CH 2015, Pro-Fun, Re­gie: Clau­dia Lo­renz

Siegessaeule - - Film -

> Nach 18 Jah­ren Ehe ist das Fa­mi­li­en­le­ben von Frank, Ali­ce und ih­ren Kin­dern ge­prägt von ge­ra­de­zu mus­ter­gül­ti­ger Har­mo­nie. Doch die Si­tua­ti­on än­dert sich, als Frank (Do­mi­ni­que Jann) sei­ne neu ent­deck­ten Ge­füh­le zu Män­nern und die Lie­be zu ei­nem ganz be­stimm­ten nicht mehr ver­heim­li­chen kann. Re­gis­seu­rin Clau­dia Lo­renz er­zählt die­se Ge­schich­te ei­nes spä­ten Co­m­ing-outs be­tont un­spek­ta­ku­lär, aber auch ein­drück­lich und rea­lis­tisch. Im Zen­trum steht da­bei nicht Franks Selbst­fin­dung, son­dern wie sich die­se auf sein di­rek­tes Um­feld aus­wirkt: Die Kin­der re­agie­ren mit Wut und wach­sen­der Dis­tanz zu ih­rem Va­ter, Ali­ce (her­aus­ra­gend: Ur­si­na Lar­di) zu­nächst mit Ver­drän­gung und Ver­ständ­nis, dann mit Ver­zweif­lung und Zorn. Die Per­spek­ti­ve der ver­las­se­nen und be­tro­ge­nen Ehe­frau­en bleibt in ver­gleich­ba­ren Fil­men („Frei­er Fall“) oft ziem­lich un­ter­be­lich­tet. Clau­dia Lo­renz rückt sie hin­ge­gen in den Fo­kus, oh­ne sich mo­ra­lisch auf die Sei­te ei­ner ih­rer Fi­gu­ren zu schla­gen. <

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