die­ser CSD ge­hört zu den sport­li­chen der in der Haupt­stadt, al­ler­dings ist er auch der ein­zi­ge mit ei­nem grö­ße­ren Wa­gen-Auf­kom­men, schließ­lich wird hier ganz im Kar­ne­val-Style am Prin­zip der Pa­ra­de fest­ge­hal­ten. So gibt es mit et­was Glück im­mer wie­der die Mög­lich­keit, sich mit lau­tem Schrei­en und hys­te­ri­schem Win­ken auf ei­nes der vor­bei­rol­len­den Fahr­zeu­ge zu schla­gen. Die Aus­wahl an Wa­gen ist in die­sem Jahr al­ler­dings deut­lich ge­rin­ger (sie­he oben).

Pro­mi­fak­tor: Ei­nes ist si­cher, da der Vor­stand des CSD e. V. im März auf ei­ner Pres­se­kon­fe­renz den Re­gie­ren­den Bür­ger­meis­ter als Straf­tä­ter mit schwar­zem Bal­ken im Ge­sicht der Öf­fent­lich­keit vor­führ­te, wird Klaus Wo­wer­eit schon mal nicht da sein. An­sons­ten stellt sich hier, eben­so wie übe­r­all an­ders auch, die Fra­ge: Ab wann ist ein Mensch pro­mi­nent? 80 Pro­zent der in der Ver­gan­gen­heit auf der auf­ge­don­ner­ten Ab­schluss­kund­ge­bung prä­sen­tier­ten Büh­nen­acts wa­ren es je­den­falls nicht. Von der omi­nö­sen VIPA­rea ganz zu schwei­gen.

Flirt-/Sex­fak­tor: 9 von 10. Wer sich nicht so hat, kriegt auf die­sem CSD Sex satt. Im

Sek­t­rausch – DAS Ge­tränk die­ser Pri­de-Va­ri­an­te – la­den die üp­pi­gen Grün­an­la­gen des na­hen Tier­gar­tens zum er­reg­ten Ver­wei­len ein. Aber Vor­sicht, in den Bü­schen wer­den an die­sem Tag ger­ne mal cra­zy Love-Pa­ra­de-He­ten­por­nos ge­dreht!

Ver­sor­gungs­la­ge: Gut. Leich­ten Ab­zug gibt es für die lan­ge Wegstre­cke, die auf der Pa­ra­de zu­rück­ge­legt wer­den muss – der Gang zur Toi­let­te oder ein fri­sches Bier wer­den da­bei hin und wie­der zum Pro­blem. Ent­schä­di­gung da­für bie­tet al­ler­dings die Ab­schluss­kund­ge­bung. Da hier mit Würsch­ten, Pilz­pfan­nen und Puf­fern die gan­ze Koh­le für die be­reits er­wähn­ten Li­veacts und al­les an­de­re rein­ge­holt wer­den muss, ist die Aus­wahl an eben­so fet­ti­gen wie teu­ren Nah­rungs­mit­teln rie­sig. Al­les mit ei­nem wäss­ri­gen Cai­pi run­ter­ge­stürzt, hat man noch lan­ge was da­von.

Hym­ne: „Die­ser Weg (wird kein leich­ter sein)“

Du bist hier rich­tig: Wenn du möch­test, dass zu­min­dest beim Ber­li­ner CSD al­les beim Al­ten bleibt, die Love-Pa­ra­de ver­misst oder ex­tra aus Braun­schweig an­ge­reist bist und ger­ne mal halb nack­te Ho­mos auf Wa­gen tan­zen se­hen willst.

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