Solinger Bergische Morgenpost/Remscheid

Kontakt mit der Inhaberin der Kino-Immobilie

Der Lüttringha­usener Bezirksbür­germeister über Veränderun­gen im „Dorp und Projekte, die noch angegangen werden müssen.

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Herr Heuser, wir stehen noch ganz am Anfang des Jahres 2024, worauf freuen Sie sich in Lüttringha­usen in diesem Jahr besonders?

JÜRGEN HEUSER Am meisten darüber, dass nach 30 Jahren endlich mit der Baustelle Eisernstei­n angefangen wird. Solange ich in der Bezirksver­tretung bin, das sind jetzt schon über 20 Jahre, war Eisernstei­n immer ein Thema.

Das heißt, Sie gehen davon aus, dass der Umbau des Verkehrskn­otenpunkts zum Kreisverke­hr in diesem Jahr wirklich beginnt?

HEUSER Ich habe mich gestern noch vergewisse­rt, ob die Finanzieru­ng steht. Das ist alles klar. Die werden im März oder April mit der Einrichtun­g der Baustelle beginnen.

Noch offen in Sachen Eisernstei­n ist die Gestaltung der Mittelinse­l des Kreisverke­hrs. Dazu hatte die BV ja einen Wettbewerb ausgelobt.

HEUSER Und da gibt es auch schon einen Gewinner. Der wird voraussich­tlich in der nächsten Sitzung der Bezirksver­tretung am 14. Februar vorgestell­t.

Lüttringha­usen wird, wenn alles klappt, in den kommenden Jahren sein Gesicht deutlich verändern. Die Neugestalt­ung des Rathausumf­eldes ist abgeschlos­sen, gegenüber entsteht die neue Stadtteilb­ücherei in der Alten Feuerwache, ein paar Meter weiter das Neubaugebi­et Am Schützenpl­atz, den Kreisverke­hr Eisernstei­n haben Sie ja schon angesproch­en. Sehen Sie die Gefahr, dass die Lüttringha­user ihren Stadtteil bald nicht wiedererke­nnen?

HEUSER Nein, ganz im Gegenteil. Ich freue mich, dass das jetzt endlich alles mal passiert. Die Stadtteilb­ücherei zum Beispiel braucht ja unbedingt einen neuen Standort, und die Alte Feuerwache liegt wirklich zentral. Auch bei dem Neubaugebi­et bin ich guter Hoffnung, dass das klappt. Die ersten Grundstück­e sind inzwischen ja vergeben. Ich denke mal, das wird eine schöne Anlage. Was mich daran noch ein wenig stört, dass dort bisher so wenige Bäume eingeplant sind. Aber

Bezirksbür­germeister Jürgen Heuser (SPD) beim Kottenbutt­eressen des Lüttringha­usener Heimatbund­es. das kann man ja vielleicht noch ändern.

Dass die Grundstück­e Am Schützenpl­atz eher schleppend Abnehmer finden, ganz anders als noch vor zwei, drei Jahren gedacht, hatte zuletzt die Kritik der CDU hervorgeru­fen, die vorgeschla­gen hatte, die Parzellen nicht mehr nur im Erbbaurech­t zu vergeben, sondern auch zum Kauf anzubieten.

HEUSER Beim Thema Erbbaurech­t bin ich total anderer Meinung, ich denke schon, dass das der richtige Weg ist. So verbleiben die Grundstück­e im Eigentum der Stadt und die Bauherren sparen Geld. Dass das Interesse an den Grundstück­en inzwischen nicht mehr so hoch ist, liegt wohl eher an den gestiegene­n

Zinsen. Selbst die Gewag baut derzeit damit nicht neu.

Auch der Umbau der Stadtteilb­ibliothek zieht sich derzeit etwas. Durch die Haushaltsk­rise im Bund ist unklar, was aus den schon sicher geglaubten Fördergeld­ern wird. Haben Sie Sorge, dass das doch noch schiefgeht?

HEUSER Wir haben die Informatio­nen, dass die Planungen weitergehe­n sollen. Die Bezirksreg­ierung hat uns signalisie­rt, dass wir damit weitermach­en sollen. Deswegen denke ich mal, dass die Finanzieru­ng schon funktionie­ren wird.

Das sind aber schon zwei Dinge, die derzeit etwas schleppend vorangehen. Besteht nicht die Gefahr, dass der ganze Schwung für Lüttringha­usen, der zuletzt entstanden ist, weil so viele Projekte jetzt endlich ins Laufen kommen, doch noch auf der Strecke bleibt?

HEUSER Der Schwung ist schon etwas auf der Strecke geblieben. Aber ich denke mal, er reicht noch aus, um das alles zu vollenden. Auch wenn es ein bisschen länger dauert.

Wir haben jetzt viel über Projekte gesprochen, die bereits laufen. Was steht denn noch auf Ihrer To-doListe für die kommenden Jahre?

HEUSER Wir haben noch eine Ecke, an der wir arbeiten müssen, das ehemalige Kino. Da stehe ich ja mit der Eigentümer­in im engen Kontakt. An der Stelle ist uns der Bebauungsp­lan im Weg, weil im

Erdgeschos­s Gewerbe und Einzelhand­el vorgesehen sind. Das wollen wir da aber gar nicht haben, weil sich das alles Richtung Rathaus verlagert hat. Und so lange bekommen wir dafür keinen Investor.

Was müsste sich ändern?

HEUSER Wenn man das ganze Gebäude fürs Wohnen nutzen könnte oder das Erdgeschos­s für eine karitative Einrichtun­g, wäre das kein Problem. Deswegen werden wir das jetzt mal ansprechen, dass da der Bebauungsp­lan geändert wird.

Gibt es weitere Projekte?

HEUSER Der Sportplatz Blaffertsb­erg liegt mir noch sehr am Herzen, dass der aufgehübsc­ht wird. Der ist nicht nur für den 1. FC Klau

sen wichtig, sondern für das ganze Quartier. Und eine weitere Frage ist das Bürgerbüro, wann das endlich kommt. Das ist ja schon wieder verschoben worden.

Lüttringha­usen und seine BV gelten als Hort der harmonisch­en Zusammenar­beit. Doch jetzt ist ausgerechn­et Bernhard Ruthenberg, der für die Grünen in der Bezirksver­tretung sitzt, als einer der Organisato­ren der sogenannte­n Bauern-Proteste in Remscheid aufgetrete­n, die sich ja gegen die Politik der Ampel richtet. Glauben Sie, das könnte die gute Zusammenar­beit im Stadtteil stören?

HEUSER Das glaube ich nicht. Das wird die Arbeit in der BV in keiner Weise verändern oder behindern.

Die gilt, wie schon gesagt, als ausgesproc­hen lautlos und lösungsori­entiert. Was ist aus Ihrer Sicht das Geheimnis dahinter? HEUSER Wir reden miteinande­r.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE SVEN SCHLICKOWE­Y

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FOTO: ROLAND KEUSCH

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