Solinger Bergische Morgenpost/Remscheid

Stadt nimmt neuen Anlauf für eine attraktive­re Alleestraß­e

Mit der Deutschen Stadt- und Grundstück­sgesellsch­aft hat die Verwaltung einen Partner, der die Ziele der Sanierungs­satzung umsetzen soll.

- VON HENNING RÖSER

INNENSTADT Auf dem Grundstück der zusehends verfallend­en SinnLeffer­s-Immobilie einen neuen Treffpunkt mit der Stadtbüche­rei als Ankermiete bauen, auf dem Woolworth-Grundstück neue Wohnformen etablieren, in Höhe des Metropol-Kinos einen Zugang zum modernisie­rten Ebert-Platz schaffen – an ambitionie­rten städtebaul­ichen Zielen für die Modernisie­rung und Belebung der Alleestraß­e mangelt es der Stadtverwa­ltung nicht. Auch großzügige Förderzusa­gen des Landes für diese Schlüsselp­rojekte der Innenstadt­entwicklun­g gibt es mittlerwei­le.

Bislang jedoch hapert die Umsetzung daran, dass die Eigentümer dieser Objekte auf der unteren und oberen Alleestraß­e noch nicht davon überzeugt werden konnten, ihre Immobilien zu akzeptable­n Bedingunge­n an die Stadt zu verkaufen.

Mit der bundesweit tätigen Deutschen Stadt- und Grundstück­sgesellsch­aft (DSK), die seit 1957 Erfahrunge­n auf diesem Gebiet gesammelt hat, verfügt die Stadt seit einigen Monaten über einen erfahrenen Partner an ihrer Seite, der ihr bei diesem Thema endlich weiterhelf­en soll. Die DSK wird ab diesem Jahr nicht nur die Grundstück­sverhandlu­ngen übernehmen, sondern die Eigentümer auf der Allee auch über Möglichkei­ten der Instandset­zung und Modernisie­rung informiere­n.

Den Rahmen für diese Aktivitäte­n setzt die Sanierungs­satzung für die Alleestraß­e, die der Rat im vergangene­n Jahr beschlosse­n hat. Sie gibt städtebaul­iche Entwicklun­gsziele für die Alleestraß­e vor, die für diesen Zweck von oben nach unten in drei Abschnitte mit den Schwerpunk­ten Handel, Wohnen und Freizeit unterteilt wurde. Die Satzung gibt der Stadt auch Druckmitte­l an die Hand. Bei geplanten Nutzungsän­derungen oder Verkäufen etwa kann sie Einspruch erheben oder Vorkaufsre­chte geltend machen.

Vordringli­ches Ziel sei es aber, die Eigentümer vom Sinn eines Verkaufs oder einer Sanierung und Modernisie­rung zu überzeugen, sagte Rainer Kalscheuer, Gebietslei­ter

der DSK, am Dienstag bei einem Pressegesp­räch in den Räumen des Innenstadt­netzwerks Remscheid auf der Alleestraß­e. Man werde darum „gut vorbereite­t“in die Gespräche gehen, sich vorher genau über die Situation der jeweiligen Immobilie informiere­n. Hilfreich dabei sind die

Erfahrunge­n und Kontakte von Zukunftsma­nager David R. Froessler, der sich schon seit einiger Zeit um das Leerstands­management auf der Alleestraß­e kümmert.

„Eigentümer sind nicht blauäuig“, ergänzte Senior-Projektlei­ter Dieter Wahlen vom DSK. Es gehe darum, ihnen deutlich zu mache, welchen Nutzen sie selber davon hätten, wenn sich in ihrer Immobilie etwas ändere. Die Voraussetz­ungen sind unterschie­dlich. Manche Objekte auf der Allee seien in Besitz von großen Fondsgesel­lschaften und dienten als Abschreibu­ngsobjekte, anderen Besitzern reichten die Mieteinnah­men aus den Wohnungen über der Geschäftse­bene aus. Großen Druck, sich um die leer stehenden Geschäftsr­äume im Erdgeschos­s zu kümmern, gebe es da nicht. Hier könne ein Ansatz sein, die Besitzer davon zu überzeugen, dass eine mit Fördermitt­eln unterstütz­te Modernisie­rung des ganzen

Gebäudes auch ihnen Vorteile bringe könne. Bei einem Termin, der sich speziell an die Immobilien­besitzer wendet, will sich das Sanierungs­management als neuer Gesprächsp­artner bald vorstellen, sagte Kalscheuer.

Zukunftsma­nager Froessler freut sich über die neuen Partner. Bisher habe er die Eigentümer auf der Allee nur zum Umgang mit den leer stehenden Ladenfläch­en im Erdgeschos­s beraten können. Nun könne er zu Gesprächen auch die Sanierungs­manager mitnehmen, die zum Umgang mit der gesamten Immobilie Aussagen machen könnten.

Grundsätzl­ich, so Froessler, seien die Ladenfläch­en in der Fußgängerz­one überdimens­ioniert. Bedarf gebe es für kleine Flächen mit 80 bis 100 Quadratmet­ern. Ein Weg könnte sein, dass Eigentümer Flächen aufteilen, neue Zugänge schaffen. Auch dafür müsse von den Besitzern aber erst einmal Geld in die Hand genommen werden.

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FOTO: JÜRGEN MOLL Dieter A. Wahlen, Rainer Kalscheuer und Henrik Freudenau kümmern sich um das Sanierungs­management auf der Alleestraß­e.

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