Hei­rat nicht aus­ge­schlos­sen

Siegessaeule - - Bühne -

SIE­GES­SÄU­LE prä­sen­tiert Mar­ga­ret Cho: Psy­cho, 07.12., 20:00, Quatsch Come­dy Club

quatsch­come­dy­club.de Wir ver­lo­sen Frei­kar­ten auf SIE­GES­SÄU­LE.DE In den 90er-Jah­ren war Mar­ga­ret Cho der Star der Sit­com „All Ame­ri­can Girl“, da­nach folg­te ein Co­m­ing-out nach dem an­de­ren: Die Ame­ri­ka­ne­rin be­kann­te sich zu ih­rer Bise­xua­li­tät, zu Ess­stö­run­gen und vor ei­ni­ger Zeit sprach sie erst­mals über ih­re Miss­brauch­ser­fah­run­gen als Kind. Den Hu­mor hat sie bei all dem nie ver­lo­ren. Im De­zem­ber ist sie mit ih­rem neu­en Pro­gramm auch in Ber­lin zu se­hen. SIE­GES­SÄU­LE-Chef­re­dak­teu­rin Chris­ti­na Rein­thal sprach vor­ab mit ihr am Te­le­fon ver­harm­lo­sen. Es pas­siert sehr oft, wenn ei­ne Frau ih­ren Är­ger äu­ßert, dass dann ge­sagt wird: „Ach, die ist ja psy­cho …“Es ist ei­ne Art fe­mi­ni­sier­tes Wort für weib­li­chen Zorn, ähn­lich wie „Hys­te­rie". In dem Film „Psy­cho“ist die von Ja­net Leigh ge­spiel­te Fi­gur ja nicht die Psy­cho­pa­thin, ver­kör­pert aber ein in­ter­es­san­tes Frau­en­bild: Sie ist ei­ne klas­si­sche Se­kre­tä­rin, die sich im Lauf des Films eman­zi­piert – un­ter den voy­eu­ris­ti­schen und nicht un­be­dingt wohl­wol­len­den Bli­cken von Män­nern ...

Vor zwei Jah­ren ha­be ich dich in Ber­lin mit dei­nem Pro­gramm „Mo­ther“ge­se­hen. Wir groß ist der Un­ter­schied zur neu­en Show?

An­ders als bei „Mo­ther" be­schäf­ti­ge ich mich dies­mal da­mit, wie wir im Le­ben ei­nen Zu­stand fin­den, der uns ei­ne Hei­lung er­mög­licht und uns in die La­ge ver­setzt, den Pro­ble­men un­se­rer Welt be­geg­nen zu kön­nen. Es pas­sie­ren so vie­le schlim­me Sa­chen in un­se­rer Welt.

Ja ge­nau – und dar­um, wie wir un­se­ren ei­ge­nen Wahn­sinn nut­zen kön­nen, um die Pro­ble­me zu lö­sen.

Dann geht es al­so um den Wahn­sinn der Welt? Wir sol­len al­so ver­rückt wer­den, um bei Ver­stand zu blei­ben? Teil der Show ist dein Song „(I Want to) Kill My Ra­pist“. Da­rin ver­ar­bei­test du die Miss­brauch­ser­fah­rung, die du als Kind ge­macht hast, das ist ganz schön star­ker To­bak für ei­ne Come­dy-Show.

Ja, das klingt su­per!

Nicht un­be­dingt. Come­dy ist ei­ne Kunst, und ich fin­de es wich­tig, mei­ne Kunst zu nut­zen, um an­de­ren Op­fern Kraft zu ge­ben. Es ist nicht so, dass ich mit die­sem Song zu Mord oder Ge­walt auf­ru­fen möch­te. Aber ich glau­be an so et­was wie ka­thar­ti­sche Wut. Wenn du se­xu­ell miss­braucht wur­dest, musst du dei­nen Ver­ge­wal­ti­ger in Ge­dan­ken tö­ten, denn Miss­brauch en­det frü­her oder spä­ter in Selbst­zer­stö­rung durch Dro­gen­ab­hän­gig­keit, De­pres­si­on, Ess­stö­rung oder Selbst­mord. Die­sen Mecha­nis­mus möch­te ich un­ter­bin­den, be­vor er mich um­bringt.

Du sprichst sehr of­fen über dich, dei­ne Ge­füh­le, auch sehr ex­pli­zit über dei­ne Se­xua­li­tät, stößt du mit dei­ner Of­fen­heit manch­mal das Pu­bli­kum vor den Kopf?

Das kann ich gar nicht so ge­nau sa­gen. Aber ich weiß, dass zum Bei­spiel bei die­sem Song vie­le mit mir zu­sam­men sin­gen – auch Män­ner. Ei­ni­ge ka­men auch nach der Show zu mir und er­zähl­ten mir, was das mit ih­nen ge­macht hat. Das ist doch ei­ne gu­te Wir­kung.

Du hast an­ge­kün­digt, dass Leu­te in dei­ner Show hei­ra­ten kön­nen und du sie traust …

Ber­lin ma­chen.

Ja! Ich wür­de das ger­ne auch in

Für mich war es ab­so­lut rich­tig für ei­ne lan­ge Zeit. Aber Be­zie­hun­gen sind et­was, das sich stets ver­än­dert, sie blei­ben nie gleich, des­we­gen weißt du nie, ob es in ein paar Jah­ren im­mer noch rich­tig ist. Aber das ist egal. Wenn es jetzt für dich rich­tig ist, hei­ra­te! Ich hel­fe ger­ne da­bei.

Ich war ver­hei­ra­tet und ich glau­be nicht … Ich weiß nicht … Viel­leicht noch mal … Ich bin mir nicht si­cher … (lacht)

Was denkst du über die In­sti­tu­ti­on Ehe?

Wür­dest du sel­ber auch wie­der hei­ra­ten wol­len? Na, bis du dich ent­schie­den hast, kannst du ja erst mal an­de­re ver­hei­ra­ten. Was muss man tun, um in die­sen Ge­nuss zu kom­men?

Man kann sich auf mei­nen Sei­ten bei Twit­ter und Face­book mit dem Hash­tag #Mar­ryMeMar­ga­ret be­wer­ben. Ich freu mich drauf! <

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