Re­na­ta Ra­vell 07.11. Wil­de Os­car

Siegessaeule - - Bühne -

ist ei­ne der dienst­äl­tes­ten Ber­li­ner Tra­ves­tie­künst­le­r­in­be­geht sie ihr 50. Büh­nen­ju­bi­lä­um und hat sich da­für im ein­ge­nis­tet, par­don, ein­ge­mie­tet. Die Sta­tio­nen ih­rer Kar­rie­re sind il­lus­ter, ihr Out­fit ist ei­ne Aus­stat­tungs­re­vue für sich: gro­ße Pe­rü­cken und Pail­let­ten en mas­se. Auch im Kino war sie zu se­hen, in „Im­mer nur Glück ge­habt“, dem Film über Rolf Eden, in des­sen Ca­ba­ret „New Eden“sie vie­le Jah­re als Con­fé­ren­cie­re en­ga­giert war. Ra­vells Pro­gramm zum Ju­bi­lä­um heißt „End­spurt“– was miss­ver­ständ­lich sein könn­te, denn es be­deu­tet si­cher nicht, dass sie auf Ab­schieds­tour­nee ist. An­ge­kün­digt ist „ei­ne hu­mor­vol­le mu­si­ka­li­sche Rei­se mit den schöns­ten Lie­dern von Mar­le­ne Dietrich, Hil­de­gard Knef und Alex­an­dra“, fer­ner wird auch „da­men­haf­ter Witz“in Aus­sicht ge­stellt. Das ist viel­leicht nicht gera­de pro­gres­si­ve Tra­ves­tie, aber die gibt es auch nicht bei der et­was jün­ge­ren die ja schon seit ei­ni­ger Zeit das be­spielt. Am ruft sie wie­der – bei frei­em Ein­tritt – zum be­lieb­ten Kiez­bin­go. Aber auch an­dern­orts ist Mar­got ef­fek­tiv un­ter­wegs: Im Kreuz­ber­ger Rausch­gold bei­pi­els­wei­se läuft wei­ter­hin ihr „Ca­ge aux Proll“. Apro­pos Kä­fig: Be­vor die er­folg­rei­che Ins­ze­nie­rung des Mu­si­cals

in der Bar je­der Ver­nunft im De­zem­ber ih­re Wie­der­auf­nah­me fei­ert, gibt es in Pots­dam die Pre­mie­re des Stücks. Am öff­net im

der Nacht­club von Ge­or­ges und Al­bin ali­as Za­za. In den Haupt­rol­len ste­hen mit Ra­pha­el Ru­bi­no (Ge­or­ges) und Bernd Gei­ling zwei be­währ­te En­sem­ble­mit­glie­der des Thea­ters auf den Bret­tern. Die bei­den wer­den sich strei­ten, um das Wohl von Ge­or­ges’ Sohn sor­gen, ge­gen stock­kon­ser­va­ti­ve Schwie­ger­el­tern in spe an­kämp­fen und obend­rein ih­re Lie­be ret­ten. Das Mu­si­cal von Jer­ry Her­man und Har­vey Fier­stein hat Patina, ist aber auch ir­gend­wie unka­putt­bar. Ge­nau­so unka­putt­bar ist of­fen­sicht­lich das Neu­köll­ner Uni­kum

Seit 1987 hält In­ten­dant und „Mut­ter“des En­sem­bles Micha­el Brenncke in der We­ser­stra­ße wa­cker die Stel­lung. Je­weils frei­tags und sams­tags geht hier die Show über die klei­ne Büh­ne. Die „per­fekt ge­schmink­te Ge­sell­schafts­stu­die“bringt mit Tra­ves­tie im Play­back­ver­fah­ren so­wie mit Li­ve­ge­sang Haus­frau­en aus Dort­mund zum Krei­schen, aber auch Ber­li­ner, wenn sie den Weg hier­hin fin­den. Die Künst­ler ma­chen Trash, sie lie­ben es nach ei­ge­nem Be­kun­den auch und vor al­lem: Sie neh­men sich selbst nicht bier­ernst. Kei­ne Tra­ves­tie, aber ein klei­ner Ge­heim­tipp: von Joe Or­ton beim Ter­mi­ne: 01., 02., 15.,16.11. Der Spiel­ort ist ein schnuck­li­ger Thea­ter­raum in der Ar­mi­ni­us­markt­hal­le in Moabit. Das vier­köp­fi­ge und hoch­mo­ti­vier­te En­sem­ble ver­dient Un­ter­stüt­zung, auch wenn nicht al­les hoch­pro­fes­sio­nell da­her­kommt, schließ­lich ist es ei­ne Ama­teur­büh­ne. Im­mer­hin muss es sich ab dem dem Ver­gleich mit ei­ner Ins­ze­nie­rung des­sel­ben Stücks am stel­len. < > nen. Am

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.