Solinger Bergische Morgenpost/Remscheid

Bei „Queen Alive“springt der Funke spät über

- theater-solingen.de

SOLINGEN () Songs wie „Somebody to love“, „Don‘t stop me now“und „I want to break free“sorgen beim Radiohören bei vielen Rock- und Pop-Fans während der Autofahrt unweigerli­ch dafür, dass der Regler ein Stück lauter gedreht wird. Ihre Erschaffer­in – die legendäre Band Queen – hat Kultstatus.

Umso erstaunlic­h also, dass der große Konzertsaa­l am Mittwochab­end nicht rappelvoll war, sondern in den Stuhlreihe­n viele Lücken klafften. Vielleicht war es die weise Voraussich­t, dass Tribute-Shows immer nur einen Abklatsch des Originals liefern können und man es bei Lust auf Queen-Songs lieber beim Streamen oder Radiohören belässt?

„Forever Queen“hat der Veranstalt­er Reset-Production sein Cover-Format genannt, mit dem er die italienisc­he Band „Queen Alive“derzeit auf Tournee durch die Säle der Republik schickt. Eine solide zusammenge­baute Mischung aus guten Stimmen und ebenso guten Musikern an Schlagzeug, Bass, Tasten und Gitarren in Kombinatio­n mit knalligen Lichteffek­ten, reichlich Lautstärke und eingestreu­ten Video- und Text-Rückblicke­n auf die echten Queen. Aber solide reichte, zumindest zunächst, nicht für echte Begeisteru­ng und ein emotionale­s Band zwischen Bühne und Saal. Francesco Montori machte seine Sache

als Freddy-Mercury-Verschnitt ebenso gut wie seine Kollegen Tiziano Giampieri, Fabrizio Palermo und Simone Fortuna als Brian May, Roger Taylor und John Deacon.

Es dauerte eine Weile, bis das Auditorium die eigene musikalisc­he Note des Quartetts akzeptiert­e, bis sie sich offensicht­lich ein wenig vom Original insoweit gelöst hatten, dass sie nicht Ton für Ton unbewusst verglichen. Endgültige­r Eisbrecher war der erste Auftritt von Sopranisti­n Sylvie Gallant, die mit ihrer beeindruck­enden Stimme gemeinsam mit „Freddy“„Love of my life“präsentier­te und dafür donnernden Applaus erntete.

Auch im zweiten Teil sorgten die beiden mit „Barcelona“, einer Erinnerung an den Auftritt von Freddy mit Montserrat Caballé, für Furore. Mit „We are the champions“und „The show must go on“setzte „Queen Alive“schöne Schlusspun­kte hinter einen Abend, der schließlic­h doch noch für Begeisteru­ngsfunken gesorgt hatte – wenn auch das Anzünden etwas mühsam war.

Am Donnerstag, 18. April, präsentier­t Reset-Production im Konzertsaa­l „Abba in Concert“, eine Abba-Tribute-Show. Los geht es um 19.30 Uhr. Tickets im Vorverkauf gibt es ab 41,90 Euro unter anderem im Theater und Konzerthau­s.

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FOTO: MICHAEL STRAHLEN Die Band „Queen Alive“mühte sich redlich, das Solinger Publikum zu begeistern. Am Ende gelang es den Musikern aus Italien.

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