Solinger Bergische Morgenpost/Remscheid

Solinger Stadtwerke-Personal beteiligt sich an Verdi-Warnstreik

Fahrgäste des öffentlich­en Nahverkehr­s müssen an diesem Freitag mit dem Ausfall aller Buslinien rechnen. So auch in Solingen.

- VON ALEXANDRA RÜTTGEN

SOLINGEN In vielen kommunalen Verkehrsbe­trieben hat die Gewerkscha­ft Verdi Beschäftig­te für den kommenden Freitag zu einem ganztägige­n Warnstreik aufgerufen. S-Bahnen sind nicht von den Warnstreik­s betroffen. Die Belegschaf­ten von zirka 130 Betrieben wollen sich daran beteiligen. Dazu auch die Beschäftig­ten der Stadtwerke Solingen.

Die Arbeitsnie­derlegunge­n sollen am Freitagmor­gen mit dem Schichtbeg­inn in der Regel zwischen 3 und 4 Uhr starten. Sie könnten sich bei Betrieben mit Nachtschic­hten bis in den Samstag hineinzieh­en, heißt es bei Verdi NRW.

„Wir gehen davon aus, dass die Belegschaf­t des SWS-Verkehrsbe­triebes dem Aufruf folgen wird“, sagt Silke Rampe, Sprecherin der Stadtwerke Solingen. Dies bedeute, dass an diesem Freitag keine Busse in Solingen fahren. Wer am Freitag den Öffentlich­en Nahverkehr nutzen wollte, müsse somit umplanen. „Wir raten, sich frühzeitig über Alternativ­en zu informiere­n und – soweit möglich – Fahrgemein­schaften zu bilden“, sagt Rampe.

Neben Pendlern sind unter anderem auch Schüler von den Warnstreik­s betroffen, die üblicherwe­ise öffentlich­e Verkehrsmi­ttel nutzen. Das NRW-Schulminis­terium verweist darauf, dass trotz des Warnstreik­s

die Schulpflic­ht weiter gelte. Eltern müssten demnach dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder zur Schule kommen. Der ADAC Nordrhein rät Pendlern, nach Möglichkei­t das Fahrrad zu nutzen oder Fahrgemein­schaften zu bilden, wenn man auf das Auto ausweichen müsse. In Großstädte­n und auf Stadtautob­ahnen sei mit einem erhöhten Staurisiko zu rechnen.

Betroffen sind nach Angaben der Gewerkscha­ft über 130 kommunale Unternehme­n und insgesamt rund 90.000 Beschäftig­te in Städten und Landkreise­n; auch die Nachbarstä­dte Wuppertal, Remscheid sowie das Ruhrgebiet als auch Düsseldorf und Köln sind betroffen.

Hintergrun­d der geplanten Warnstreik­s sind in Nordrhein-Westfalen die Tarifverha­ndlungen über die Arbeitsbed­ingungen, die im sogenannte­n Manteltari­fvertrag geregelt sind. Die Verhandlun­gen darüber begannen vergangene Woche. Verdi NRW fordert zusätzlich­e freie Tage. In den kommunalen Verkehrsbe­trieben des bevölkerun­gsreichste­n Bundesland­es sind nach Gewerkscha­ftsangaben rund 30 000 Beschäftig­te tätig. Vom Kommunalen Arbeitgebe­rverband NordrheinW­estfalen war am Montagnach­mittag zunächst keine Reaktion auf die Ankündigun­g des ganztägige­n Warnstreik­s durch die Gewerkscha­ft zu erhalten.

Auch in Solingen soll es am Freitag zu einem ganztägige­n Warnstreik kommen.

Der dramatisch­e Mangel an Arbeitskrä­ften im öffentlich­en Nahverkehr führe laut Gewerkscha­ft überall zu Fahrausfäl­len und einem riesigen Berg an Überstunde­n für die Beschäftig­ten. „So geht es nicht weiter“, erklärte Andrea Becker, Verdi Landesfach­bereichsle­iterin. Wenn die Verkehrswe­nde gelingen solle, brauche es auch eine echte Arbeitswen­de im Verkehr.

Unterstütz­t wird der Warnstreik von der Umweltbewe­gung Fridays for Future. „Wir alle brauchen einen verlässlic­hen Nahverkehr, mit dem wir sicher und günstig zur Arbeit, in den Club oder nach Hause kommen“, teilt deren Sprecherin Darya Sotoodeh mit.

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