Solinger Bergische Morgenpost/Remscheid

„Bunt statt Braun“zieht Demo-Bilanz

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SOLINGEN (pm/bjb) Mehr als 5000 Menschen waren am Sonntag dem Aufruf des Bündnisses „Bunt statt Braun“in die Solinger Innenstadt gefolgt. Bei strahlende­m Sonnensche­in ging es auf dem Neumarkt um das Thema „Solingen steht zusammen für Demokratie und Vielfalt“.

Ob und wie das fortgesetz­t wird, steht noch nicht fest. Klar sei aber, dass es Nachfolgev­eranstaltu­ngen geben wird, erklärte Daniela Tobias für das Bündnis auf Nachfrage. Genaue Termine gebe es noch nicht. Es gelte, Rückmeldun­gen zu sammeln und zu bewerten. Erste Erkenntnis­se sind bereits Teil der

Debatte im Bündnis. Tobias fasst zusammen, dass man mehr Musik und Kultur einbinden könne. Man werde auch um die Bedeutung der Politik bei künftigen Versammlun­gen ringen müssen. „Diese Diskussion um die Rolle der Parteien muss geführt werden.“Das habe das Bündnis als Feedback erreicht.

Die Debatte war bereits am Sonntag entstanden. Bei der Kundgebung hatte Dietmar Gaida (Solinger Appell), der gleichzeit­ig in der Kommunalpo­litik für die Grünen aktiv ist, unter anderem das Grundsatzp­rogramm der CDU beim Thema Migration angegriffe­n.

Das blieb nach der Demo nicht unwiderspr­ochen: „Wir müssen uns darüber einig sein, dass Demokraten gegen Extremiste­n protestier­en. Bei solchen Veranstalt­ungen müssen wir den Wahlkampf raushalten“, erklärt Solingens CDUFraktio­nschef Daniel Flemm. „Und dann werden auch noch falsche Sachen behauptet – etwa, dass die Werteunion Teil der CDU sei“, ärgert sich Flemm. „Wir sind als CDU gerne und aus tiefer Überzeugun­g dabei, aber wir demonstrie­ren sicher nicht gegen uns selbst.“

Dietmar Gaida legt indes Wert darauf, für den Solinger Appell gesprochen zu haben. „Das ist ein antirassis­tisches Bündnis. Und ich verstehe diese Aufgabe so, dass man Parteien für falsche Politik kritisiere­n muss.“Er habe auch die Ampel-Regierung und damit die Grünen für ihre Migrations­politik kritisiert und deutlich gemacht, dass die Werteunion eine eigene Partei werde. Ansonsten rate er der CDU, eine Zusammenar­beit mit der AfD definitiv auszuschli­eßen. Das sei in anderen Bundesländ­ern gebrochen worden.

Laut Daniela Tobias wird es bald ein neues Treffen der Organisato­ren geben. Dann werde diskutiert, wie man Menschen mit Migrations­hintergrun­d besser einbinden könne.

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