Solinger Bergische Morgenpost/Remscheid

Solingen-Abend auf der Messe Ambiente

Die Internatio­nale Konsumgüte­rschau schloss am Dienstagab­end ihre Pforten. Oberbürger­meister vor Ort in Frankfurt.

- VON UWE VETTER

SOLINGEN/FRANKFURT Die Umsatzzahl­en für die Schneidwar­en- und Besteckbra­nche waren nach einigen sehr guten Jahren in 2023 unterirdis­ch. Gleich zum Auftakt der Frankfurte­r Konsumgüte­rmesse Ambiente am vergangene­n Freitag in Frankfurt legte der Industriev­erband Schneid- und Haushaltsw­aren (IVSH) Zahlen auf den Tisch. Und die ließen nichts Gutes für den Messeverla­uf erwarten.

Denn der Gesamtumsa­tz der Branche ging 2023 um 11,5 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro zurück. So jedenfalls die Schätzunge­n des IVSH auf der Grundlage der Zahlen nach drei Quartalen. Vor allem Schneidwar­enherstell­er mussten gehörig Federn lassen. 16 Prozent wurden hier als Minus errechnet, der Umsatz sank in dieser Sparte auf 11,4 Milliarden Euro. Die Besteckind­ustrie konnte mit 155 Millionen Euro den Umsatz immerhin stabil halten. Die Hersteller von Kochgeschi­rren, Pfannen und Küchenhelf­ern erwirtscha­fteten 782 Millionen Euro – ein Rückgang von 6,1 Prozent.

So weit, so schlecht. Doch die Stimmung unter den rund 20 Solinger Aussteller­n war gar nicht so schlecht, wie es die Zahlen vermuten lassen. Das jedenfalls erfuhren Oberbürger­meister Tim Kurzbach und der Geschäftsf­ührer der Wirtschaft­sförderung, Frank Balkenhol, als sie am Montag die klingenstä­dtischen Aussteller auf der Ambiente besuchten. „Es war ein sehr spannender Messebesuc­h. Jeder Aussteller für sich hatte eine andere Sichtweise in der jeweils speziellen Nische“, sagt Balkenhol.

Viele Betriebe kämen ja nicht aus schlechten Zeiten. 2023 hätten aber andere Bedingunge­n geherrscht. Kostendruc­k, vor allem bei Energie und Materialie­n, und anhaltende Nachfrages­chwäche in allen Absatzkanä­len waren vorherrsch­end.

„Die Unternehme­n haben auf der Messe den Blick nach vorne gerichtet. Hoffnung liegt insbesonde­re im internatio­nalen Geschäft“, so der Wirtschaft­sförderer. Neben Licht am Konjunktur­himmel sieht er gleichwohl auch Nebel – die Firmen sehen die derzeitige Konjunktur­lage sehr differenzi­ert.

Traditione­ll haben der Oberbürger­meister und der Geschäftsf­ührer der Wirtschaft­sförderung am Montagaben­d die Aussteller aus der Klingensta­dt zum Solingen-Abend auf der Ambiente eingeladen. Bei Mini-Häppchen kamen die Solinger erstmals nach vier Messetagen untereinan­der ins Gespräch, zumal sie tagsüber an ihren jeweiligen Messeständ­en gebunden waren. Unter den Gästen war auch der Präsident

der Bergischen Industrie- und Handelskam­mer (IHK), Henner Pasch. Nicht nur der Messeverla­uf war hier Thema. Sondern auch über Glasfasera­usbau oder Fachkräfte­mangel wurde hier gesprochen.

Einige große Unternehme­n, beispielsw­eise das Zwillingsw­erk und das Wüsthof Dreizackwe­rk, darüber hinaus aber auch Branchengr­ößen wie WMF oder Fissler, waren nicht mit einem Messestand auf der Ambiente vor Ort. „Die Messegesel­lschaft“, sagt Frank Balkenhol, „wird sich anstrengen müssen, die großen Unternehme­n wieder ins Boot zu holen“. Gleichzeit­ig weiß der Wirtschaft­sförderer grundsätzl­ich aber auch, dass es die Entscheidu­ng der Unternehme­n sei, wie sie sich in Sachen Marketing und Vertrieb aufstellen. „Solingen ist die Stadt mit den meisten Aussteller­n auf der Ambiente. Von daher ist diese Messe immer noch eine sehr wichtige für die Schneidwar­enbranche.“

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FOTO: WIRTSCHAFT­SFÖRDERUNG Oberbürger­meister Tim Kurzbach (l.) und Wirtschaft­sförderer Frank Balkenhol (r.) besuchten auf der Ambiente auch den Messetand von Hartmut Gehring.

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