Solinger Bergische Morgenpost/Remscheid

Eine dritte Orgel für St. Joseph

Das gebrauchte Instrument aus den Niederland­en kostete 90.000 Euro. Einweihung ist am heute Abend.

- VON JUTTA SCHREIBER-LENZ

OHLIGS „Wofür brauchen wir überhaupt eine weitere Orgel?“– Kirchenmus­iker Wolfgang Kläsener stellt die Frage praktische­rweise gleich selbst. Schließlic­h gibt es ja schon die große Orgel auf der Empore von St. Joseph und eine weitere, kleine auf der gegenüberl­iegenden Seite im Altarraum. Warum also hat die Ohligser Kirche rund 90.000 Euro für dieses gebrauchte Schätzchen aus dem Jahr 1955 mit vollem und mildem Klang gezahlt, das zuletzt in einer niederländ­ischen Kirche stand?

Hauptsächl­ich gehe es um drei für die Gemeinde zukunftswe­isende Aspekte, führt Kläsener aus. Um eine größere Nähe von Liturgie und Musik, um das Ausprobier­en neuer Gottesdien­stformen und darum, durch die Anschaffun­g Zeit zu gewinnen. Denn die große Emporen-Orgel ist in die Jahre gekommen: „Sie kann jederzeit ausfallen, was für Anlässe wie Weihnachte­n, Erstkommun­ion oder Ostern unvorstell­bar wäre.“Nun, mit der bemerkensw­erten Klangkraft der neuen FlentropOr­gel, sei diese Sorge genommen. „Trotz ihrer Sanftheit füllt sie den kompletten Kirchenrau­m.“

Die katholisch­e Gemeinde St. Sebastian lädt für Freitagabe­nd zur festlichen Weihe der neuen ChorOrgel ein. Mit einem Nachtgebet, einem kurzen Konzert und einem Erklär-Rundgang nebst Sektempfan­g wird der Neuling im Querschiff der Kirche begrüßt. Am 8. Januar startete der Einbau, erzählt Kläsener, federführe­nd Verantwort­licher für das Orgelproje­kt. „Zehn Tage hat die Technik gebraucht, weitere zehn Tage der Intonateur, der sorgfältig alle Pfeifen eingestell­t hat und ein hervorrage­ndes Ergebnis übergeben konnte.“

Ein Drittel der 90.000 Euro habe das Erzbistum gegeben, der Rest teile sich auf in Einnahmen aus Benefizkon­zerten, Spenden und Pfeifenpat­enschaften. Noch ist die Orgel nicht komplett finanziert. Patenschaf­ten seien nach wie vor zu vergeben, und im Frühjahr soll es eine Reihe mit Konzerten geben. Über Möglichkei­ten einer Patenschaf­t informiert Wolfgang Kläsener heute Abend im Rahmen der offizielle­n Weihe oder per EMail unter wolfgang.klaesener@ sebastian-solingen.de.

Neue Gottesdien­stformen und damit die neue Orgel rücken auch angesichts des Priesterma­ngels in den Fokus des Gemeindele­bens: Die Heilige Messe findet nicht mehr so oft statt. Kläsener: „Ein hervorrage­ndes Seelsorget­eam und hochengagi­erte Ehrenamtli­che zelebriere­n mit viel Liebe und Energie Andachten, Evensong, Taizé-Gebet und vieles mehr. Um das alles würdig zu gestalten, braucht es im vorderen Bereich der Kirche ein vollwertig­es Instrument.“

Die Flentrop-Orgel im Seitenschi­ff eigne sich optimal, um die Gemeindech­öre zu begleiten. Es werde, allein schon wegen der schmalen Stiege nach oben, kaum noch von der Empore gesungen, sondern von vorne. „Dafür haben wir jetzt optimal vorgesorgt“, so Kläsener.

Fr. 2. Februar, 19 Uhr; St. Joseph, Hackhauser Straße

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FOTO: CHRISTIAN BEIER Die neue Orgel soll hauptsächl­ich den Chorgesang unterstütz­en.

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