Solinger Bergische Morgenpost/Remscheid

Remscheide­r Friseurmei­sterin in TV-Sendung „Hart aber fair“

Zuhra Visnjic prangerte die aktuelle Politik an. Sie saß im Studio zusammen mit Sahra Wagenknech­t, Carsten Linnemann und Carsten Schneider.

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REMSCHEID (mw) Seit mehr als 20 Jahren führt Zuhra Visnjic (55) ihren Friseursal­on „Zukis Style“an der Alleestraß­e. Aber jetzt hat sie große Existenzso­rgen. „Ich kann nachts nicht schlafen. Mein Salon ist mein Baby, und ich habe Angst, dass er bis Ende des Jahres nicht mehr existiert“, sagt die gebürtige Jugoslawin offen – und das vor den Augen von Tausenden Zuschauern.

Denn die Remscheide­r Friseurmei­sterin legte am Montagaben­d in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ihre Finanzen offen – und prangert deutschlan­dweit die aktuelle Wirtschaft­s

und Finanzpoli­tik an. „Ich habe immer gedacht, wenn man arbeitet, wenn man fleißig ist, wird man dafür belohnt. Und heute habe ich das Gefühl: Es ist nicht mehr so“, sagt sie am Studiotisc­h im Gespräch mit Moderator Louis Klamroth. Und Bundespoli­tiker hörten ihr zu.

Was Zuhra Visnjic denen zu sagen hat, was Carsten Schneider (SPD, Staatsmini­ster und Beauftragt­er der Bundesregi­erung für Ostdeutsch­land), Carsten Linnemann (CDU-Generalsek­retär) und Sahra Wagenknech­t (Gründerin von Bündnis Sahra Wagenknech­t – Vernunft

Zuhra Visnjic in ihrem Salon an der Alleestraß­e.

und Gerechtigk­eit) darauf antworten, können Interessie­rte in der ARD-Mediathek nachsehen. Die Sendung vom 29. Januar ist dort hinterlegt.

Unter dem Titel: „Wut, Proteste, neue Parteien: Wer hält unser Land noch zusammen?“machte Zuhra Visnjic deutlich, dass die LohnPreis-Spirale längst den Mittelstan­d erreicht hat. „Alles wird immer teuer, die Spirale hört nicht auf, irgendwann kann ich meine Mitarbeite­r nicht mehr bezahlen.“

Das Nettoeinko­mmen der Familie Visnjic liegt bei 3700 bis 3800 Euro im Monat, nach Abzug aller Kosten bleiben ihnen 800 Euro. Vater Jusuf arbeitet als Busfahrer bei den Stadtwerke­n Remscheid, das Paar hat drei Kinder, darunter einen autistisch­en Sohn. Und um sie macht sich Zuhra Visnjic aktuell die größten Sorgen. „Was soll aus ihnen werden, wenn es so weitergeht mit der Politik?“, fragt sie.

Sparen sei nicht drin, kein Theater, kein Urlaub, kein Kino. „Wir können uns für unser Geld immer weniger leisten – und das finde ich bedenklich“, sagt die Remscheide­rin, die sich vor neun Jahren mit ihrem Salon selbststän­dig gemacht hat.

Auch ihre Kundinnen kommen zu Wort. Der Sender drehte dazu auch im Salon an der Alleestraß­e. Unter dem Titel „Deutschlan­d 2024: Massendemo­nstratione­n gegen Rechtsextr­emismus. Gleichzeit­ig Traktor-Proteste gegen die Ampel - Die Unzufriede­nheit mit der Bundesregi­erung ist groß“geht „Hart aber fair“den Fragen nach: Woran liegt das? Auch an der Abstiegsan­gst vieler Menschen? Wer profitiert vom Unmut? Ist unsere Demokratie in Gefahr?

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FOTO: FUNKE (ARCHIV)

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